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Demokratie in Unterricht, Schulleben und in der Stadt Bremen und Bremerhaven

„Demokratie erfahren und erleben“ – das gehört zur wichtigsten Aufgabe unserer Gesellschaft. „Wir suchen Beispiele für Demokratie. In der Schule und darüber hinaus. Gesagt. Getan.“, so schreibt das Förderprogramm Demokratisch Handeln seinen jährlichen Wettbewerb mit Erfolg aus.

16.02.2013 - von Adrienne Körner

Bremer Projekte

„Engel der Kulturen“, „Lernen und Arbeiten im ehemaligen KZ Sachsenhausen“, „Wir empfehlen: Wählen ab 16“, „Demokratisierung des Schullebens am Beispiel der Umgestaltung des Innenhofs“, „Du bist WAS besonderes!“, „Jede Tat tut gut“, „Friedenstreppe“, „Sternstunden: Tenever got the Polski Blues“, „Inklusion“, „Brücken bauen“, „Geschichtswerkstatt“, „Patenprojekt“, „Schülerrat“, „Tag der Generationen“ …
Das Förderprogramm Demokratisch Handeln kann im Zwei-Städte-Staat auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Seit 1991 wurden viele hervorragende Projekte aus Bremen und Bremerhaven von der Grundschule bis zur Berufsschule beim Wettbewerb „Förderprogramm Demokratisch Handeln“ eingereicht und ausgezeichnet.

Der Wettbewerb

Der Wettbewerb Förderprogramm Demokratisch Handeln wird seit 1990 in Deutschland ausgeschrieben. Dieser Wettbewerb möchte die demokratische Haltung und Kultur im Alltag stärken, da alle kreativen, engagierten und alltagsnahen Ideen eine öffentliche Anerkennung und Wertschätzung verdient haben sowie diese gleichzeitig zu weiteren neuen Projektideen ermutigen sollen. Demokratisch zu handeln ist keine Sache, die allein durch Unterricht erreicht wird, sondern bedarf vieler engagierter Menschen, die Verantwortung übernehmen, das gilt auch für Projekte aus der Jugendarbeit. Das Spektrum an Themen erstreckt sich nicht nur auf politische Themen, sondern zeigt in den letzten Jahren verstärkt Projekte aus dem Bereich der ästhetischen Bildung, vor allem aus dem Darstellenden Spiel dem Tanz, der Musik und der Kunst.

Lernstatt Demokratie

Bis zum 30. November jeden Jahres können die Projektdokumentationen beim "Förderprogramm Demokratisch Handeln" (Löbstedter Straße 67;
07749 Jena) eingereicht werden. Im Frühjahr des Folgejahres werden durch eine Jury, die sich auch aus Schülern, Lehrern und Erziehungswissenschaftlern zusammensetzt, Projekte zur Teilnahme an der „Lernstatt Demokratie“, welche jährlich in einem anderen Bundesland stattfindet, ausgewählt. Bei der Lernstatt Demokratie präsentieren die „Best Practice“- Projekte ihre Ergebnisse vor einem großen deutschlandweiten Publikum. Darüber hinaus werden auch Projekte ausgewählt, die beim Demokratie Fest im Schloss Bellevue unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck eine weitere Würdigung erhalten.
Alle eingereichten Projekte, egal, ob sie zur Lernstatt eingeladen werden oder eine andere Form der Auszeichnung erhalten, werden im Folgejahr in einem Projektband veröffentlicht und alle Projekte aus Bremen und Bremerhaven werden in der Bremischen Bürgerschaft der Öffentlichkeit präsentiert und vom Bürgerschaftspräsidenten gewürdigt. Im letzten Schuljahr (am 14.07.2012) begrüßte der Bürgerschaftspräsident Christian Weber alle Projektteilnehmer und Projektteilnehmerinnen sowie die Lehrerschaft, die Kooperationspartner und die Eltern in seinem Haus. Er ermutigte alle Anwesenden, die Demokratie weiterhin lebendiger zu machen und nach außen zu tragen wie bei dieser Veranstaltung.

Regionale Beratung

Seit 1995 gibt es in Bremen eine regionale Beratung für den Wettbewerb Förderprogramm Demokratisch Handeln. Diese Beratung kann nicht nur von Lehrerinnen und Lehrern in Anspruch genommen werden, sondern auch von Schülerinnen und Schülern sowie von allen interessierten Kinder- und Jugendgruppen. Die Beratung ist immer individuell und bietet eine persönliche Unterstützung bei

  • der Entwicklung von Projektideen und deren Planung,
  • der Vermittlung und Vernetzung von Kooperationspartnern sowie Projektteams innerhalb und außerhalb von Schule,
  • der Dokumentation und Präsentation von Projekten
  • Fragen zu den Ausschreibungsunterlagen für den Wettbewerb

Diskussionsrunden

Das Besondere an der Regionalberatung in Bremen ist seit 2011, dass interessierte Jugendliche aus den eingereichten Projekten zusätzlich die Chance bekommen, an verschiedenen gesellschafts-politischen Diskussionsrunden und Veranstaltungen aktiv mitzuwirken, um dort zusätzliche Erfahrungen zu sammeln und zum eigenen Handeln weiter befähigt werden.
Zum Beispiel, die Teilnahme an den jährlich stattfindenden Diskussionsrunden zum Tag der Deutschen Einheit mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sowie mit dem Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen im Bundesratszelt auf der Festmeile im jeweils gastgebendem Bundesland. Diese öffentliche Veranstaltung wird von einer Vielzahl an Medien begleitet und die Jugendlichen werden von den verschiedenen Diskussionspartnerinnen und Diskussionspartner nicht nur in ihrer Persönlichkeit, sondern auch in ihrem inhaltlichen Denken sehr ernst genommen. „Neben einem Ministerpräsidenten zu sitzen und mit ihm vor großem Publikum über aktuell politischen Themen zu diskutieren war eine ganz besondere Erfahrung, an die ich mich noch lange erinnern werde und die mich in meinem persönlichem Handeln – eine eigene Meinung zu haben und zu vertreten – gestärkt hat.“, so ein Teilnehmer aus dem Jahr 2012.

Ergebnisse und Auszeichnungen

Der Zuwachs der demokratischen Handlungskompetenz bei den Schülerinnen und Schülern sind in jeder Schule zu erkennen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Anerkennung der Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, der Schülerinnen und Schüler sowie allen anderen beteiligten Personengruppen nicht nur in der eigenen Schule bzw. in den Institutionen bleiben, sondern der Öffentlichkeit gezeigt werden, was für großartige Projekte in Bremen und Bremerhaven planen und durchführen. Jedes eingereichte Projekt ist ein Erfolg und erhält eine Auszeichnung und qualifiziert sich darüber hinaus für die Teilnahme an weiteren Veranstaltungen.
Über zahlreiche Anfragen und Wettbewerbsbeiträgen freuen wir uns sehr.

Die Autorin

Adrienne Körner ist Regionalberaterin für das Förderprogramm Demokratisch Handeln

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