GEW Bremen - Website http://www.gew-hb.de GEW Bremen - Website de-DE GEW Bremen - Website Sun, 20 Aug 2017 05:03:08 +0200 Sun, 20 Aug 2017 05:03:08 +0200 TYPO3 EXT:news news-12143 Fri, 18 Aug 2017 09:04:00 +0200 Bekanntmachung: http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bekanntmachung/ Bremischer Gewerkschaftstag am 22. und 23. November 2017 Schulsozialarbeit Studium Wissenschaft Kita Weiterbildung Berufliche Bildung Schule GEW Mitbestimmung Artikel Bremen news-12133 Thu, 17 Aug 2017 12:41:52 +0200 Informationen des Stadtverbandes Bremerhaven 8/2017 http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/informationen-des-stadtverbandes-bremerhaven-82017/ In einer Versammlung haben am 8. August Betriebsgruppensprecher*innen und Schulleitungen über die aktuelle Situation in den Schulen Bremerhavens beraten. Schule Migration Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem LehrerInnenbildung Gute Arbeit Artikel Presse Bremerhaven news-12131 Tue, 01 Aug 2017 11:18:00 +0200 Informationen des Stadtverbandes Bremerhaven 7/2017 http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/informationen-des-stadtverbandes-bremerhaven-72017/ In Westdeutschland wurde schon einmal eine Bildungskatastrophe ausgerufen, 1964 nämlich. Die heutige Situation hat mehr damit zu tun als den meisten bewusst ist. Diese damalige Bildungskatastrophe führte nämlich zu vermehrter Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen, die dann auch in den 1970-er Jahren eingestellt wurden. Als die Kultusbehörden meinten, nun seien es erst mal genug, wurde von Anfang der 80-er bis Mitte der 90-er Jahre kaum noch eingestellt. Diese Politik ist ablesbar an den Altersstatistiken für Lehrkräfte, die überall ähnlich aussahen; die von 1998 für Bremerhaven sah so aus: (dargestellt ist, wie viele Lehrkräfte es in welchem Lebensalter gab)

Dieser Berg wanderte so durch die Jahre und zu wenige machten sich ernsthafte Sorgen, was geschehen würde, wenn er an die Pensionsgrenze prallt. Um ein Bild aus anderen Zusammenhängen zu bemühen: Der freie Fall ist nicht schmerzhaft, schmerzhaft ist erst der Aufprall.
Während also verständigere Menschen voraussahen, dass es einen erhöhten Ersatzbedarf geben würde, folgten die Lehrerausbildungsstätten der neoliberalen Logik: Da in den Zeiten, in denen kaum Lehrer eingestellt wurden auch weniger Menschen ins Lehramt wollten und relativ wenige eine Lehrerausbildung begannen, reagierte man auf den sinkenden Ausbildungsbedarf mit dem Abbau von Ausbildungskapazitäten.
Als nun vermehrt Lehrkräfte pensioniert wurden, wurde es zunehmend schwieriger Ersatzeinstellungen vorzunehmen. Der Mangel zeigte sich in Bremerhaven früher und ausgeprägter als anderswo, weil Bremerhaven wegen seiner geografischen Randlage, seiner schlechteren Bezahlung und seiner höheren Unterrichtsverpflichtung als weniger attraktiv angesehen wird.
Wer im Internet nach einer Altersstatistik wie der oben sucht, wird das vergeblich tun. Man kann daraus schließen, dass die Menschen, die für die Bildungsplanung zuständig wären, im wahrsten Sinne blind an ihre Aufgaben gegangen sind.
Es scheint in einigen Bundesländern eine Belebung der Lehrerausbildung zu geben. Allerdings ist der Arbeitsmarkt bei Grundschullehrern und –lehrerinnen, Sonderpädagogen und Lehrämtern mit Mangelfächern, insbesondere naturwissenschaftlichen Fächern leergefegt.
Welche Bewegung es bei Einstellungen und Abwanderungen (und sei es in den Ruhestand) gibt, zeigt ein Vergleich der Altersstatistiken von 2016 und 2017. Die vollen Säulen bilden die Altersstatistik von 2017. Um sie mit der Altersstatistik von 2016 vergleichen zu können, ist diese Statistik versetzt eingetragen (leere Säulen), man kann sagen, dass leere und volle Säulen gleich hoch sein müssten, wenn es zwischen 2016 und 2017 weder Zugänge noch Abgänge gegeben hätte.

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news-11652 Fri, 16 Jun 2017 15:26:00 +0200 Pausenfrühstück mit der GEW http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/pausenfruehstueck-mit-der-gew/ Artikel Zeitschrift Bremen Schule GEW Stadt Bremen news-11643 Fri, 16 Jun 2017 00:00:00 +0200 Frischluft: Bremer Solutionen http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/frischluft-bremer-solutionen/ "SoProMob" und die Individualkompetenzunterrichtskabinen Schule Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen Bildungsqualität LehrerInnenbildung news-11440 Thu, 15 Jun 2017 14:45:00 +0200 Vorfahrt für Bildung! 182 Millionen Euro fehlen http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/vorfahrt-fuer-bildung-182-millionen-euro-fehlen/ Am Donnerstag, 15.6. hat das Bremer Bündnis für Bildung (BBB) um 12 Uhr im Haus der Bürgerschaft ca. 5.300 Unterschriften der online-Petition „Vorfahrt für Bildung“ an den Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, Christian Weber, überreicht. „Wir haben die klare Erwartung, dass sich die Bremische Bürgerschaft nun zügig mit den Forderungen befasst. Jetzt ist die Bürgerschaft in der Pflicht! Wochenlang haben die Bürgerschaftsabgeordneten, mit wenigen Ausnahmen, eine Stellungnahme auf der Online‐Plattform verweigert“, kritisieren Sprecher*innen des Bündnisses für Bildung anlässlich der Übergabe der Unterschriften im Haus der Bürgerschaft.

Fehlende Lehr‐ und andere Fachkräfte, zu wenig sanierte und neue Kitas und Schulen sowie eine immens steigende Belastung, die gerade in Bildungseinrichtungen in prekärer Lage dazu führt, kaum noch Personal für die Arbeit vor Ort gewinnen zu können, sind derzeit die größten und drängendsten Probleme.

2.000 € gibt Bremen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes vom Februar 2017 jährlich pro Schüler*in weniger aus als Hamburg und Berlin. Das sind 180 Mio €, die dringend benötigt werden für Personaleinstellungen, Arbeitsentlastungen und Qualitätsverbesserungen, so das Bündnis. Schülerinnen und Schüler, Eltern wie Beschäftigte spüren zunehmend die Mangelsituation.

„Wenn jetzt nicht ein deutlicher Schritt in Richtung Annäherung an die Bildungsausgaben von Berlin und Hamburg gemacht wird, entsteht ein nicht mehr korrigierbarer gesellschafts‐ und bildungspolitischer Schaden.“ Studien‐ wie Ausbildungskapazitäten müssen erweitert, Fachkräfte aller Bereiche durch verbesserte Arbeitsbedingungen in Bremen gehalten bzw. nach Bremen gelockt werden, so das Bündnis. Inklusion muss endlich fachlich und personell viSdP: Bremer Bündnis für Bildung, c/o GEW Bremen, Bahnhofsplatz 22‐28, 28195 Bremen abgesichert werden, Schulsozialarbeit ausgebaut und der Ganztagsschulausbau auch qualitativ vorangebracht werden.

„Wir können nicht zulassen, dass immer mehr Fachkräfte das Bundesland verlassen oder hier gar nicht erst herkommen, weil sie in Bremen keine hinnehmbaren Arbeitsbedingungen vorfinden. Das muss der Senat endlich begreifen und die notwendigen Konsequenzen im Rahmen seiner Haushaltsplanung ziehen“, fordert das BBB.

Daneben ist ein Sonderprogramm „Bau und Sanierung“ für den Ausbau von KiTas und Schulen notwendig. Dies darf nach Auffassung des BBB nicht aus dem Bildungshaushalt finanziert werden.

Hintergrund:
Das BBB hatte im Zeitraum März bis Mai eine Online‐Petition unter dem Titel „Vorfahrt für Bildung“  gestartet mit dem Ziel, dass die Bildungsinteressen in Bremen besser als bisher ihren Niederschlag im Haushalt finden müssen. Die Petition wurde nun auch dem Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft übergeben.

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Bremen Artikel Kita Schule Bildungsfinanzierung GEW Mitbestimmung Schulsozialarbeit Inklusion Stadt Bremen
news-11550 Tue, 06 Jun 2017 17:20:00 +0200 Bremer Schulen in Not – Nordwestradio unterwegs http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bremer-schulen-in-not-nordwestradio-unterwegs/ Eltern, Lehrer und Schüler diskutieren mit Senatorin Claudia Bogedan Zeitschrift Schulsozialarbeit Schule Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Stadt Bremen news-10782 Fri, 02 Jun 2017 09:04:00 +0200 Mitglieder haben die Wahl! Im Mai können alle GEW-Mitglieder ihre Vertreter*innen in den Bremischen Gewerkschaftstag wählen http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/mitglieder-haben-die-wahl-im-mai-koennen-alle-gew-mitglieder-ihre-vertreterinnen-in-den-bremischen/ In diesem Jahr ist es wieder so weit! Alle GEW-Mitglieder in Bremen und Bremerhaven sind aufgefordert, die insgesamt knapp einhundert Vertreterinnen und Vertreter in den Bremischen Gewerkschaftstag zu wählen. Bremen Artikel GEW Mitbestimmung Schule Berufliche Bildung Weiterbildung Kita Wissenschaft Studium Schulsozialarbeit news-11491 Wed, 24 May 2017 17:20:00 +0200 Stichwort: Kompolei http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/stichwort-kompolei/ GEW, Grundschulverband und Personalrat unterstützen grundsätzlich die Evaluation von KOMPOLEI und bitten um Ihre Mitwirkung Zeitschrift Schule Bildungsqualität Stadt Bremen news-11529 Mon, 22 May 2017 14:45:00 +0200 Aufruf: Reichtum umverteilen - ein gerechtes Land für alle! http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/aufruf-reichtum-umverteilen-ein-gerechtes-land-fuer-alle/ Wir können ein besseres und gerechtes Land für alle schaffen, die hier leben. In Deutschland gibt es so viel Reichtum wie nie zuvor, wir müssen ihn endlich vernünftig verteilen und gerecht einsetzen.

 Wir brauchen eine neue, gerechtere Politik:

  • bessere soziale Absicherung und stärkere Rechte der Beschäftigten, der kleinen Selbstständigen, der Erwerbslosen, der Rentnerinnen und Rentner, der Kinder und Familien, der Menschen mit Behinderung und der Schutzsuchenden;
  • mehr öffentliche Investitionen und mehr Personal, für Infrastruktur, Kindereinrichtungen, Schulen und Hochschulen, Gesundheitswesen und Pflege, Kultur, Jugend und Sport, soziale und Arbeitsmarkt-Integration;
  • ökologisch nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung und einen sozial verträglichen ökologischen Umbau;
  • Bereitstellung und Bau von ausreichend bezahlbaren Wohnungen;
  • bedarfsdeckende Finanzausstattung besonders der hoch belasteten und verschuldeten Städte und Gemeinden.

Mit mehr Steuergerechtigkeit können wir das finanzieren! Die große Mehrheit der Bevölkerung wird dadurch nicht belastet, sondern wird davon profitieren:

  • Finanzstarke Unternehmen und Reiche müssen wieder höhere Beiträge zur Finanzierung des Gemeinwesens leisten; sehr hohe Einkommen sind stärker zu besteuern; Kapitalerträge dürfen nicht privilegiert werden;
  • Steuerbetrug muss bekämpft und Steuerschlupflöcher müssen beseitigt werden, in Deutschland, der EU und weltweit;
  • eine Vermögenssteuer und eine reformierte Erbschaftsteuer müssen die Millionäre und Milliardäre angemessen an der Finanzierung der öffentlichen Aufgaben beteiligen und soziale Ungleichheit abbauen.

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Bremen Artikel Bildungsfinanzierung GEW Bildungsgerechtigkeit Gesellschaftspolitik
news-10902 Fri, 12 May 2017 14:45:00 +0200 BBB-Aktion: "Vorfahrt für Bildung!" http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bbb-aktion-vorfahrt-fuer-bildung/ Das Bremer Bündnis für Bildung ist wieder aktiv und startete eine Online Petition, an der sich fast 6000 Menschen beteiligten. Nun gilt es, mit weiteren Aktionen für eine verbesserte Bildungsfinanzierung zu kämpfen! Seit Jahren ist der Bremer Bildungshaushalt unterfinanziert. Zusätzlich wird das Bremer Bildungssystem vor immer neue Herausforderungen gestellt.

Nun hat der Senat Haushaltseckwerte für die Haushaltsjahre 2018 und 2019 für den Bereich Bildung veröffentlicht in denen zusätzliche Mittel in Höhe von jeweils 9 Millionen Euro vorgesehen sind.

Diese zusätzlichen Mittel reichen bei weitem nicht aus, um den aktuellen Bildungsnotstand in Bremen zu beseitigen und den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden.

• Bremen gibt für seine Bildungseinrichtungen seit langem weniger Geld aus als die Stadtstaaten Berlin und Hamburg.

• Überall fehlen Lehrkräfte, Sonderpädagog*innen, Sozialpädagog*innen, Schulsozialarbeiter*innen und Erzieher*innen.

• Die Situation verschärft sich aktuell besonders im KiTa- und Grundschulbereich durch die zunehmenden Kinderzahlen (erheblicher Geburtenanstieg, Zuwanderung).

• Insbesondere Schulen mit einem hohen Anteil von Kindern aus armen Familien brauchen Unterstützung durch mehr Personal und eine bessere Ausstattung.

• Bremen braucht ein Sonderprogramm „Bau und Sanierung“ für den Ausbau von KiTas und Schulen.

Die Bremische Bürgerschaft und der Senat werden aufgefordert, dem Bildungshaushalt mehr Geld zuzuweisen und die Senatorin für Kinder und Bildung damit bei der Bewältigung der akuten Probleme in den KiTas und Schulen zu unterstützen.

Das Bremer Bündnis für Bildung wendet sich an die bremische Öffentlichkeit und bittet Sie alle um Unterstützung.
Vielen Dank!

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Bremen Artikel Kita Schule Bildungsfinanzierung GEW Mitbestimmung
news-11254 Thu, 04 May 2017 10:55:59 +0200 China Labour Bulletin - Überarbeitet und unterbezahlt http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/china-labour-bulletin-ueberarbeitet-und-unterbezahlt/ Rund dreizehn Millionen Lehrerinnen und Lehrern unterrichten an Schulen in China. Doch wenig über ihre Arbeitsbedingungen und gewerkschaftlichen Kämpfe dringt an die Öffentlichkeit. Die vollständige Broschüre befindet sich nebenstehend als Download.

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Bremen Artikel GEW Internationales Mitbestimmung
news-11196 Wed, 26 Apr 2017 02:02:00 +0200 Personalversammlung fordert Übernahme aller Vorkurs-Lehrkräfte durch die Bildungsbehörde http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/personalversammlung-fordert-uebernahme-aller-vorkurs-lehrkraefte-durch-die-bildungsbehoerde/ Eine sehr gut besuchte Personalversammlung für Vorkurslehrkräfte an Bremer Schulen hat am 26. April 2017 im Sitzungssaal der Senatorin für Finanzen stattgefunden. Presse Bremen Schule Gute Arbeit Stadt Bremen Schulsozialarbeit Migration Bildungsfinanzierung news-11660 Sun, 16 Apr 2017 15:26:00 +0200 Das System Fußball und die unzeitgemäße Gesellschaftspolitik http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/das-system-fussball-und-die-unzeitgemaesse-gesellschaftspolitik-1/ Heuchelei in der Bundesliga: Soziale Projekte werden oft im Marketing verpackt Ronny Blaschke ist Sportjournalist, Buchautor und Moderator zu Sport und Politik in Fanprojekten, Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen. Vor kurzem ist sein viertes Buch erschienen: „Gesellschaftsspielchen – Fußball zwischen Hilfsbereitschaft und Heuchelei“ (Verlag Die Werkstatt, 2016,www.ronnyblaschke.de). Blaschke war 2009 Sportjournalist des Jahres, hat 2011 den Marion-Dönhoff-Förderpreis der Robert-Bosch-Stiftung erhalten und wurde durch den Verband Deutscher Sportjournalisten mehrmals prämiert.

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Artikel Zeitschrift Bremen Gesellschaftspolitik
news-11661 Sun, 16 Apr 2017 13:58:00 +0200 Die netten Imame von nebenan http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-netten-imame-von-nebenan/ In seinen Freitagspredigten agitiert der Moscheeverband Ditib für religiösen Dogmatismus und türkischen Nationalismus Völkische Agitation

Nicht nur sollen sich die in den Moscheen von Ditib vereinigten Gläubigen mit dem türkischen Staat identifizieren, sie werden auch zu nationaler Einigkeit ermahnt: „Es darf nicht vergessen werden, dass Völker, die vergangen sind, nicht deshalb verloren gegangen sind, weil ihre Feinde stark waren, sondern weil sie ihre nationalen und geistigen Werte verloren haben. Sondern unnötiges Gezerre, (....) der völlige Schwund des gegenseitigen Vertrauens unter den Menschen, das Verlieren des Selbstvertrauens und Nachahmung von Anderen sowie gebrechlich zu werden und zu verfallen sind die eigentlichen Gründe.“ (18.03.16)

Völker im Kampf mit anderen, die verweichlichen und deshalb verschwinden – die ganze Gedankenwelt entstammt dem sozialdarwinistischen Wörterbuch rechter Kulturkritik. Im Unterschied zu Spengler ist es zwar nicht das christliche Abend-, sondern das muslimische Morgenland, was untergeht, sofern es nicht durch Einigkeit und nationale Stärke reüssiert. Doch die Botschaft ist klar: Das „Volk“ hat sich hinter die Führung zu scharen, Kritik ist Verrat. Da darf das Abfeiern der „Märtyrer“ nicht fehlen: „Während ich meine Predigt beende, wünsche ich Allahs Güte für die Märtyrer, die im jungen Alter für ihre Heimat, ihr Volk, ihre Fahne und gesegnete Werte ihr Leben verloren haben (...)“ (11.03.16)

Der religiös-politische Doppelsinn ist beabsichtigt: Wer für die türkische Fahne stirbt, ist auch ein Märtyrer Allahs, denn Allah hat ja die Türkei zu seiner offiziellen Vertretung auf Erden berufen. Ein Narr, wer dabei an Islamismus denkt. Es handelt sich um einen Fall von „Diversität“. Sonst würde Ditib von der deutschen Politik ja wohl nicht in Projekte der Salafismus-Prävention mit eingebunden. Ihre Expertise können die Herren und Damen dabei sicherlich einbringen. Und beim Fastenbrechen mit Gästen von SPD, Grünen und CDU gibt man sich sowas von aufgeschlossen! Solange der Bundestag nicht die falschen Resolutionen erlässt, steht der Harmonie nichts im Wege.

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Artikel Zeitschrift Gesellschaftspolitik Migration Bremen
news-11662 Sun, 16 Apr 2017 13:58:00 +0200 70 Jahre GEW | 190 Jahre Bremer Lehrervereine | Teil 7 http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/70-jahre-gew-190-jahre-bremer-lehrervereine-teil-7-1/ Repression, Anpassung und Kriegselend | Die Bremer Lehrerinnen und Lehrer unter der Nazi-Diktatur Die Ausrichtung der Schule auf den NS-Staat
Die Umorganisation der Schulen begann mit der Abschaffung der Schulleiterwahl. Den Lehrkräften wurde das Recht entzogen, ihre Personalakte einzusehen. Gleichzeitig begann man, dort die Organisationszugehörigkeit einzutragen. Der Übertritt vom Bremischen Lehrerverein in den NSLB musste individuell erfolgen. 1936 waren noch 46 Lehrkräfte nicht eingetreten. Die Mitgliederzahl der Partei war bis zum Aufnahmestopp im April 1933 auf 133 angestiegen. Die meisten Lehrkräfte traten unter dem bestehenden Druck in eine „anerkannte“ gleichgeschaltete Organisation ein, wie den „Volksbund für das Deutschtum im Ausland“, den „Reichsluftschutzbund“ oder die „NS-Volksfürsorge“. Alle Turnlehrer wurden verpflichtet, in die SA einzutreten.

Ein völlig neuer dominanter Faktor im Schulleben war die Hitlerjugend. Der bisher schulpflichtige Samstag wurde zum „Staatsjugendtag“ erklärt, der der HJ und dem „Bund Deutscher Mädel“ gehörte. HJ-Veranstaltungen während der Unterrichtszeit nahmen zu, z.B. die Sonnenwendfeier im Weser-Stadion, Gemeinschaftsempfänge von Radiosendungen, der Besuch von Ausstellungen wie „Der ewige Jude“ (ab Klasse 8) und „Weltfeind Nr. 1, der Bolschewismus“.

Mit den Nürnberger Gesetzen verschärfte sich die Diskriminierung jüdischer SchülerInnen.1935 wurde verfügt, „nichtarische Schüler“ in einer besonderen Schule zusammenzufassen. Aufgrund der geringen Zahl von 69 SchülerInnen wurde dies zunächst nicht realisiert. Erst später wurden sie aus den Schulen verwiesen und im „Judenhaus“ in der Kohlhökerstraße notdürftig unterrichtet. 1941 wurden sie zusammen mit den Erwachsenen deportiert. Ebenfalls 1935 erschien ein detaillierter Erlass, welche Kinder zur „Hilfsschule“ zu schicken seien. Ihnen drohte die Sterilisation.

Sehr früh begann die systematische Kriegsvorbereitung. 1933 wurde Trauerbeflaggung zum Jahrestag des Versailler Vertrages angeordnet und eine „Rüstungskarte Europas“ herausgegeben, ab 1934 gab es „Verdunklungsübungen“ und der „Heldentod“ wurde zum Thema des Deutschunterrichts gemacht.

1937 änderte die NSDAP ihre Aufnahmepolitik. Jetzt wurde die Parteimitgliedschaft der Beamten gefordert. Die Zahl der eingetretenen Lehrkräfte erhöhte sich auf 633.

Charakteristisch für die NS-Diktatur ist die Verschlechterung der LehrerInnenbildung. Das in Teilen des Reiches durchgesetzte Universitätsstudium der VolksschullehrerInnen wurde wieder abgeschafft. Die Ausbildung wurde auf zwei Jahre verkürzt und fand in „Hochschulen für Lehrerbildung“ statt. 1941 kehrte man mit den „Lehrerbildungsanstalten“ zu einer fünfjährigen seminaristischen Ausbildung zurück. Die LBA's lagen oft abgelegen von den großen Städten. Voraussetzung für die Aufnahme war ein Führungszeugnis der HJ.

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Schule Artikel Zeitschrift Stadt Bremen GEW Bremen
news-11663 Sun, 16 Apr 2017 13:58:00 +0200 "Die türkischen Nationalisten sind genauso schlimm wie Pegida und Co" http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-tuerkischen-nationalisten-sind-genauso-schlimm-wie-pegida-und-co-1/ Ein Gespräch mit Rahmi Tuncer vom Anatolischen Bildungsverein in Hemelingen Blz:  Kommen wirklich die meisten Imame aus der Türkei?

Mir sind in Bremen nur ganz wenige bekannt, die nicht daher kämen. Das gilt auch für Millî Görüş. Es wird Zeit, dass Lehrstühle in Deutschland entstehen, die kritischer an die religiöse Tradition herangehen.

Blz: Wo siehst du eigentlich die Unterschiede zwischen Erdoǧan und seinem alten Kampfgefährten Gülen?

Beide haben eng zusammengearbeitet und sich am Ende zerstritten über der Frage, wer mehr von der errungenen Macht profitieren kann. Ideologisch betont Gülen stärker den Pantürkismus, etwa im Sinne der faschistischen Parole, das anzustrebende türkische Großreich erstrecke sich von der Adria (Kroatien) bis zur chinesischen Mauer. Erdoğan betont eher das islamistische Element, die Türkei als Vormacht der islamischen Gläubigen, in Fortsetzung des osmanischen Kalifats. Ein Streit unter Imperialisten. Weißt du, was mich ärgert? Die deutsche Öffentlichkeit sieht immer nur Pegida und AfD - dass die türkischen Nationalisten genauso schlimm sind, wird ignoriert oder mit "interkultureller"' Brille verharmlost.

Blz: Wie sollte die Schule mit den Konflikten in den Türkeistämmigen Communities umgehen?

Diese Themen dürfen nicht totgeschwiegen werden. Wir im Verein arbeiten viel mit Filmen und haben mittlerweile eine ganze Auswahl in unserer Bibliothek. Auf der Grundlage diskutieren wir, setzen auf Argumente - es gibt keine Alternative zur Aufklärung. In Zusammenarbeit mit der Amadeu-Antonio-Stiftung haben wir Besuche in KZ-Gedenkstätten wie Bergen-Belsen organisiert. In einem zweiten Schritt haben wir über die Vernichtungsaktionen gegenüber den Armeniern aufgeklärt. Einige ältere Vereinsmitglieder sind ausgetreten - aber einige jüngere arbeiten seitdem aktiv mit!

Blz: Oft reagieren die Betroffenen mit Abwehr, reden von Rassismus oder Muslimfeindlichkeit...

Davon darf man sich nicht beeindrucken lassen, das ist eine Taktik, um Kritik mundtot zu machen. Trotzdem, darin liegt natürlich die Chance von Vereinen wie unserem: Wir kommen aus demselben Kulturkreis. Man traut uns eher, allerdings werden wir dann eben als Verräter beschimpft. Ich arbeite jedenfalls mit Fakten, mit wissenschaftlicher Literatur, und fordere mein Gegenüber auf, ebenfalls Beweise zu bringen.

Blz: Wie stehst du zu den Diskussionen um das Kopftuchverbot?

Auch in unserem Verein gibt es Frauen, die aus Gründen der Tradition Kopftuch tragen. Sie haben aber mit dem politischen Islam nichts am Hut. Das bleibt natürlich eine freie Entscheidung. Trotzdem herrscht bei manchen deutschen Freundinnen und Freunden diesbezüglich eine gewisse Naivität; das Kopftuch ist oftmals ein politisches Statement. In der Flüchtlingsarbeit gab es den Fall eines vollverschleierten Mädchens. Sie konnte kaum durch den Schleier gucken. Ich habe recherchiert und herausgefunden, dass die Eltern mit der islamistischen Gruppe von Metin Kaplan zu tun hatten. Die Gesellschaft sollte tolerant sein, aber sie sollte junge Mädchen auch ermuntern, sich aus patriarchalischen Traditionen zu befreien. Keine Gebetsräume in Schulen - wer wirklich beten will, kann das problemlos am Nachmittag in der Moschee machen.

Blz: Inwieweit ist diese Re-Islamisierung schon in den Alltag Türkeistämmiger Jugendlicher eingedrungen?

Sie schreitet voran, leider. Meine Tochter beispielsweise, als sie aufs Gymnasium ging, kam jedes Jahr zur Ramadan-Zeit weinend nachhause. Ich musste sie trösten, sie war gemobbt  worden, weil sie sich angeblich nicht ausreichend am Fasten beteiligt hatte. Wo blieb die Toleranz gegenüber meiner Tochter? Sie musste sich von diesen "armen" Muslimen drangsalieren lassen, und sich anhören, ihr Vater sei sowieso ein Volksverräter. Nachdem ich meiner Tochter am Wochenende erlaubt hatte, in die Disco zu gehen, wurde ich von manchen in der Nachbarschaft als "Hurensohn" bezeichnet. In Hemelingen gab es einen Imam, der den jungen Muslimen geraten hatte, nicht bei Deutschen zu essen. Irgendwo könnten ja noch die Reste von Schweinefleisch sein. Was für ein Wahnsinn! Der Mann ist zum Glück verschwunden, vor zwei Jahren.

Anstatt mich mit solchen Spinnern herumzuschlagen, möchte ich meine Zeit investieren, um mit den unorganisierten, modern denkenden Muslimen Strukturen aufzubauen und diesen eine Stimme zu geben. Auch das Land Bremen sollte eher mit solchen Kreisen den Kontakt suchen.

Die Redaktion bedankt sich bei Rahmi Tuncer. Kontakt:  rahmi-tuncer [at]welthaus-barnstorf [dot] de

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Gesellschaftspolitik Internationales Artikel Migration Bremen Stadt Bremen
news-11664 Sun, 16 Apr 2017 13:58:00 +0200 Dauerstellen für Daueraufgaben http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/dauerstellen-fuer-daueraufgaben-1/ Kodex für gute Beschäftigungsbedingungen an Bremischen Hochschulen unterzeichnet Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen Gesellschaftspolitik Wissenschaft Internationales Bildungsfinanzierung Gute Arbeit news-11665 Sun, 16 Apr 2017 13:58:00 +0200 Bremen braucht Sportlehrkräfte http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bremen-braucht-sportlehrkraefte/ Runder Tisch Schulsport verabschiedet Resolution Mitbestimmung Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen Bremerhaven Studium Wissenschaft LehrerInnenbildung Bildungsfinanzierung Bildungssystem news-11666 Sun, 16 Apr 2017 13:58:00 +0200 Ping-Pong-Spiel ins Aus http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ping-pong-spiel-ins-aus-1/ Kurzgeschichte zur Schließung der Sportwissenschaften an der Uni Bremen Bildungsqualität Artikel Zeitschrift Bremen LehrerInnenbildung Stadt Bremen Studium Wissenschaft news-11667 Sun, 16 Apr 2017 13:58:00 +0200 „Ich sehe die Arbeit als Chance...“ http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ich-sehe-die-arbeit-als-chance-1/ Bachelorabsolvent*innen im Kampf Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung LehrerInnenbildung Gute Arbeit Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen Studium Bildungsqualität Tarif news-11668 Sun, 16 Apr 2017 10:02:00 +0200 Bremen muss nachziehen http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bremen-muss-nachziehen-1/ Die anstehende Novellierung des Bremischen Hochschulgesetzes  

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Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen Bildungsqualität Studium Wissenschaft Bildungssystem LehrerInnenbildung Bildungsfinanzierung
news-11669 Sun, 16 Apr 2017 02:00:00 +0200 Bezahlung nach Kassenlage http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bezahlung-nach-kassenlage-1/ Besoldungsreport des DGB: Bremen zahlt seinen Beamten und Beamtinnen weniger als die meisten anderen Länder *Summe aus jährlichen Grundgehalt Endstufe, allgem. Stellenzulage/Strukturzulage, Sonderzahlung(en); eigene Berechnungen DGB BVV, Abt. OEB; Stand Februar 2017. mecklenburg-Vorpommern hat die Höhe der SZ für 2017 noch nicht festgelegt

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Schule GEW Artikel Zeitschrift Bremen Beamte Gute Arbeit Gleichstellung
news-11670 Sun, 16 Apr 2017 01:00:00 +0200 Kritik der Exzellenz http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kritik-der-exzellenz-1/ Was der politisch inszenierte Wettbewerb der Hochschulen anrichtet Ideologische Zirkel

Dieser Effekt ist in der internationalen kritischen Wissenschaftsforschung bekannt. Gemeint damit ist, dass Versprechen auf künftige Leistungen etwa in Forschungsförderanträgen auch immer im Lichte des Umfangs vergangener Förderungen der Antragsteller bewertet werden. Damit verbunden ist ein - tatsächlich leistungsindifferenter – Mengeneffekt, ein Selbstverstärkermechanismus (self fullfilling prophecy), der eine zunehmend ungleiche Finanzmittelkonzentration in nationalen Hochschulsystemen bewirkt. Bisher galt dies vor allen Dingen für die angelsächsischen Länder. Man sollte sich also keine von den jeweiligen materiellen wissenschaftlichen Arbeitsbedingungen losgelöste wolkige Diskussion über ›ungleiches‹ Können unterschiedlicher ForscherInnen und Forschungsgruppen aufzwingen lassen, womit sich die Verfechter der Exzellenzinitiative gerne rechtfertigen: Leistungen seien nun einmal ungleich. Die durch die ›exzellenten‹ Zusatzfinanzen ermöglichte (messbare) Mehrleistung im Verhältnis zu den unterfinanzierten ›restlichen‹ Universitätseinrichtungen rechtfertigt im Nachhinein wiederum die ursprüngliche Förderentscheidung. Wir befinden uns in einem ideologischen Zirkel. 

Konstruktion eines Zwei-Klassen-Universitätssystem

›Theoretisch‹ hätte man mit den Exzellenzfinanzen auch das Budget der DFG, der größten Drittmittelförderorganisation, erhöhen können. Offenbar war das nicht gewollt. Warum wohl? Antragberechtigt in traditionellen Drittmittelverfahren sind einzelne WissenschaftlerInnen. Forschungserfolge steigern vor allem deren individuelle akademische Reputation. Antragsberechtigt in der Exzellenzinitiative sind ausschließlich ganze Universitäten vertreten durch ihre Leitung (Governance). Die Konsequenz daraus: Erfolge und der Erwerb der Prädikate »Exzellenz« und »Elite« sollen daher auch die komplette Einrichtung prestigemäßig aufwerten – und die Konstruktion eines zweiwertigen bzw. Zwei-Klassen-Universitätssystem symbolisch begleiten.

Mit Recht forderte daher die GEW angesichts der letztjährigen Verlängerung der Exzellenzinitiative auf unbestimmte Zeit eine »grundsätzliche Wende in der Hochschulfinanzierung« zugunsten der Grundausstattung für Forschung und Lehre. Das lässt sich auch wissenschaftspolitisch begründen. Schließlich gibt es aus internationalen Vergleichen genügend Hinweise darauf, dass eine große Zahl gut ausgestatteter Hochschulen für wissenschaftliche Erkenntnisfortschritte und gesellschaftlichen Nutzen produktiver ist als eine kleine Zahl übermäßig ausgestatteter neben einem unterfinanziertem Restsystem, in welchem die dort tätigen Forscherinnen und Forscher ihr Leistungsvermögen schon aufgrund der fehlenden materiellen Arbeitsbedingungen gar nicht ausschöpfen können. Einfacher gesagt: Wenn möglichst viele unter guten Bedingungen arbeiten, ist der gesamtgesellschaftliche Nutzen allemal größer.

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news-11671 Sun, 16 Apr 2017 00:58:00 +0200 Zuweisungsrichtlinie - der richtige Schlüssel für die Personalzuweisungen an den Schulen? http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/zuweisungsrichtlinie-der-richtige-schluessel-fuer-die-personalzuweisungen-an-den-schulen/ Teil II des Berichtes vom Seminarwochenende der Fachgruppe "Inklusive Schule und sonderpädagogische Förderung" Schule Artikel Bremen Schulsozialarbeit Berufliche Bildung GEW Bildungsgerechtigkeit Bildungsqualität Bildungssystem Inklusion Zeitschrift Stadt Bremen news-11672 Sun, 16 Apr 2017 00:58:00 +0200 „Ein Stück weit lebt der alte Geist noch heute“ http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ein-stueck-weit-lebt-der-alte-geist-noch-heute-1/ Ein BLZ-Gespräch mit Rechtsanwalt Bernhard Docke und den Studenten Manuel Cordsen und Tom Robin Hoffmann über die Protestkultur an der Uni Bremen im Wandel der Zeit. BLZ: Wie war und ist heute die Rolle des AStA?

Bernhard Docke: Damals beteiligten sich nicht mal 20 Prozent an den AStA-Wahlen, eigentlich beschämend für die Studentenschaft, die sich damals politisch verstanden hat. Und es gab große interne Flügelkämpfe bis hin zu Anfeindungen und körperlichen Auseinandersetzungen. Aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar. Jeder wähnte sich, die absolute Wahrheit zu haben, und glaubte, den besseren Marxismus zu vertreten. Und die anderen blicken natürlich nicht durch. Aber dennoch: Der AStA hatte aber eine mobilisierende Rolle, er war die Lokomotive der Proteste. Und der Dreh- und Angelpunkt der Organisation von Widerstand gegen Verschlechterung der studentischen Lebenswirklichkeit.

Manuel Cordsen: Die Rolle hat sich nicht grundlegend geändert. Der AStA ist heute kein Vorreiter der Protestbewegung mehr aber ein wichtige strukturelle Plattform, mit der viele Leute zu erreichen sind. Der AStA verfügt über Mittel, die man bei Protesten einsetzen kann. Getragen werden die Proteste aber eher von Zusammenschlüssen von Studierenden, vom AStA allein nicht. Der AStA hat mit Infrastruktur geholfen, aber wichtig war eine breite Menge von Menschen.

Tom Robin Hoffmann: Im Vergleich zur Gründungsphase gab es riesige Unterschiede. Es gab erst in den 90er Jahren mehr sozialdemokratische, moderatere Listen, die zur Wahl  angetreten sind. Es entstanden dadurch Asten, die weniger die kämpferische Idee in sich trugen. Linksradikale Listen, die in der Opposition waren, haben den AStA immer wieder beeinflusst, stärker zu protestieren. Der AStA ist schon ein Instrument. Je nachdem wer darauf spielt, ist es Punkrock oder klassische Musik und man protestiert oder bandelt mit dem Rektorat.

Bernhard Docke: Es gab damals neben dem AStA auch eine zweite studentische Interessenvertretung – die dezentralen Studiengangsausschüsse. Die waren näher an den Studierenden dran. Da entstanden viele Aktionen.  

BLZ: Gibt es die heute auch noch?

Manuel Cordsen: Ja, die gibt es noch. Und sie haben - soweit ich weiß - als der Uni-Verwaltungsbeitrag für die Studierenden eingeführt werden sollte, das war vor meiner Zeit, ich glaube 2006, eine große Rolle gespielt. Damals stand die Uni mehr als einen Monat still, um gegen die schleichende Einführung von Studiengebühren zu protestieren.

BLZ: In der Vorbereitung zu diesem Gespräch habe ich gelesen, dass es in den 70er- und 80er-Jahren den Anspruch bei den Studierenden gab, große Politik zu machen, große Themen zu setzen, mit großen Gesten zu agieren. Ist das immer noch so oder ist es kleinteiliger geworden?

Manuel Cordsen: Die Aktivenbasis ist bei uns jetzt kleiner. Die Uni Bremen und die Unis im Allgemeinen sind heute nicht mehr so wie früher ein politisches Labor. Die Studierenden lassen sich heute mehr darauf einschwören, in die Richtung „macht euer Studium schnell fertig, guckt nicht so viel nach links und rechts“. Viele müssen auch ihr Studium finanzieren und haben gar nicht die Zeit, sich groß zu engagieren.

BLZ: Es geht also heute mehr um Wohnungsnot als um Nicaragua?

Tom Robin Hoffmann: Ja, eindeutig. Wir schaffen es immer seltener, mit großen gesamtgesellschaftlichen Problemen bei den Studis durchzudringen.

Manuel Cordsen: Ja, aber man muss auch sagen, dass die Welt damals mehr im Aufbruch und in Bewegung war als heute.

Bernhard Docke: Das kann ich bestätigen. Damals gab es viel Unruhe, viele politische Umbrüche. Wir haben uns mit den großen politischen Fragen beschäftigt, aber uns an unseren Utopien auch ein Stück weit verhoben. Wir fühlten uns als ein Teil von großer Politik. Die Aufbruchstimmung damals war ein Motor für das politische Bewusstsein und die Aktionen. Heute ist es anders. Es gibt ganz andere Konflikte, ganz andere Themen, aber es ist ein Stück weit politisch bescheidener, kleinteiliger geworden.

BLZ: Kurzes Fazit: Das politische Studentenleben hat sich im Laufe der Jahrzehnte in vielen Bereichen verändert. Hätten sie lieber in den 70er-Jahren studiert, politisch gesehen?  

Manuel Cordsen: Weiß ich nicht unbedingt. Wenn ich an die extremen Flügelkämpfe von damals denke. Wenn ich damals geboren wäre, wäre ich auch politisch aktiv gewesen. Es sind zwei unterschiedliche Settings.

BLZ: Bitte nicht ausweichen.

Manuel Cordsen: Ich glaube, ein bisschen schon. Weil einfach mehr Bewegung da war.

Tom Robin Hoffmann:  Mich zieht es definitiv in die 70er-Jahre. Vielleicht hätten wir das auch nicht besser hingekriegt, aber wenn man sich heute die Uni anguckt: Völlig verschult, 95 Prozent interessieren sich nicht für Politik. Damals war viel mehr Dynamik. Heute gibt es mehr Vereinzelung. Viele legen Scheuklappen an haben die Idee, man könnte heute unpolitisch sein, als Option. Die Studierenden von damals wären auf die Straße gegangen und hätten gegen die Abschiebung nach Afghanistan, gegen die AfD oder gegen den Klimawandel demonstriert.    

BLZ: Und anders herum gefragt. Wären Sie lieber jetzt Student gewesen?

Bernhard Docke: Auf keinen Fall. Bei allen Irrtümern, denen wir aufgesessen sind, es war eine wilde und spannende Zeit. Wenn ich die unterschiedlichen Situationen damals und heute betrachte, dann würde ich nicht tauschen wollen.

Das Gespräch moderierte Karsten Krüger

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news-11673 Sun, 16 Apr 2017 00:02:00 +0200 Neues aus dem Rechtsschutz http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/neues-aus-dem-rechtsschutz-1/ Zum Stand der gerichtlichen Auseinandersetzungen Bremen Schule Artikel Zeitschrift Schulsozialarbeit Gute Arbeit Recht Beamte Stadt Bremen news-11674 Sun, 16 Apr 2017 00:00:00 +0200 Rote Kaderschmiede und Exzellenzuniversität http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/rote-kaderschmiede-und-exzellenzuniversitaet/ Schule Migration Gesellschaftspolitik Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Gute Arbeit Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen Bremerhaven news-10951 Wed, 15 Mar 2017 20:00:00 +0100 Danke für Euren Einsatz! http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/danke-fuer-euren-einsatz/ Der Tarifabschluss für die angestellten Landesbeschäftigten ist unter Dach und Fach: Rückwirkend zum Januar 2017 gibt es zwei Prozent mehr Gehalt, bzw. mindestens 75 € bis Entgeltgruppe 9, Stufe 3 als Sozialkomponente. Zum Januar 2018 steigen die Gehälter um 2,35 Prozent. Dazu wurden weitere Strukturelemente vereinbart: Für die Verbesserungen bei der Lehrkräfte-Eingruppierung wird die GEW künftig als Tarifvertragspartei kämpfen. Wir haben „L-EGO“ (Lehrkräfte-Entgeltordnung) unterschrieben. L-EGO heißt jetzt TV EntgO-L (Tarifvertrag zur Entgeltordnung für Lehrkräfte). Unsere Unterschrift müssen wir wohl erklären, haben wir doch noch vor zwei Jahren dieses Machwerk als unannehmbar bezeichnet und den Beamtenbund (dbb) als alleinigen Unterzeichner des Verrats bezichtigt. Was hat sich in den zwei Jahren geändert, dass eine Unterschrift zur realen Option wurde? Zum einen die Laufzeit: Sie endet immer noch Ende 2018, bis dahin sind es nur noch knapp zwei Jahre und nicht mehr vier, in denen wir nun aber für Verbesserungen kämpfen können! Und: Eine „GEW-L-EGO“ als zweiter Tarifvertrag für Lehrkräfte neben dem TV EntgO-L vom dbb ist nicht durchsetzbar. Zum anderen wollten wir nicht riskieren, dass Lehrkräfte von einer Stufe 6 ausgenommen würden, wenn es überhaupt eine gegeben hätte. Die Stufe 6 hatte für uns in dieser Tarifrunde eine hohe Bedeutung, sind doch vorrangig Beschäftigte im Organisationsbereich der GEW (Schule und Hochschulen) hiervon betroffen und stellt die Stufe 6 doch gerade für langjährig Beschäftigte eine deutliche und zusätzliche Lohnsteigerung und Abstandsminderung zur Besoldung dar. Für alle „jüngeren“ bietet sie gleichwohl eine Perspektive. Ausschlaggebend war aber, dass die Ablehnung des TV EntgO-L vor zwei Jahren und die anschließenden Streiks und Proteste den Druck auf die Arbeitgeber hoch gehalten und damit maßgeblich dazu beigetragen haben, dass wir die Stufe 6 nunmehr durchgesetzt haben.

Zeitgleiche Übertragung auf die Beamt*innen! Jetzt muss es zeitnah Gespräche zur Übernahme dieser Ergebnisse auf die Beamt*innen geben. Zahlreiche Bundesländer haben dies bereits signalisiert. Dieser Tarifabschluss ist in seiner Gesamtheit maßvoll und gibt keinerlei Hinweise darauf, die Beamt*innen des Landes davon abzukoppeln. Eine Übertragung der Lohnerhöhungen - jeweils zeitgleich - wäre ein klares Signal an die verbeamteten Lehrkräfte, sich auf der Ebene der Bildungspolitik nicht auf Nebenschauplätzen abzukämpfen. Bremen steht vor großen personellen Aufgaben im Bildungsbereich, gerade angesichts des Lehrkräftemangels. Auch in Besoldungsfragen darf Bremen nicht hinter den anderen Ländern zurück stehen, eine Verschiebung wie in den vergangenen Jahren ist nicht hinnehmbar. Durch eine zeitgleiche Übernahme wird der Spielraum für viele notwendige Entscheidungen gerade auch im Bereich Bremer Schulen nicht wesentlich eingegrenzt. Der moderate Tarifabschluss bietet zudem die Chance, eine zentrale Gerechtigkeitslücke zu schließen: A13/E13 endlich für alle Lehrkräfte in Primar- und Oberschulen! Die Herrschenden im Haus des Reichs, im Rathaus und in der Bürgerschaft sollten diese Chance nutzen.

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Bremen Artikel GEW Schule TV-L Tarif Mitbestimmung Gute Arbeit Bildungsfinanzierung Schulsozialarbeit
news-10962 Wed, 15 Mar 2017 11:43:00 +0100 Stadtverbands-Info Bremerhaven 3-2017 http://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/stadtverbands-info-bremerhaven-3-2017/ Festhalten, Frau Bogedan, festhalten! Auf den Blickwinkel kommt es an

 Die Personalversammlung des nichtunterrichtenden Personals war gut besucht. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag des Magistratsdirektors Claus Polansky. Kurz zusammengefasst lautet der Inhalt: Wir wissen um die Probleme der Mitarbeiter*innen, aber wir haben kein Geld.

Doch erst einmal das Positive.

Die Stadt Bremerhaven steht in Verhandlung mit dem Land Bremen auf Übernahme der Personalkosten des nicht unterrichtenden Personals. Dies bedeute aber ausschließlich eine Kostenübernahme, aber kein Verzicht auf die Direktionsrechte für diese Mitarbeiter*innen, so der Magistratsdirektor. Einfacher ausgedrückt, für uns bleibt alles wie es ist, nur die Stadt  Bremerhaven bekommt vom Land die Personalkosten erstattet.

 Ansonsten nichts Neues. Auf Grund der Haushaltsnotlage ist eine Entspannung bei der Personalversorgung nicht in Sicht. Dies bedeutet weiterhin keine Vertretungsreserven, weder bei den pädagogischen Mitarbeiter*innen, noch bei der Schulsozialarbeit.

 Und hier kommt der unterschiedliche Blickwinkel zur Geltung.

Auf die Schilderung des Arbeitsalltages in den Schulen, der Belastung durch den Personalmangel und der veränderten Schüler*innenzusammensetzung, verwies Herr Polansky darauf, dass die individuellen Belastungen  sicherlich zu bedauern seien, dass man aber mal den Blickwinkel wechseln sollte. Schließlich seien für die vermehrten Anforderungen im Bereich der Flüchtlingshilfe zusätzliche Stellen im Schulsozialbereich geschaffen worden. Dies sei aus Sicht des Magistrat doch sehr positiv.

 Leider hilft diese Betrachtung der Lage nicht bei der Bewältigung der täglichen Arbeit.

Die zusätzlichen Kräfte sind mit ihrer Arbeit voll und ganz ausgelastet, wenn nicht sogar überlastet angesichts der Fülle von Herausforderungen, die diese Kinder mitbringen: Traumata durch Krieg und Flucht, die neue Umgebung in einem völlig anderem Kulturkreis, fehlende Sprachkenntnisse etc.

 Die Sozialstruktur in den Schulen hat sich verändert. Die Kinderarmut, als Spiegel der städtischen Armut, hat sich nicht verringert und die Probleme auch nicht.

Es existiert ein struktureller Personalmangel – sowohl bei der Schulsozialarbeit, als auch im Bereich der pädagogischen Mitarbeiter*innen. Dieses strukturelle Defizit führt weiter zur Überlastung der Kolleg*innen in diesen Bereichen. Dies wird sich auch bei verändertem Blickwinkel nicht ändern.

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Schule Gute Arbeit Mitbestimmung Artikel Bremerhaven