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Aktuelles Aktuelle Infos Infoarchiv 2005 05.12.2005 Zensuren in der Grundschule | ||||||
| 05.12.2005 Zensuren in der Grundschule | ||||||
| Viele Grundschulen in Bremen und Bremerhaven haben in den Jahren vor der Neuregelung der Zeugnisordnung gute Erfahrungen mit einer „Schule ohne Noten“ gemacht. Einhellig sind die positiven Rückmeldungen... | ![]() | |||||||||
| In Bremerhaven haben die Gorch-Fock und die Zwinglischule fristgerecht einen Antrag auf „zensurenfreie Grundschule“ beim Senator für Bildung gestellt. Diese Anträge basieren auf einem inhaltlichen Konzept und stehen im Einklang mit dem jeweiligen Schulprogramm. In einer Sitzung der Deputation für Bildung am 24.11.05 ist diesen Anträgen zum zweiten Mal dennoch nicht stattgegeben worden. Nach Auffassung der GEW manövriert sich die Große Koalition mit solchen Entscheidungen mehr und mehr ins bildungspolitische Abseits. |
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| Viele Grundschulen in Bremen und Bremerhaven haben in den Jahren vor der Neuregelung der Zeugnisordnung gute Erfahrungen mit einer „Schule ohne Noten“ gemacht. Einhellig sind die positiven Rückmeldungen, die insbesondere ein Lernklima hervorheben, dass jedem Kind spürbare Lernfortschritte ermöglicht. So war es nur folgerichtig, dass viele dieser Schulen von der Pflicht zur Benotung befreit werden wollten. In einem ersten Durchgang bewilligte die Deputation in den Jahren 2004/2005 bereits sieben Schulen in Bremen und drei in Bremerhaven eine notenfreie Leistungsdokumentation. Doch schon damals zeichnete sich ab, dass weitaus mehr Grundschulen diesem Beispiel folgen wollten. Insgesamt 26 Schulen, die im ersten Schritt nicht berücksichtigt wurden oder sich zwischenzeitlich auf entsprechende Konzepte verständigt hatten, stellten zum zweiten Termin inhaltlich ausführlich unterlegte und begründete Anträge. Die nunmehr vom Senator für Bildung angekündigte nochmalige Befassung in der Dezembersitzung der Deputation kann aus Sicht der GEW nur dazu führen, den Anliegen der Schulen stattzugeben. Dabei zeugt die im politischen Raum formulierte ablehnende Haltung in dieser Frage ausschließlich von Ignoranz und ideologischer Borniertheit. Alle ernsthaften wissenschaftlichen Untersuchungen ausgewiesener Bildungsexperten verweisen dagegen auf die Lernerfolge in Gruppen, in denen es um das inhaltliche Vorankommen geht und nicht um das Jagen nach guten Noten. Zudem befinden sich die Befürworter einer notenfreien Grundschule in bester Gesellschaft. Die eigens vom Senator für Bildung einberufene Kommission zur Erstellung einer „Bremer Grund-schulexpertise“ verwies 2004 ausdrücklich auf die Gefährdung individueller Lernprozesse durch Ziffernzeugnisse. Warum sollte die Deputation nicht ihren eigenen Experten folgen, wenn diese formulieren: Es gehe darum „Lernanreize“ zu schaffen, dem „jeweiligen Entwicklungsniveau“ der Kinder Rech-nung zu tragen und nicht „um Zementierung eines aktuellen Lernstandes durch Zensuren“. Wenn Senator Lemke verspricht, dem Elternwillen mehr Gewicht geben zu wollen, so kann es nicht darum gehen, bei jedem einzelnen Kind zu entscheiden, ob es Zensuren oder einen Lernentwicklungsbericht gibt. Schulprogramme sind Entscheidung der demokratisch gewählten Schulgremien. Wenn beispielsweise die Gorch-Fock und die Zwinglischule einen Antrag auf der Grundlage ihres Programms einreichen, ist dieser durch Eltern- und Lehrerschaft in den Schulen ausdrücklich legitimiert. Eine Zustimmung der Deputation bedeutet in diesem Falle auch die Berücksichtigung des Elternwillens. Die GEW stützt die Anliegen und ermutigt weitere Schulen, sich dieser pädagogisch abgesicherten Auffassung einer „Schule ohne Zensuren“ anzuschließen. Mit freundlichem Gruß ![]() Bernd Winkelmann, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen | ||||||||||