GEW Bremen
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Berichte aus dem Arbeitskreis Grundschule der GEW

Der AK trifft sich sechswöchentlich zum Austausch über Grundschulfragen. Und da gibt es natürlich eine ganze Menge. Zu den Brennpunktproblemlagen und der mangelnden Ausstattung von Schulen kommt aktuell der Umgang mit „Kompolei“ und den Zeugnissen, die Einrichtung neuer Klassen, die versuchte Zwangseinrichtung von schlecht ausgestatteten Ganztagsschulen dazu.

16.06.2016

In der nächsten Zeit werden wir als Schwerpunkt über „Kompolei“ reden müssen, da die Behörde auch dem Personalrat gegenüber nicht mit offenen Karten gespielt hat. Die Lage ist, dass die Zeugnisse per Gesetz durchgeboxt wurden, trotz kritischer Stellungnahmen, „Kompolei“ aber von den Lehrkräften nicht benutzt werden muss, und wenn, dann freiwillig. In Kollegien wurde aber von Behördenseite getragen, daß „Kompolei“ nur dann nicht benutzt werden könnte, wenn das Kollegium eine Alternative formuliert hätte und vorlegt. Das hat dazu geführt, dass Viele gesagt haben, sie tun sich das nicht auch noch an als Mehrarbeit, und haben dementsprechend „Kompolei“ dann doch benutzt. So führt man durch die Hintertür ein und hält sich nicht an Absprachen. Außerdem hat es eine Pilotierung, die diesen Namen verdient, bisher nicht gegeben. Es muss klar sein, dass es eine Auswertung dieser „ersten Runde mit Kompolei“ unter massiver Beteiligung von uns Lehrkräften geben muss!

Nächstes Treffen des AK nach den Ferien am 05.09.,17.00 Uhr in der Geschäftsstelle der GEW. Motto: Wenn du nichts änderst, dann ändert sich nichts!

Die gute Idee einer Einladung von Schulen an die Stadtteilpolitiker in den Unterricht zu kommen und über einen gewissen Zeitraum die Situation überhaupt als oft dramatisch wahrnehmen zu können, um dann Forderungen zu formulieren, ist an der Grundschule Stichnathstraße durchgeführt worden. Wir sind gespannt auf Ergebnisse und Aktivitäten der lokalen Politik.
Beschlossen und festgelegt wurde auch eine neue Diskussionsrunde mit den Bildungsdeputierten der Parteien am 09.06. im DGB-Haus. Wir werden in der nächsten Ausgabe berichten. Nach der ersten Runde im Oktober hat sich bisher nichts Positives getan, oder?

Am 18.05. gab es eine vom AK geplante Veranstaltung zum Thema „Die Lüge der digitalen Bildung“ zum gleichnamigen Buch von Leipner/Lemke mit der These, dass die frühe Einführung und Nutzung digitaler Medien in Kita und Grundschule eher schade und deswegen dort für einen „digitalen Freiraum“ plädiert wurde. Sowohl Neurobiologie als auch Pädagogik liefern genug Argumente für diese These, sie wird aber in der öffentlichen Diskussion oft verschwiegen oder diffamiert. Die Veranstaltung bot Rahmen für eine offene Diskussion. Leider gab es keine Stellungnahme von Behördenvertretern oder Vertretern des Zentrums für Medien, obwohl anwesend. Da hätte man sich eine Position gewünscht, die erläutert wie man Medienkompetenz und Fortbildung/Ausbildung (Fortbildung GS eine einzige: Lernsoftware in der Grundschule Umgang mit Lernwerkstatt, Playway, Cesar und Co.)  unter Bremer Verhältnissen mit dem sogenannten Masterplan verwirklichen will. Es gab viele Beiträge, die die Risiken des verstärkten Medieneinsatzes kritisierten, auch unter dem Aspekt der Strahlung ( Arbeitskreis Elektrosmog des BUND), aber auch Stellungnahmen zu positiven Erfahrungen mit z.B. Antolin o.ä. Wir werden dranbleiben an der wichtigen Diskussion.

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