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Frischluft: Pakt und Impact für alle!

Her mit dem Impactfaktor!

16.12.2017 - Wilfried Meyer

Kolleginnen und Kollegen, auch für die sportfernen, ihr habt es gelesen und Bremen hat’s kapiert. Es kann so nicht weitergehen. Investoren, StartUps endlich auch in der Bildung. Ja, und auch Einflussfaktoren. Sprachen wir früher von Senkrechtstartern und Überfliegern, spricht man heute nur von Smombies und den Drohneneltern, Helis sind out, dafür Hipster in. Und neben der Streetfashion muss dringend Schoolfashion her. Allerdings so weit vorgesprescht wie jetzt wurde selten. Es gibt einen Vertrag der Schulbehörde mit der Hamburger Firma Goalimpact, sportnahen Schichten schon über den Kontrakt mit Werder oder aus der Fachzeitschrift Weserkurier bekannt. Man weiß nicht so genau. Es geht aber so: „J. Seidel ist der Kopf hinter dem Algorithmus, auf dem der Goalimpact basiert!“ „Meinungen spielen keine Rolle“, das Unternehmen setzt sich zum Ziel, „ Qualität anhand objektiver Kriterien einzuschätzen“! Das Prinzip bei Werder (stark vereinfacht): „Entwickelt sich die Tordifferenz eines Vereins positiv, wenn ein bestimmter Spieler auf dem Platz steht, steigt dessen Goalimpact. Dieser startet mit einem Basiswert von 100.“ Lionel Messi erreicht auch ohne Steuerbetrug wie Ronaldo 200 Punkte. Ist der Datensatz riesig, „kann man den Einfluss des Spielers auf die Leistung des Teams bestimmen.“ Und dieses wunderbare und denkbar einfache Prinzip wird jetzt auf die Schule und besonders die Behörde übertragen. Ist dort ein Abteilungsleiter an seinem Platz steigen die Leistungen des Teams, steigen sie auch in seiner Abwesenheit, sinkt sein Impact rapide. Nach ca. einem Drittel der Arbeitszeit aufs Jahr gerechnet, kann man vorhersagen, ob er aufsteigt oder absteigt auf der Behördenleiter, auf der man bekanntlich ja länger keinen hoch gekriegt hat, weil dieser Impactfaktor fehlte. J.Seidel: „Es fehlt allen Mannschaftsteilen ein bisschen an Qualität“. Gut, das ist in unserem Unterricht anders, hier ist der Impact punktuell extrem hoch. Besonders, wenn bestimmte Schüler auf ihrem Platz sein würden. Aber Manager, Betreuung und Fans (Eltern?) müssen natürlich irgendwann in die Bewertung einfließen und dann geht es steil nach unten, vermuten wir. Denn oben im „Team“ ist keine Qualität, keine Planung, keine Fürsorge, keine Zukunft, keine Ahnung. Ob Bremen da den Anschluss halten kann, ist noch nicht ausgemacht. Und seit alle „Mein Werder“ sind kommt Taktiktraining auch für Lehrkräfte noch dazu: „Den Raum so tief wie möglich ziehen(?) und so breit wie nötig(?), sprich größtmögliche Abstände in der Tiefe provozieren und sich nicht in eine unnötig große Breite drängen lassen“. Seit ich das mache läuft es super. Und ich konnte den Goalimpact der Klasse 3a  auf Durchschnittlich 102 anheben, das ist für eine Brennpunktschule enorm. Dafür reicht uns auf Konferenzen „was labert die da“, wir brauchen keinen Labbadia. Alle Werte werden im übrigen durch das Medieninstitut ganz lieb auf die Itslearning-Seite eingepflegt, dort sind alle Tabellen aller Bremer Schulen eingestellt, ihr müsst aber einlocken und abnicken. Nur der Punktestand der Behörde, die doch den Pakt für Bildung (Education-Impact) ausrief, der wurde irgendwie geschwärzt! Wenn da nicht schon wieder die Russen dranrumgehackt haben?!

PS: So einfach ist das alles doch nicht? Ein Schüler, der nur seinen Kontostand einsehen wollte, ist gescheitert! Und muss es nicht Hand-y-gemenge heißen?

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