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Projekte verstetigen

16.09.2017 - Inge Kleemann

Exzellenzinitiative: Bremer Uni verliert Geld und Prestige

Der Schock war groß, als die Deutsche Forschungsgemeinschaft Ende September die Ergebnisse der Vorauswahl für die Exzellenzstrategie bekanntgab: Nur ein einziges Forschungscluster der Universität Bremen kam in die nächste Runde, obwohl die Universität Bremen fünf Forschungsskizzen eingereicht hatte. Damit zerschlugen sich alle Hoffnungen darauf, dass die Universität Bremen sich auch in Zukunft noch Exzellenzuniversität nennen darf, denn hierfür wären zwei bewilligte Forschungscluster eine Voraussetzung gewesen.

Mehr als der Verlust des Prestiges schmerzt allerdings der finanzielle Verlust. Seit 2012 erhielt die Universität Bremen vom Bund für ihr Zukunftskonzept jährlich ca. zehn Millionen Euro zusätzlich, die mit Beginn der neuen Runde 2019 wegfallen. Bislang gibt es keine Aussagen aus der Bremischen Politik, dass der Verlust der Bundesmittel durch das Land ausgeglichen wird. Hiermit steht also auch die Zukunft der bislang geförderten Projekte und damit auch Karrieren von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf dem Spiel.

Hier zeigt sich in aller Dramatik die Schwierigkeit der wettbewerbsorientierten und projektförmigen Wissenschaftsfinanzierung. Unter hohem Aufwand werden Projekte entwickelt und ins Leben gerufen, die dann bei Auslaufen der Finanzierung gegebenenfalls wieder eingestampft werden müssen. Und mit befristet eingeworbenen Exzellenzgeldern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch nur befristet eingestellt und bei Bedarf wieder auf die Straße gesetzt. Diese Praxis ist nicht nur unfair gegenüber den hochqualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sondern gefährdet auch die Kontinuität und damit Qualität von Forschung und Lehre.  

Die GEW Bremen erwartet nun von der Bremer Politik ein deutliches Signal zur Verstetigung bewährter „Exzellenzprojekte“, und damit einhergehend eine signifikante Anhebung der Grundfinanzierung. Denn der Verlust des Exzellenzstatus darf weder zulasten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit großem Engagement für eine hervorragende Forschung einsetzen noch zulasten der Lehre an der Universität Bremen gehen.

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