GEW Bremen
Du bist hier:

3. Sitzung des Fachausschusses am 15.1.2008: GEW-Papier zur Schülerzahlentwicklung vorgelegt

Thema der 3. Sitzung war die „Bestimmung der Ausgangslage auf der Basis statistischer und qualitativer Daten". Dazu wurde auf der 3. Sitzung des Fachausschusses zur Schulentwicklung von Harry Eisenach für die GEW Bremen ein umfangreiches Papier die Entwicklung der Schülerzahlen vorgelegt. Konsequenzen sind notwendig!

15.01.2008 - Harry Eisenach

Zu Beginn der Sitzung kritisierte Harry Eisenach für die GEW beim Tagesordnungspunkt Protokoll, dass der Ausschuss bei der Expertenbenennung für öffentliche Vorträge auf Andreas Schleicher (OECD-PISA) verzichtet hat.

Angesichts der öffentlichen Diskussion, in der insbesondere CDU-Kultusminister versucht haben, Herrn Schleicher wegen seiner Kritik am aussortierenden gegliederten deutschen Schulsystem, in eine unseriöse Ecke zu stellen, sollte man nicht darauf verzichten, dessen Ausführungen aufzunehmen. Die GEW wird sich deshalb bemühen, im Rahmen einer eigenen Veranstaltung Andreas Schleicher für eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu gewinnen.

Während der Sitzung erläuterte aus der senatorischen Behörde zunächst Herr Henschen in einem Power-Point-Vortrag spezifische Sozialdaten zu Kinderarmut, Kindergesundheit, zur Sozialstruktur und zur Migration im Land Bremen sowie den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven.

Anschließend setzte Herr Jasker den Vortrag mit aktuellen Schülerzahlen, demografischen Entwicklungen sowie Kennzahlen des bremischen Schulwesens fort.

Auf der 3. Sitzung des Fachausschusses zur Schulentwicklung der Bildungsdeputation hat Harry Eisenach für die GEW Bremen ein umfangreiches Papier die Entwicklung der Schülerzahlen vorgelegt.

GEW-Papier im Fachausschuss Schulentwicklung:

Konsequenzen gegen Ausgrenzung im Schulwesen sind notwendig

Die wichtigsten Aussagen des GEW-Papiers sind:

  • Das Gymnasium wächst stetig und ist Mehrheitsschule für die große Masse der SchülerInnen. Der Anteil der SchülerInnen an Sekundarschulen sinkt seit Beginn ihrer Einrichtung im Jahr 2004. Er ist mittlerweile geringer als der an den früheren Hauptschulen.
  • Das Schulsystem wird an seinen beiden Polen stärker: Immer mehr SchülerInnen besuchen Förderzentren (Sonderschulen) und Privatschulen, insbesondere private Gymnasien.
  • Die ausländischen SchülerInnen sind überdurchschnittlich stark an Sonder- und Sekundarschulen sowie 6-jährigen Grundschulen vertreten. An Gymnasien und besonders an den privaten Gymnasien ist der Ausländeranteil gering. Ausländerkinder kommen somit nur im geringen Maße zu höherwertigen Abschlüssen.
  • An den 6-jährigen Grundschulen verlassen beim Übergang zur 5. Klasse viele Kinder diese Schulen, darunter überdurchschnittlich viele mit deutschem Pass.
  • · Stadtteile mit hoher Arbeitslosenquote und hohem Migrantenanteil haben einen geringeren Gymnasial- und einen höheren Hauptschulanteil. Aus diesen Stadtteilen wechselt ein erheblicher Teil der SchülerInnen nach der 4. Klasse in Richtung Innenstadt bzw. nach Vegesack. Dadurch ist die soziale „Entmischung“ an den Schulen dieser Stadtteile besonders groß.


Für die GEW ergeben sich aus den Daten folgende Konsequenzen für die Schulentwicklung:

  • Kein weiterer Ausbau des isolierten Gymnasiums
  • Priorität des Wohnortes bei der Aufnahme in die fünfte Klasse, unterstützt durch verstärkte Zusammenarbeit von Grund- und Sek-I-Schulen
  • Förderung der weiteren Integration von Schulzentren und integrativer Schritte an Gymnasien


Integrative Arbeit muss durch die Zuweisung von Lehrerstunden gefördert werden. Notwendig sind Planungsstunden und die Senkung der Klassenfrequenzen für alle Schulen, die auf eine gemeinsame Schule bis zur 10. Klasse hinarbeiten. Das gilt auch für Gymnasien, wenn sie integrative Konzepte entwickeln.
Außerdem müssen den Schulen erhebliche Förderstunden zugewiesen werden, um dem „Abschulen“ durch pädagogische Maßnahmen entgegenzuwirken.
Damit sich das qualifizierte Lehren in heterogenen Lerngruppen überall zur vorherrschenden Praxis wird, sind ferner entsprechende Fortbildungsangebote zu entwickeln und den Lehrkräften hierfür Entlastungen zu gewähren.

Zurück