GEW Bremen
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Frischluft

Es ist dunkel geworden in Bremen, ein eiskalter Winterwind fegt die letzten Arbeitsblätter über den Ganztagshof. Rabenvögel schweben geierhaft über unerleuchtete Mensen, auf der Suche nach Resten geistiger Nahrung. Hausmeister tragen wieder grau-blaue Kittel und bellen gnadenlos in Schnappatmung Kinder an.

16.02.2013 - Oh//:WehWehWeh.bildungsqualitaet.ade | von Wilfried Meyer

Leer, ohne Kräfte agieren scheinbar führungslos vom Whiteboard ausgebleichte Leerkräfte im Trendcoach in ungemanagten Classrooms. Schulleitungen liegen regungslos auf ihren Mahagonitischen oder abgestumpft überstundenlos in den Ledergarnituren von Benz. Schlecht bezahlte Ölheizungen bullern auf dem letzten Loch, dem Klempnertod nahe. Wie ein schlingerndes Schiff in haushohen Tsunamiwellen treibt die Bildung einem seelenlosen Horizont entgegen. Eine früher exzellent aufgestellte Schulaufsicht, die durch Weitsicht und ferne Zeitnähe in allen Zeitfenstern winkend die in Bodenhaltung agierenden Bildungsakteure jederzeit zielführend, aber nicht immer zieldifferent ...(leider den Faden verloren!), agiert jetzt plötzlich wie umgewandelt , unverständlich abgehoben, völlig losgelöst, bedeutungslos und wie gedopt in Trance. Alles lief bisher alternativlos gut, hierarchisch wie geschmiert,durch und durch von Führernaturen( still gestanden!) von oben nach unten durchdemokratisiert. Es war eine Freude, der Bildung dabei zuzusehen. Was ist geschehen? Woher diese völlige Orientierungslosigkeit? Ist die Senatorin Jü-Pi und ihr Schwarzdraht abgehauen? Ja, das ist gut so und wahr, aber auf diesen Leichen tritt man nicht gern herum. Das allein reichte nicht aus, um das Chaos in Bremen wüten zu lassen, um diese schmerzhaften Wunden in das Fleisch der Bildungsgierigen zu reißen! Woher diese Orientierungslosigkeit?

Die furchtbare, unfassbare Wahrheit ist: Die Qualitätsabteilung der Behörde hat im Sommer folgende Notiz gedankenlos ins Internet gestellt: „Der Orientierungsrahmen wird derzeit überarbeitet. Eine neue Fassung wird voraussichtlich im Herbst 2012 vorgelegt.“ Und der das schrieb und dadurch diesen Scherbenhaufen hinterließ ging zum 1.1.2013 ohne Vollendung seiner (s.o.) versprochenen Arbeit in den Ruhestand.
Wie lange wollen wir uns diese gemeine Orientierungslosigkeit gefallen lassen? Wer macht diesen katastrophalen Zuständen draußen im Lande endlich ein Ende? Wer redet mit Tacheles?

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