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Studium LehramtAusbildung braucht Freiräume

Neun-Punkte-Papier des Zukunftsforums Lehrer*innenbildung

 

16.09.2019

Das Zukunftsforum Lehrer*innenbildung beschloss folgende neun Thesen:

1. Inklusion ist die Grundlage unserer Arbeit. Die Bedingungen dafür müssen stimmen. Diese beziehen sich vor allem auf eine Ausgestaltung der Arbeitszeit, die den vielfältigen Aufgaben gerecht wird (z.B. Kooperation, Mentoring, Schulentwicklung...), Räume für inklusive Pädagogik, Zeit und Personen, um eine reflektierte Praxis zu entwickeln, Orientierung an positiven Beispielen.

2. Die Lehrer*innenausbildung muss sich in allen Teilbereichen am durchgängigen Prinzip der Inklusion messen lassen.

3. Die gesamte Ausbildung braucht Freiräume. Lehrer*innenprofessionalisierung benötigt Orte und bezahlte Zeit für eigenständiges Lernen und zielgerichtete Erfahrungsmöglichkeiten unter qualifizierter Anleitung.

4. Die Ausbildung ist immer dem »pädagogischen Optimismus« (Habermas, 1961) verpflichtet und muss in allen Bereichen ein attraktives, demokratisches Handlungskonzept herausfordern.

5. Die Ausbildung ist am Prinzip der reflexiven Lehrer*innenbildung auszurichten.

6. Kooperatives Arbeiten ist ein durchgängiges Prinzip der Lehrer*innenausbildung und –arbeit und muss entsprechend in Prüfungs- und Studien- sowie in Ausbildungsordnungen abgebildet sein.

7. Der Theorie-Praxis-Bezug gilt für alle Phasen der Lehrer*innenbildung.
Die Kooperation und Abstimmung zwischen den Akteur*innen der verschiedenen Phasen ist Aufgabe aller an der Ausbildung Beteiligten.

8. Bildungsinhalte und Erziehung stehen im Vordergrund des inklusiven Unterrichts. Die Kompetenzorientierung kann die notwendige Begründung relevanter Inhalte im Rahmen des aufgeklärten Bildungsbegriffs nicht leisten.

9. Die Ausbildung ist zu eindimensional. Es müssen flexiblere Wege ins Lehramt geschaffen werden, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen.

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