Sie sind hier:

Stärkere Anwahl der Gesamtschulen - Weiterer Rückgang an den Sekundarschulen

25.02.2008

Die diesjährigen Anwahlen der Eltern für die zukünftigen 5. Klassen an öffentlichen Schulen haben zu einer Stärkung der Gesamtschulen geführt. Gleichzeitig kam es einem weiteren Rückgang für die Sekundarschulen.

Bei insgesamt zurückgehenden Anmeldungen (-96) stieg die Nachfrage nur in der Gesamtschule (+63). Die Sekundarschule wurde von 89 Eltern weniger angewählt. Auch am Gymnasium kam es zu einem Rückgang der Anmeldungen (-61). Dort verlief die Entwicklung sehr uneinheitlich: Durchgängige Gymnasien hatten einen Verlust von 98 Anmeldungen zu verzeichnen, während die gymnasialen Abteilungen an Schulzentren ein Plus von 37 aufweisen.

Damit stieg der Anteil der Gesamtschule auf 31,3 % (+2,1 %). Nur noch 14 % oder absolut 610 der Eltern  entschieden sich für die Sekundarschule. Das ist ein Rückgang von 1,7 %. Bei ihrer Einrichtung vor fünf Jahren sahen noch 24,2 % der Eltern die Sekundarschule als den richtigen Platz für ihr Kind an. Der Gymnasialanteil blieb praktisch gleich (-0,3%). Auch der Zuspruch zu den 6-jährigen Grundschulen mit 3,5 % blieb unverändert.

Die GEW sieht sich durch diese Zahlen in ihrer Forderung nach einer gemeinsamen Schule für alle Kinder bestärkt.

Viele Eltern erkennen die Gesamtschule, die wie in den skandinavischen PISA-Sieger-Ländern mit dem Aussortieren der Kinder Schluss macht, eine positive Perspektive für ihre Kinder. Während das Gymnasium durch die Schulzeitverkürzung, höhere Wochenstundenzahl und das „Abschulen“ der Kinder Probleme bekommt,  bietet die Gesamtschule einen Bildungsgang ohne Brüche im schulischen Werdegang der Kinder.

Gleichzeitig ist die Entwicklung an den Sekundarschulen mehr als besorgniserregend. Immer mehr Eltern sehen diese offensichtlich ähnlich wie die externen Evaluatoren des Dr.-Otto-Seydel-Instituts für Schulentwicklung, wonach „die Sekundarschule zur neuen Restschule“ wird.

Der gesellschaftlichen Ausgrenzung dieser gesellschaftlich schwachen SchülerInnen und dem vielfachen individuellen Scheitern und Überforderungssituationen der Kinder im Gymnasium muss begegnet werden. Deshalb fordert die GEW bei der derzeitigen Schulentwicklungsplanung den Einstieg in eine gemeinsame Schule für alle Kinder.

Zurück