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SchulmuseumAufklärung über die NS-Geschichte

Das Bremer Schulmuseum bietet einen besonderen Ansatz

 

 

 

16.11.2019 - Christiane Brunßen und Jürgen Burger

„Hitlers Helfer“, „Hitlers Frauen“, „Der Blitzkrieg“ - die Fernsehkanäle sind voll von Filmen, die in der Machart von Promi-Illustrierten oder alten Wochenschauen präsentiert werden. Ihr Aufklärungseffekt über die Wirkungsweise des Faschismus ist gleich Null. Oft können sie sogar einen verharmlosenden oder verherrlichenden Effekt haben. Die Fülle dieser „Informationen“ führt teilweise dazu, dass Jugendliche meinen, sie wüssten über den dunkelsten Teil der deutschen Geschichte genug. Das museumspädagogische Angebot des Schulmuseums bietet dagegen die Möglichkeit, anhand der eigenen Lebenserfahrungen einen Einblick in die Geschichte zu gewinnen.

 

Bremer Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus 1933-1945

Die Ausstellung dokumentiert das Leben von Kindern und Jugendlichen im Nationalsozialismus. Sie zeigt, wie die Propaganda ihre Lebensräume durchdrang und mit welchen Strategien junge Menschen an das nationalsozialistische System herangeführt und für dessen Zwecke verfügbar gemacht wurden. Sie umfasst die Bereiche Zuhause, Schule, Hitlerjugend und Leben im Krieg. Über 250 Zeitzeugen und Zeitzeuginnen aus Bremen haben mit persönlichen Erinnerungsstücken dazu beigetragen: Spielzeug, Schulaufsätze, Zeichnungen, Lehrbücher und viele Fotografien veranschaulichen den Alltag der Kinder und Jugendlichen nach 1933. Biografische Berichte von jüdischen Schülern und Schülerinnen und von Kindern, deren Eltern politisch verfolgt wurden, beleuchten exemplarisch das Schicksal derjenigen, die das System ausgrenzte.

Die Ausstellung ist für Schüler*innen der Sek. I ab dem 7. Jahrgang und der Sek. II geeignet. Es gibt folgende museumspädagogische Angebote:

 

Führung durch die Ausstellung

Der Ausstellungsbesuch beginnt mit einer kurzen Einführung. Danach folgt eine Phase des Selbsterkundens durch die Schüler und Schülerinnen, gegebenenfalls mit einer Fragestellung aus dem Unterrichtsgeschehen. Schließlich werden die Stationen der Ausstellung noch einmal gemeinsam besprochen, einzelne Objekte vertiefend vorgestellt, Fragen geklärt oder Eindrücke ausgetauscht.

 

Selbständiges Erkunden

Für die vertiefende Auseinandersetzung gibt es einen Arbeitsbogen, der den Schülern und Schülerinnen selbständiges und intensives Arbeiten ermöglichen soll. Zu den Bereichen werden mit dem Arbeitsbogen bewusst unterschiedliche Aneignungsebenen angesprochen. Die Schüler und Schülerinnen dokumentieren ihre Arbeit durch Stichworte, Kommentare, Skizzen oder Zeichnungen.

 

Forschendes Lernen

Für ein selbständiges Erforschen stehen vielfältige Quellen zur Verfügung:  Eine Erstlesefibel von 1935 und Auszüge aus Rechenbüchern von 1939 bis 1942 bieten die Möglichkeit, Schulbücher zu analysieren. Sammelbilder oder Ausrüstungsgegenstände zeigen Charakterzüge der Hitlerjugend auf. Anhand verschiedener Gesellschaftsspiele kann erkundet werden, wie auch hier „der Zeitgeist einzog“. Biografische Texte beschreiben die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen aus politisch verfolgten oder jüdischen Familien.

 

„Das muss zackiger klingen“

Gegenstand dieses Angebots sind zwei Unterrichtsstunden, die in Form einer szenischen Lesung von den Schülerinnen und Schülern erkundet und gegenseitig vorgespielt werden. Es handelt sich um eine Deutschstunde von 1934 und eine Rechenstunde von 1936. Die Textfassungen beruhen auf Zeitzeugenaussagen und wissenschaftlicher Recherche.

Kontakt:
Schulmuseum Bremen, Auf der Hohwisch 61-63 • 28207 Bremen
T 0421-696233-0 • ,F 0421-696233-10 | Email:  schulmuseum [at] schulverwaltung.breme [dot] de | www.schulmuseum-bremen.de