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16.10.2009 Ökonomische Bildung in der Berufsschule

Eine Schülerfirma des SZ II a.d. Alwin-Lonke-Str.
Ein Interview
Seitenabschnitte:

 Oekonomische_Bildung_in_der_Berufsschule.pdf
 Vollständiges Interview
zum Downloaden


Wie heißt eure Firma und wie ist eure Firmenstruktur?
Anna: Unsere Firma nennt sich „kursivDESIGN“ (firma kursiv-design.de oder www.kursiv-design.de). Die Schülerfirma ist ein überschulisches Projekt, an dem Schüler freiwillig nach der normalen Unterrichtszeit teilnehmen können. Deswegen ist die Zusammensetzung jedes Jahr unterschiedlich. Unser Arbeitsplatz ist ein Computer-Raum, den uns die Schule zur Verfügung stellt mit Computern, passenden Programmen, Drucker und Arbeitsfläche.

Ksenia: Um einen guten Überblick über unsere Aufträge, Arbeitsstunden und –schritte zu behalten, erstellen die Arbeitsteams für jeden Auftrag ein so genanntes Auftragsjournal, welches Auftraggeber und Abgabetermin, Ziel des Auftrags, bei umfangreichen Aufträgen (ab 3 Wochen) einen Phasenplan, Angaben der Bedingungen für die Weiterarbeit in der nächsten Woche und die Anzahl der Arbeitsstunden beinhaltet. Jedes Team hat über seine Aufträge genau Buch zu führen, damit der Auftrag nachvollzogen und nach Beendigung die Rechnung geschrieben werden kann.

Was macht ihr konkret? Was wollt ihr lernen?
Rebecca: Die Firma hat ihre Schwerpunkte in den Bereichen Gestaltung, Multimediaprodukte und Ausstellungen…

Alexandra: Wir haben einen professionellen Messestand, mit dem waren wir z.B. im Rathaus bei den Aktionen „Nachhaltige Bildung“ oder „Faires Handeln“ oder im Reichstag in Berlin zum Thema „Mit gutem Beispiel voran“.

Rebecca: Genau und wir konzipieren und realisieren Printmedien, wie z.B. Flyer(auch in eigener Sache für unseren Ausbildungsgang) , Visitenkarten, Logos, Plakate, Verpackungsmaterial, Websites. Wir haben auch ein Globalisierungsspiel für Schüler und Lehrer entwickelt, das gemietet werden kann.

Marion: Für uns ist die Firma eine freiwillige Erweiterung unserer Ausbildung als Gestaltungstechnische(r) Assistent(in) oder der Fachoberschule für Gestaltung. Es ist eine tolle Experimentier-, Lern- und Austauschplattform. Wir haben die Möglichkeit Geschäftsabläufe, Kundenkontakte, bzw.-pflege und wesentliche Elemente von Kommunikations- und Gestaltungsformen zu erfahren und zu erlernen.

Lysa: Ziel ist letztendlich, die Fähigkeit zu erlernen, den kompletten Geschäftsablauf selbständig, in eigener Verantwortung zu tätigen.

Wer sind eure Kunden?
Jasmin: Unsere Firma beschäftigt sich hauptsächlich mit Aufträgen, die in der freien Marktwirtschaft aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden könnten. Darüber hinaus versuchen wir Aufträge zu bewerben, die – wie das vielleicht schon deutlich geworden ist- Themen der Globalisierung und des Fairen Handels aufgreifen und engagieren uns auch direkt mit Aktionen und Informationsveranstaltungen in diesen Bereichen.

Elena: Im Augenblick bauen die Kinder des Grambker Kindergartens eine Rakete zum Mond, auch in Zusammenarbeit mit Handwerkern unserer Schule. Zwei SchülerInnen von uns drehen einen Film über die Entwicklung dieses Projekts.

Violette: Und wir haben einen Auftrag von der Justizvollzugsanstalt, eine Marke zu kreieren.

Sandra: Wir versuchen, einen Beitrag zum nachhaltigen Lernen zu leisten und Themen wie globales Lernen, politisches und soziales Engagement zu fördern.

Marion: Was ich in diesem Zusammenhang noch bemerkenswert finde ist, dass wir hier in unserer Firma kollegial zusammenarbeiten. Das ist anders als in der Klasse, wo es doch eher auf individuelle Konkurrenz und Notendruck hinausläuft.

Ein Teil eurer ökonomischen Bildung findet also durch die Firma statt. Nun hat die Ökonomie ja sehr vielschichtige Aspekte: neben betriebswirtschaftlichen auch volkswirtschaftliche Aspekte und deren Zusammenwirken. Habt ihr im Politikunterricht über die letzte Krise gesprochen?

Violetta und auch andere:
Nein, über die Wahlen.
Anna: Es müssten mehr politische und wirtschaftliche Zusammenhänge geklärt werden.

Wart ihr persönlich von der Krise betroffen?

Marion: Meine Mutter hat Stress auf der Arbeit, es gibt weniger zu tun und alle fürchten Entlassungen.

Violetta: Mein Vater macht Kurzarbeit und der meiner Freundin auch.

Wenn ich das richtig sehe, sind etwa 1/3 von euch persönlich betroffen. Was könnte denn getan werden?

Ksenia: Managergehälter einschränken

Marion: Das Problem ist ja, dass es keine glaubwürdigen Parteien gibt.

Und was könntet ihr tun?
Alle: Tja…..
Ich danke euch für das Gespräch.
Die Fragen stellte Jochen Ströh

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