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Fachtag Oberschule

Am 19. April 2010 fand der 1. Bremer Oberschultag von GEW und GGG mit großer Beteiligung der Pädagoginnen und Pädagogen aus dieser neuen Schulart statt. Schwerpunkt war der gegenseitige Austausch über die gegenwärtige praktische Schulentwicklung an den einzelnen Schulen. Damit soll ein Netzwerk zwischen den Schulen aufgebaut (unterstützt) werden. Zum Abschluss wurde in der nachstehenden Erklärung bekräftigt, dass die Kolleginnen und Kollegen integrativ und inklusiv arbeiten wollen, wofür sie von den Verantwortlichen und Behörde bessere Bedingungen für die pädagogische Praxis fordern.

16.05.2010 - Bremer Oberschultag fordert bessere Bedingungen für Oberschule

Erklärung der Versammlung

  1. Die Schulzentren der Sekundarstufe I sowie die Gesamt- und Integrierten Stadtteilschulen wandeln sich in den nächsten Jahren in Oberschulen um. Spätestens in den nächsten zwei Jahren wird die inhaltliche Umgestaltung zu integrierten Schulen an allen Standorten beginnen. Gleichzeitig werden zum neuen Schuljahr Kinder mit ausgewiesenem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache und Verhalten gemeinsam mit den anderen Kindern unterrichtet.
    Wir wollen eine Schule, die alle SchülerInnen in gemeinsamen Klassenverbänden zu möglichst hohen Abschlüssen führt. Dabei haben Binnendifferenzierung und individuelle Förderung einen hohen Stellenwert.
    Die Oberschule wird allerdings nicht die „Eine Schule für alle“ im Stadtteil sein, da rund ein Fünftel der SchülerInnen weiterhin das isolierte Gymnasium besucht. Die Integrationsleistung unserer Schulen kann sich dann besser entfalten, wenn das 2-Säulen-Modell überwunden wird. Wir erwarten, dass dieser Weg in den nächsten Jahren politisch beschritten wird!
  2. Für uns Pädagoginnen und Pädagogen verändert sich durch die Umwandlung unserer Schulen in integrative Systeme die Arbeit in erheblichem Maße. Wir sind bereit, dabei unser Engagement einzubringen. Um erfolgreich zu sein, brauchen wir die Unterstützung durch Politik und Behörde, die zwar zugesagt wurde, aber in wesentlichen Teilen bisher nicht abgesichert ist.
  • Wir brauchen mehr Zeit für Kooperation und Fortbildung. Ein Eckpfeiler ist die Kooperation im Jahrgangsteam. Hierfür brauchen alle KollegInnen des Jahrganges mindestens eine Kooperationsstunde als ersten Schritt zu einer Senkung der Unterrichtsverpflichtung.
  • Wir brauchen eine Kultur der Kooperation und Netzwerke zum gegenseitigen Austausch, insbesondere in den Regionen. Die schädliche Konkurrenz und Abgrenzung zwischen den Schulen müssen überwunden werden.
  • Die neuen Oberschulen sollen sich als Stadtteilschulen entwickeln. Hierfür muss die Nähe des Wohnortes zur Schule Priorität bei der Aufnahme haben.
  • Wir brauchen Ganztagsschulen und kleinere Klassen
    mit der Höchstfrequenz 20 für einen Unterricht, der allen Kindern gerecht wird.
  • Wir brauchen eine bessere Ausstattung der Schulen mit Unterrichtsmaterial, Medien (Bücher, Kopien, Computer, Anschauungs- und Experimentiermaterial etc.) und Personal für die Binnendifferenzierung und Eigentätigkeit der Schülerinnen und Schüler. Dazu gehört auch die zeitweise Doppelbesetzung.
  • Wir brauchen bauliche Veränderungen und damit Investitionen in die Schulgebäude für ansprechende Lernumgebungen der Kinder im Klassen- und Fachraum, für Projekt- und Gruppenarbeit, für weitere Angebote im Schulleben, für den Ganztagsbetrieb sowie für Team- und Einzelarbeit von Kolleginnen und Kollegen.
  • Wir brauchen ausreichende Angebote der kostenlosen Fort- und Weiterbildung, die dauerhaft, verlässlich und konkret sind und nicht den einzelnen aktuellen Haushaltsnotlagen geopfert werden dürfen.
  • Wir brauchen mehr Unterstützung und Förderung für die Kinder mit Migrationshintergrund. Bei einer Migrationsquote von demnächst über 50 % in der Stadt, die regional zum Teil erheblich höher ist, müssen massive Anstrengungen unternommen werden, um allen Kindern bessere Chancen beim Lernen zu ermöglichen. Psychosoziale Versorgung und Unterstützungssysteme müssen mehr Psychologen und Sozialpädagogen mit Migrationshintergrund und interkulturellen Kompetenzen beschäftigen.

Worshops (Ergebnisse als Downloads)

  • AG 1: Innere und äußere Differenzierung
  • AG 2: Inklusion praktisch: Arbeit im Team
  • AG 3: Schulleben im sozialen Brennpunkt
  • AG 4: Unterricht weg vom Frontalunterricht - Beispiele in Mathematik
  • AG 5: Unterricht weg vom Frontalunterricht - Beispiele in Deutsch
  • AG 6: Unterricht weg vom Frontalunterricht - Beispiele in Englisch
  • AG 7: Erfahrungen bei der Teambildung und -entwicklung
  • AG 8: Verkürzter Bildungsgang an der Oberschule?
  • AG 9: Integrative Sprachförderung ab Klasse 5
  • AG 10: Rückmeldekultur: Lernentwicklungsberichte,Zensuren, Sprechtage ...

Wir - die „GGG - Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.“ und die GEW-Fachgruppe Oberschulen - organisieren uns in diesem Prozess durch eigene Netzwerke des Austausches und der Kooperation. Die GEW-Fachgruppe Oberschulen wird mit dieser Fachtagung ins Leben gerufen und trifft sich am 20. Mai 2010 um 18.00 Uhr im DGB-Haus.

GGG Bremen
Hornerstraße 71 | 28203 Bremen
tele 0421 71677 | email: koke(at)uni-bremen.de
InterNet www.ggg-bremen.de

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Landesverband Bremen | Löningstr. 35 | 28195 Bremen
tele 0421-33764-0 | fax 0421-33764-30 |
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