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Internationale und Lokale VernetzungDer Arbeitskreis Gute Bildung für Geflüchtete stellt sich vor

Der GEW-Arbeitskreis „Gute Bildung für Geflüchtete (und Zugewanderte)“ arbeitet seit zwei Jahren erfolgreich an verschiedenen bildungspolitischen Projekten in Bremen. Wir treffen uns jeden ersten Montag im DGB-Haus, um 17 Uhr. Gemeinsam planen wir Aktionen und haben Gäste zum Thema Migration und Bildung.

 

16.03.2019 - Barbara Schüll, Vorkurslehrerin

Der GEW-Arbeitskreis „Gute Bildung für Geflüchtete (und Zugewanderte)“ arbeitet seit zwei Jahren erfolgreich an verschiedenen bildungspolitischen Projekten in Bremen. Wir treffen uns jeden ersten Montag im DGB-Haus, um 17 Uhr. Gemeinsam planen wir Aktionen und haben Gäste zum Thema Migration und Bildung.

Neben dem Fachtag 2016, führten wir im letzten Jahr ein Seminar in Bad Zwischenahn durch.

Kolleg*innen der Vorkurse und weiterführenden Klassen arbeiteten zum Thema Herausforderungen des Unterrichtens in heterogenen Klassen und die Ausrichtung auf sprachsensiblen Unterricht. Es zeichnete sich ab, wie groß die Aufgaben in den verschiedenen Schulstufen sind. An den Schulen greift oft das teilintegrative Modell nicht, das immerhin dafür sorgen könnte, Kontakte zu knüpfen und so Integration zu unterstützen. Besonders arbeitsintensiv ist die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Schüler*innen in den Berufsschulen, da sie in wenigen Jahren deutsch lernen, ihren Alltag managen und Ideen zur Berufstätigkeit entwickeln sollen. Das alles in einem Land, dessen Strukturen sie noch nicht durchschauen.

Um Spracherwerb und Chancen ging es auch auf zwei unserer Veranstaltungen:

Gemeinsam mit Lehrkräften und Sozialpädagog*innen der Berufsschulen, dem Flüchtlingsrat und Henning Struck, als Vertreter der Behörde für Kinder und Bildung, hatten wir eine anregende Podiumsdiskussion zur Beschulung zugewanderter Menschen in den SpBo (Sprachförderung mit Berufsorientierung) und BoSp (Berufsorientierung mit Sprachförderung) Klassen. Während der Diskussion wurden Forderungen betont, die den Schüler*innen einen besseren Start in berufliche Bildung ermöglichen.

Anerkennung von Abschlüssen und Arbeitsmöglichkeiten für zugewanderte Lehrer*innen war Thema der Veranstaltung im vergangenen Dezember. Über 50 Kolleg*innen verschiedener Nationalitäten kamen und erzählten über ihre Erfahrungen mit Behörden, Sprachkursen und Anerkennungsverfahren. Hierzu wird es in diesem Jahr eine Folgeveranstaltung geben.

Ebenfalls im Dezember überreichten wir der Senatorin, Claudia Bogedan, über 130 Unterschriften, mit denen wir Alphabetisierungskurse in Bremer Grundschulen einforderten. Unsere Erfahrungen zeigen, dass neun- und zehnjährige zugewanderte Schüler*innen ohne Schulerfahrung nicht ausreichend in den Vorkursen alphabetisiert werden. Dies stellt eine zusätzliche Aufgabe dar, die Zeit und Aufmerksamkeit benötigt.

Außerdem arbeiten wir mit europäischen Bildungsgewerkschafter*innen zum Thema Zuwanderung und Bildung.

Im Januar waren Kolleg*innen aus Italien, Spanien, Belgien und England in Bremen. Mit unseren Gästen verbrachten wir einen Vormittag an der Universität Bremen im Fachbereich interkulturelles Lernen. Wir starteten in der Lehr- Lern- Werkstatt: Fach Sprache Migration und wurden von Professorin Yasemin Karakaşoǧlu herzlich begrüßt. Dr. Dita Vogel stellte ihr aktuelles bundesweite Forschungsprojekt TraMis (Transnationale Migration) vor. Des Weiteren führte Katja Baginski uns, mit zwei Studierenden, in das Werkstattkonzept ein, das ein Förderangebot für Schüler*innen ab Klasse 5 darstellt. Das Angebot in der Lehr-Lern-Werkstatt wurde von uns als sehr inspirierend und bereichernd angenommen und wir danken den beteiligten Akteur*innen.

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