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Arbeitslehre:

Offener Brief an die Senatorin

Stellungnahme der AG 7 des Bremer Oberschultages

16.09.2013

Sehr geehrte Frau Senatorin Quante-Brandt,
regelmäßig berichten die Medien von den Schwierigkeiten, die Betriebe auf der Suche nach geeigneten Auszubildenden haben - so beispielsweise der Weserkurier in den vergangenen Wochen. [siehe u.a. WK vom 20.04.2013, S.9: „Nachhilfe vom Betrieb – Handwerkerinnungen schulen Auszubildende nach“ oder Ausgabe vom 16.05.2013, S. 2: „Warnung an die Wirtschaft. Berufsbildungsbericht: Immer mehr Lehrstellen unbesetzt“]
Gleichzeitig erlebt das Schulfach, das für die Arbeits- und Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern prädestiniert ist, in allen Bereichen von der Primarstufe über die Sekundarstufe bis hin zur universitären Lehrerausbildung seit Jahren einen dramatischen Rückbau:

  • In der Primarstufe wurde bereits vor Jahren der Werkunterricht (in Halbgruppenunterrichtet) in das Fach Sachkunde (unterrichtet im Klassenverband) eingegliedert.
  • Im Rahmen der Einführung der Oberschule wurde die Stundentafel für das Fach „Wirtschaft-Arbeit-Technik“ im Vergleich zur Sekundarschule halbiert.
  • Im Zuge der neuen „Richtlinie zur Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen vom 01.08.2012“ wurde die Funktionsstelle des Berufswahlkoordinators an Oberschulen abgeschafft.
  • An der Universität Bremen droht dem Studiengang „Arbeitsorientierte Bildung / Wirtschaft-Arbeit-Technik“ die Auflösung.


Eine umfassende Arbeits- und Berufsorientierung muss als Kernstück weiterhin einen praxisorientierten, handwerklich – technischen Unterricht, der auch wirtschaftliche Themen beinhaltet, für unsere Schülerinnen und Schüler gewährleisten. Eine Stärkung des Faches „Wirtschaft – Arbeit – Technik“ auf allen Ebenen ist daher unbedingt erforderlich.

Wir fordern:

  • Die Sicherstellung eines anspruchsvollen Werkunterrichtes in der Primarstufe, u.a. durch einen Unterricht in Halbgruppen;
  • die Erhöhung der Stunden für das Fach „Wirtschaft – Arbeit – Technik“ im Rahmen der Stundentafel der Oberschule von derzeit 7 auf mindestens 14;
  • wenn nicht die Wiedereinführung der Funktionsstelle eines Berufswahlkoordinators, dann zumindest eine Entlastung für die betreffenden Kolleginnen und Kollegen in Höhe von mindestens 4 Stunden;
  • eine angemessene Ausstattung mit adäquaten Fachräumen in allen Oberschulen;
  • die Erhaltung und den Ausbau des Studiengangs „Arbeitsorientierte Bildung / Wirtschaft – Arbeit – Technik“ an der Universität Bremen;
  • eine qualifizierte Ausbildung im Referendariat durch kompetente Fachleiterinnen und Fachleiter.


Wir bitten Sie, uns in diesen Forderungen zu unterstützen, und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
Regina Eisenach, Siebo Donker
für die Arbeitsgruppe 7 „Wirtschaft – Arbeit – Technik“ des 4. Bremer Oberschultages
Bremen, 11. Juni 2013

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