GEW Bremen
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Erfahrungsaustausch, kritische Diskussionen und Fortbildung

Der Oberschultag fand am 11. Juni 2012 mit der großen Beteiligung von über 200 Lehrkräften aus fast allen Oberschulen und einigen Förderzentren statt.

Den Hauptvortrag dieses auch als Fortbildung anerkannten Fachtages hielt Prof. Dr. Gerhard Roth (Institut für Hirnforschung an der Universität Bremen) zum Thema „Wie lernen Kinder und Jugendliche“.

16.06.2012 - Der 3. Bremer Oberschultag von GEW und GGG

Arbeitsgruppen zur Differenzierung, Leistungsrückmeldung, Unterrichtsentwicklung in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Wirtschaft-Arbeit-Technik sowie zur Inklusion und Teambildung wurden durchgeführt. Die KollegInnen erhielten so die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen an den einzelnen Schulen auszutauschen. Impulse aus der Praxis konnten im Sinne eines Netzwerkes weitergegeben werden. Deutlich äußerten die Teilnehmer Kritik an der derzeitigen personellen und finanziellen Ausstattung der Oberschulen.
Zu Beginn führte Regina Eisenach, Sprecherin der GEW-Fachgruppe Oberschulen, aus: „Im 3. Oberschuljahr merken wir, dass der Aufbau der Oberschulen ein sehr intensiver und zeitaufwändiger Prozess ist, der häufig als Selbstausbeutung wahrgenommen wird. Unterrichtsentwicklung, enge Zusammenarbeit im Jahrgangs-, Klassen- und Fachteam zwischen den angrenzenden Jahrgängen sowie in schulübergreifenden Treffen beanspruchen eine enorme Arbeitszeit. Hinzu kommen noch die notwendigen Fortbildungen. Die bisher gewährten Entlastungen reichen dafür nicht aus. Um die pädagogische Qualität und unsere Gesundheit nicht zu gefährden, fordert die GEW eine wesentliche Erhöhung der Verfügungsstunden für Schulentwicklung, Kooperation und den Prozess der Inklusion.“
Karlheinz Koke, Landesvorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule GGG – Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens, kritisierte, dass die Oberschulen benachteiligt sind. „Leistungsstärkere SchülerInnen werden durch das Anwahlverfahren bei den Gymnasien einsortiert und fehlen an den Oberschulen. Zudem gibt es bei der unzulänglich vorbereiteten Inklusion ungleiche Konkurrenzbedingungen. Nur die Oberschulen setzen die Inklusion um. Die Gymnasien betreiben Exklusion.“
Karlheinz Koke schloss sich hierzu der Stellungnahme der Oberschulleitungen zum Entwurf der „Verordnung für unterstützende Pädagogik“ an. Darin wird kritisiert, dass der Schüleranteil an Gymnasien von 21,5 % im Jahr 2008 auf 28,9 % zum kommenden Schuljahr gestiegen ist. Er forderte: „Die Behörde sollte gegensteuern. Das Aufnahmeverfahren muss geändert werden. Die Oberschulen brauchen bessere Bedingungen, um ihr integratives Konzept umzusetzen und in eine Konkurrenz mit den Gymnasien auch realistisch eintreten zu können“.
Im abschließenden Plenum des Oberschultages begrüßten die Teilnehmer ausdrücklich die Erklärung ihrer Schulleitungen zur Inklusion.

Weitere Berichte und Papiere in der nächsten BLZ

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