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Auslagerung und Leiharbeit an Bremer Schulen

Seit 20 Jahren, seit der Regierung der großen Koalition von SPD und CDU, wird immer mehr Personal an den Bremer Schulen nicht von der Bildungsbehörde, sondern von sog. freien Trägern eingestellt, meist zu schlechteren Arbeitsbedingungen als im Öffentlichen Dienst.

16.05.2015 - Eine Übersicht | von Jürgen Burger und Irmgard Ostersehlte

Es begann unter Bildungssenator Willi Lemke mit dem Programm »Geld statt Stellen«. Die Schulen erhielten keine reguläre Vertretungsreserve mehr, arbeitslose LehrerInnen wurden von der »Stadtteil-
Schule« als Vertretungskräfte ausgeliehen. Dieser Verein, ursprünglich gegründet von arbeitslosen GEWMitgliedern, war zunächst nur außerschulisch tätig gewesen. Er wandelte sich nun zunehmend vom Selbsthilfeprojekt zur Leiharbeitsagentur.

Der zweite Schritt war die Abschaffung der »Vollen Halbtagsschule« und ihre Ersetzung durch die »Verlässliche Grundschule«. Während vorher staatliche Lehrkräfte den Unterricht von 8-13 Uhr garantiert hatten, wurden jetzt »Betreuungskräfte « eingesetzt, die zum Teil von großen Trägern wie dem ASB, der AWO und der Hans-Wendt-Stiftung »gestellt« wurden (so der juristische Begriff). Erst nach hartnäckiger Interessenvertretung durch GEW und PR Schulen erhielten diese »Betreuungskräfte « die Möglichkeit, eine Weiterbildung zur ErzieherIn zu absolvieren, und damit den Anspruch auf angemessene Eingruppierung.

Eine weitere erhebliche Ausdehnung der Leiharbeit fand dann mit dem Aufbau von Ganztagsschulen statt. Neben den großen Trägern kamen nun zunehmend Schulvereine als Arbeitgeber zum Einsatz. 2013 gab es 65 freie Träger und Schulvereine, über die die Bildungsbehörde die Leiharbeit an den Schulen organisiert. Die hierfür aufgewendeten Finanzmittel werden jährlich im »Zuwendungsbericht« der Deputation mitgeteilt. Diesem letzten vorgelegten Bericht ist auch die folgende Aufstellung entnommen:

 

Träger der Kinder- und Jugendhilfe

ASB, AWO, Hans-Wendt-Stiftung, Lebenshilfe e.V., St. Petri Kinderund Jugendhilfe, Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft, Rotes Kreuz, SOS Kinderdorf e.V., Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V.

 

Andere Träger

Stadtteilschule, Stadtteilschule Bremen-Nord, Allgemeiner Sport Club Bremen, Allgemeiner Turn- und Sportverein Bremen von 1860, BUND Landesverband Bremen e.V.,Waldorfschulverein Bremen zur Förderung der Pädagogik Rudolf Steiner e.V., Sportverein Gramke- Oslebshausen e.V., Schulstiftung der Diözese Osnabrück.

 

Schulen mit Schulvereinen als Kooperationspartner im Bereich Verlässliche Grundschule, offene und gebundene Ganztagsschule und Betreuungsschule

Grundschulen:
Carl-Schurz-Straße
Kirchhuchting
Borgfeld
Bürgermeister-Smidt-Schule
Kinderschule
Landskronastraße
Tami-Oelfken-Schule
Alter Postweg
Horner Heerstraße
Mahndorf
Osterhop e.V.
Rablinghausen
St.Magnus
Bunnsackerweg
Halmer Weg
Freiligrathstraße
Karl-Lerbs-Straße
In der Vahr
An der Gete
Parsevalstraße
Stader Straße
Lüssum
Am Weidedamm
Fischerhuder Straße
Fährer Flur
Rechtenflether Straße
Grambke

Oberschulen:
Wilhelm-Focke-Oberschule
Neuen Oberschule Gröpelingen
Helgolander Straße
Carl- Goerdeler-Str.
Ronzelenstrasse
Gerhard-Rohlfs-Oberschule
Leibnizplatz
Findorff
Wilhelm-Kaisen-Schule
Wilhelm-Olbers-Schule
Sandwehen
Albert-Einstein-Schule
Koblenzer Str.
Lehmhorster Straße
Oberschule Roter Sand
Roland zu Bremen Oberschule
Hermannsburg
Julius-Brecht-Allee
Sebaldsbrück
Helsinkistraße

Gymnasien:
Altes Gymnasium
Obervieland

 

 

 

 

Forderungen der Personalversammlung für Pädagogische MitarbeiterInnen am 26.02.2015

 

Die Personalversammlung der Pädagogischen MitarbeiterInnen fordert die Senatorin für Bildung auf,
die verabschiedeten Forderungen in ihrer Behörde zeitnah umzusetzen.

• Gleiche Rechte und gleiche Bedingungen für alle Beschäftigten an Schulen!
• Keine Schulvereine als Arbeitgeber! Übernahme aller bei Schulvereinen Beschäftigten zur Senatorin für Bildung!

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