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Frischluft: Amoklauf mit Ballermann

Neue "Herausforderung" für Pädagogen (und die Demokratie? )

16.04.2018 - Wilfried Meyer

Zum Glück  können wir hier auf unser Vorbild,der Welt größte und wahrhafte Demokratie, die USA, blicken. Getreu dem neuen Motto ‚America first’ wird aus wahrhaftig jetzt wehrhaft. Lehrkräfte an die Waffe. Ein Pädagogentraum wird wahr. Die Front haben wir schon, jetzt kommen endlich die Waffen. Schnelle Ausmerzung der Unterrichtsstörung durch im Schusswaffengebrauch schon im Studium und Referendariat in Bruce-Willis-Seminaren gestählte Lehrkörper. Ein neuer Markt an Seiteneinsteigern eröffnet sich hier?  Diese werden zu Seiteneinschießern: Soldaten, Biathleten, Jäger, Förster, Schützenvereine unterbreiten in ehrenamtlicher Amokabwehr Angebote für den Ganztag. Unterricht und Lehrerfortbildung am G3, der Kalaschnikow, der Uzzi, das lockert auf und bringt Spaß (Schieß doch, schieß doch, bumm, du bist tot, nein, du hast mich gar nicht getroffen... das kennen wir älteren aus unserer Jugend!). Heckler und Koch am Bodensee und SigSauer in Eckernförde teilen sich wie Aldi Nord und Süd den bundesdeutschen Schulwaffenmarkt. Heimatminister Seehofer wie General Trump halten nichts von "verweichlichten" Schulen und wollen "Abhärtung". Metoo# ,kann ich da nur sagen. Ungeahnte Möglichkeiten auch der Bestrafung von Schülern scheinen machbar. Keine Hausaufgaben? Gewehr laden. Zweimal keine? Entsichern. Dreimal? Anlegen. Faustlos war, Panzerfaust ist. Trump spricht von einem 10-40prozentigen Anteil von Lehrern, die er für schusswaffenwürdig und -fähig hält. Was ist mit den Restluschen?

 

Das LIS arbeitet schon an Qualität-und Quantitätssteigerungsplänen und will diese Quote auf über 50 % anheben. Schulleiter besuchen Fortbildungen für Flugabwehrkanonen (Flak), unser Hausmeister trainiert am Flammenwerfer. Hilfshausmeister werden zu Hilfssheriffs umgeschult. Der Innenhof des LIS, vielen noch als Cafeteriat und Weicheiplatz der Besinnung bekannt, heißt jetzt Amokeria und die Geräte spucken statt Kaffee Feuerbohnen aus. Natürlich gibt es für diese Abhärtungsstrategie auch spürbare Boni (Bonihof), die jeweils nach Gemetzelgröße, Körpereinsatz und Geschwindigkeit des Gehirntods von Schütze und Erschossenen berechnet werden. Haben sie die Shootback-Karte? Und Punkte sammeln lohnt sich: Fuß 5, Bein 10, Rücken 30, zwischen die Augen 100 Punkte. Da kommt schnell viel zusammen. So kommt ein guter Lehrer neben seinem Grundgehalt zusätzlich durch die Abschußprämie zu einem Einkommen, das ihn später neben seiner Taubheit und hohen Streuung beim Schuß auch noch als beliebte Hofaufsicht am Schrotgewehr sieht. Aufstocker wird Nach-und Hinterlader.

 

Fazit: Um die Schüler und die Pädagogik noch nicht  ganz zum Abschuss ins Holywoodgenre frei zu geben, hier im Ernst: Für die Christliche Schule Miami hat die Firma Bullet Blocker schusssichere Platten „Bullet Proof Panels“  entwickelt, die ca. 120 Dollar kosten, in einen normalen Schülerrucksack passen, leider etwas zu schwer sind. Dennoch bieten sie im Feuergefecht zwischen Lehrkraft(!) und Amokschütze hinreichend Schutz, so dass auf jeden Fall kein Unterricht ausfallen wird. Die Schüler sind hoffentlich gut aufgerüstet für's Leben.(Bitte sieh http://www.bulletblocker.com/ ) Gut, Ordnung und Sauberkeit im Raum sind dann nicht mehr so leicht herzustellen wg. Blutflecken, aber früher haben meine Schüler auch durchgefegt. Tasche des Lehrers tragen ist heute Waffe tragen. Natürlich nur im Fach Waffenkunde, wenn es wieder heisst:

Rührt euch! Legt an! Feuer frei! Ausnahmen wie " böser Schüler klaut Lehrergewehr" werden durch den rasanten Aufbau eines neuen Bremer Qualitätsinstituts für Schülerpsychose und postraumatische Blutbadstörung schon präventiv bearbeitet und gegen Null tendieren.

OK, America first, aber in Waffen und mit unserer geschichtlichen Erfahrung...? Ich bin wie immer optimistisch. Widerbeleben wir den Ballermann, euer padagogical Gunner!

 

Foto: Junglehrer bei der Arbeit

 

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