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25.11.2009 Zum Jagen tragen

Die Bedeutung der Prognose von Klaus Klemm zur Entwicklung des Bedarfs von LehrerInnen und ErzieherInnen
Auszüge aus dem Referat von Prof. H.-G. Schönwälder
Die GEW hat für ein Gutachten zur Entwicklung des Bedarfs von Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern gesorgt. Es enthält nicht nur dürr scheinende Zahlenkolonnen, sondern neben kühler Erörterungen der Datengrundlagen auch eine klare und sachliche Erklärung der Prognosen bis 2020/21. Das ist exzellente Grundlegung von Bildungsplanung, für die man dem Verfasser Klaus Klemm wie den Auftraggebern nur danken kann. Ob schon Dankschreien und Anerkennung seitens der Bildungsressorts vorliegen, entzieht sich meiner Kenntnis. Nötig wären sie für diese Vorarbeit, die eigentlich Aufgabe der Bildungsressorts selber wäre. Die GEW jedenfalls kann und wird auf Grundlage dieser soliden Prognose fundiert argumentieren.
Klaus Klemm erinnert in seinen Ausführungen an die Ankündigung der Ministerpräsidenten auf dem Bildungsgipfel in Dresden im Herbst 2008:
„So weit sich aus der demographischen Entwicklung Ressourcenspielräume ergeben, werden die Länder sie insbesondere zur Verbesserung der Bildungsqualität nutzen.“ (Klemm Gutachten S. 7)
Die Bildungshaushalte sollen somit wohl konstant zu halten versucht werden. ...

Seitenabschnitte:
Grundzüge der Prognosen
Personalmangel...
Rolle der Gewerkschaft

 Vortr_H-G_Schoenwaelder.pdf
 Vollständiger Vortrag
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PädagogInnenmangel!
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 Klemm-Gutachten2009.pdf
 

Grundzüge der Prognosen

Bei Erzieherinnen und Erziehern ebenso wie bei Lehrerinnen und Lehrern scheidet in den nächsten ca. 10 Jahren in einer Art langer Welle eine erhebliche Anzahl von Kolleginnen und Kollegen aus, da einerseits die Altersverteilung der Aktiven ungleichmäßig ist und z. Zt. die älteren Jahrgänge überproportional vertreten sind. Als neue Anforderung kommt die personelle Ausstattung des Ganztagsschulbetriebs hinzu. Außerdem bestehen gesetzliche Verpflichtungen zur Aufstockung der Angebote in Krippen und Kindergärten.
Bei Lehrerinnen und Lehrern ist aufgrund der gegenwärtig niedrigen Studentenzahlen und von Engpässen in der zweiten Phase der Ausbildung bundesweit ebenso wie in Bremen mit zu geringen Nachwuchszahlen zu rechnen. Somit können nach jetzigem Stand die Ausscheidenden nicht in voller Zahl ersetzt werden. Wie sich die Nachwuchs- und Rekrutierungssituation bei den Erzieherinnen und Erziehern voraussichtlich entwickeln wird, ist eigentlich nicht abzuschätzen, da über die Ausbildungskapazitäten zu wenig bekannt ist. Beide Aussagen gelten für den Fall, dass nichts zur Behebung der mit großer Sicherheit drohenden Mangelversorgung in den beiden Bereichen staatlicher Erziehungsinstitutionen getan wird.
Die sich abzeichnenden Mangelsituationen können sich regional durch sich abzeichnende Abwerbungsversuche der einzelnen Bundesländer noch verschärfen. Da das ärmste Bundesland Bremen dabei nur ziemlich schlechte (Haushalts-) Karten hat, dürften sich bei uns die zu prognostizierenden Probleme deutlicher auswirken als vermutlich in ökonomisch stärkeren Baden-Württemberg, Hessen oder Bayern. ...

Personalmangel...

Auszugehen ist von einem
Eklatanten Personalmangel bis 2021 in Bremens Bildungsinstitutionen – und denen der anderen Nordländer -, wenn nichts geschieht.
Prognosen haben das Ziel, absehbare Entwicklungen ins Kalkül rationalen Handelns einzubeziehen und auf ihrer Grundlage zu versuchen, unerwünschte Ergebnisse zu vermeiden – oder gar rückgängig zu machen.

Rolle der Gewerkschaft

Unsere Gewerkschaft wird sich auf die Rolle einstellen müssen, ‚den Hund zum Jagen’ zu tragen.
Wenn bildungspolitisch nichts geschieht oder nicht genug, wird sich einstellen, was schon immer als Sparvernunft der Bildungsbehörden gegolten hat:

  • Steigerung der Gruppengröße in Krippen und kindergärten
  • Einführung von Gebühren für die Kleinkinderversorgung
  • Erhöhung der Unterrichtspflichtstunden der Lehrkräfte
  • Steigerung der Klassenfrequenzen
  • Ausweitung der Pflichtaufgaben der Bediensteten

Dagegen wird man sich gezielt und bewusst zur Wehr zu setzen haben. Die Dringlichkeit dazu wächst mit der Personallücke, die abzusehen ist.
Dem nicht unmöglichen Negativkatalog muss ein überzeugendes Bild einer prüfbar guten Schule gegenübergestellt werden. Die dazu vertretenden Gütekriterien sollten sich weder erschöpfen

  • in Geldforderungen (obwohl natürlich Geld nötig sein wird); noch in
  • schönen Programmpunkten wie „Eine Schule für alle“

Was die GEW in Bremen unter einem gutem Bildungswesen verstanden wissen will, sollte in Einzelheiten näher ausgeführt werden. Das könnte sich zu einer Art Katalog ausweiten, der als Positivabzug von einer Negativfolie zu verstehen ist.
Letztens und eigentlich erstens erscheint es sinnvoll, die gewerkschaftliche Arbeit an den Hochschulen zu planen und vielleicht zu intensivieren. Den Studenten kann und sollte jetzt schon klar zu machen versucht werden, was auf sie in der näheren Zukunft zukommt!
Sie sollten zusammen mit der GEW überlegen, ob und welche Möglichkeiten es gibt bei der Einstellung über ihre zukünftige Arbeit zu verhandeln. Da meint: Verhandlungsmacht aufzubauen. Es wird schwierig!

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