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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ September 2008 16.09.2008 „Wertschätzung und Respekt gegenüber... | ||||||
| 16.09.2008 „Wertschätzung und Respekt gegenüber Kindern und Erwachsenen“ | ||||||
| Die Grundschule Andernacher Straße im Umgang mit Heterogenität von Dorothea Ilsen, Uwe Hehr | ||||||||||
| Tenever hat mit Abstand den niedrigsten Sozialindex in Bremen, es ist kinderreichster Stadtteil und ein überwiegender Anteil an Familien aus Ländern der ganzen Welt charakterisiert die Situation der hier lebenden Menschen. Ein dichtes Netz sozialer Institutionen und deren über Bremen hinaus bekannte beispielhafte Vernetzung, können viele Probleme des Stadtteils ausgleichen. Die Vielfalt in der Bewohnerschaft spiegelt sich in der Zusammensetzung der Schulklassen wieder. Viele verschiedene Kulturen und Religionen mit unterschiedlichen Vorstellungen und Zielen von Familie und Erziehung kommen hier zusammen. Der Anteil der Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, liegt bei 90%. Viele Familien haben massive Probleme auf Grund von Arbeitslosigkeit oder Armut. Die Kinder leiden am meisten darunter. Viele haben eine wechselhafte Entwicklungsgeschichte mit vielen Brüchen und auch traumatischen Erlebnissen hinter sich und müssen von Grund auf lernen, sich angemessen sozial zu verhalten. |
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| Gestaltung der Umgebung als Lebensraum für Kinder und Erwachsene | ||||||||||
| Dem Raum als „drittem Pädagogen“ neben den Lehrkräften und dem Schüler selbst wird großes Gewicht beigemessen. So ist die Architektur des neuen Anbaus (von 2005) angepasst an das pädagogische Konzept der Schule. Von allen wird darauf geachtet, dass Kinder und Erwachsene in einer gepflegten und ansprechenden Umgebung lernen und arbeiten. | ||||||||||
| Lernen durch Beziehungsarbeit | ||||||||||
| Ein multiprofessionelles Team aus einer Lehrerin oder einem Lehrer, einer Sozialpädagogin bzw. Erzieherin und einer Förderkollegin oder einem Förderkollegen ist für die individuelle Entwicklung jedes Kindes einer Lerngruppe für die gesamte Grundschulzeit verantwortlich. Das Team gestaltet die Lern- und Arbeitszeit einer Lerngruppe über den ganzen Tag – differenzierte Lernangebote werden geplant und umgesetzt. Das Team entscheidet auch über notwendige Förder- und Forderangebote, die prinzipiell integrativ durchgeführt werden. Besonderes Augenmerk legt das Team auf die Kooperation mit den Familien der Kinder. Auch hier ist die Devise: Vorhandene Stärken aufnehmen und Eigeninitiative entwickeln helfen. In regelmäßigen Förderplangesprächen werden mit den Eltern und den Kindern verbindliche Ziel- und Aufgabenvereinbarungen getroffen. | ||||||||||
| Leistung | ||||||||||
| Es ist uns wichtig, die Stärken eines jeden Kindes zu erkennen und darüber das Selbstvertrauen zu fördern, und mittels des Aufbaus von eigenen Lernstrategien zu besseren Leistungen zu kommen. Die Würdigung und Präsentation hervorragender Leistungen ist Teil des täglichen Schullebens, ermutigt Kinder und steigert ihr Selbstwertgefühl. | ||||||||||
| Unterrichtsqualität | ||||||||||
| Alters- und entwicklungsspezifische Hinführung des Kindes zur Selbstorganisation, zur wirklichen Selbsttätigkeit, zur Konzentrationsfähigkeit, zur Leistungsbereitschaft, zur Verantwortung für das eigene Lernen und zur Freude daran, sind die Ziele der Schule. Dabei nutzen wir bewusst die Stärken eines selbstorganisierten Lernens aus. Der Unterricht ist so organisiert, dass der Lehrer/die Lehrerin zunehmend die Rolle eines Moderators übernimmt. | ||||||||||
| Schwerpunkt: Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation | ||||||||||
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| Schwerpunkt: Sport und Bewegung | ||||||||||
| Neben dem regulären Sport und Schwimmunterricht gibt es zahlreiche Aktivitäten innerhalb und außerhalb der Schule. Schultriathlon, Fußballturniere, Vahrer Seenlauf, Bultenseecrosslauf, Sportabzeichen uvm. | ||||||||||
| Schwerpunkt: Künstlerisch/ästhetische Erziehung | ||||||||||
| Beteiligung an außerschulischen Projekten und vielerlei künstlerische Aktivitäten, die sich in der Gestaltung der Schule widerspiegeln. | ||||||||||
| Schule ohne Noten | ||||||||||
| Seit vielen Jahren werden in der Schule Andernacher Straße keine Noten gegeben. Eltern und Kolleginnen und Kollegen haben schon lange die Problematik dieser Art von Leistungsrückmeldung erkannt und die Konsequenzen daraus gezogen. Das zentrale Instrument für die Rückmeldung des Leistungsstandes der Kinder und der schulischen Entwicklung sind aber, neben ständigen individuellen Kontakten, die 2 x jährlich stattfindenden Elternsprechtage an denen in vielen Fällen auch die Kinder teilnehmen. Die Sprechtage werden zu fast 100% von den Eltern wahrgenommen. Umgang mit Vielfalt | ||||||||||
| Wertschätzung | ||||||||||
| Die Eltern der meisten unserer Kinder sind arm und haben kaum Chancen, eine Arbeit zu bekommen. Sie erleben täglich, dass sie ausgeschlossen sind von zahlreichen Angeboten und Annehmlichkeiten unserer Gesellschaft, sie erfahren, dass sie von dieser Gesellschaft nicht gebraucht werden, dass sie nichts wert sind. Die Kinder erfahren es selbst und sehen es an ihren Eltern. Wir steuern dagegen, wir zeigen den Kindern und wir lassen sie erleben, dass Sie uns etwas Wert sind und dass sie stolz sein können auf das, was sie in der Schule und darüber hinaus leisten und schaffen. (Schulrituale und Projekte bilden das ab) | ||||||||||
| Respekt | ||||||||||
| Jeder Mensch verdient Respekt. Lehrerinnen und Lehrer, pädagogische Fachkräfte, alle weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule, Eltern und Kinder untereinander und miteinander in gleicher Weise. Die Erwachsenen leben den Kindern das in ihrer Vorbildfunktion vor. Grundsätzlich gilt, dass wir von den Kindern nichts erwarten, was wir nicht auch selbst bereit sind, ihnen aktiv vorzuleben. Das gilt für Respekt im Umgang miteinander gleichermaßen wie für Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Zusammenarbeit im Team usw. Das Gesamtkonzept der Schule basiert auf der Nutzung von Vielfalt und Heterogenität für ein reichhaltiges und vielfältiges Leben und Lernen miteinander. Wir nutzen die Vielfalt um die sozialen Kompetenzen (z. B. MUS-E), die Selbständigkeit (z. B. WIW-Zeit), das Selbstwertgefühl (z. B. Der gute Stuhl), Talente und Stärken (z. B. Atelierarbeit) der Kinder zu entwickeln. Auf regelmäßigen Kinderversammlungen werden Arbeitsergebnisse wertschätzend präsentiert, das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt und die Identifikation mit der Schule gefördert. Projekte, die Migration im Focus haben sind das Rucksackprojekt und verschiedene Angebote in muttersprachlichem Unterricht. Vorbereitungskurse zur Eingliederung von Kindern mit Migrationshintergrund mit keinen oder sehr geringen Sprachkenntnissen. | ||||||||||
| Teamstruktur | ||||||||||
| Für Teamarbeit und Schulentwicklung gibt es feste Zeitroutinen, die einen guten Austausch, das gemeinsame Lösen der täglichen gemeinsamen Aufgaben des Schulbetriebes und die konsequente Weiterentwicklung des Schulkonzeptes und dessen Evaluation sowie die Entwicklung der Unterrichtsqualität gewährleisten. Die kleinste Einheit der Teamstruktur der Schule ist das Klassenteam, bestehend aus einer Lehrkraft und einer pädagogischen Fachkraft. Diesem Team ist jeweils eine Person aus dem Förderteam zugeordnet. Es trägt die Verantwortung für die Klasse und für die Entwicklung jedes einzelnen Kindes über den ganzen Tag und für die gesamte Grundschulzeit. Die Jahrgänge treffen sich in Jahrgangsteams. Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Förderkolleginnen und Kollegen organisieren gemeinsam Aktivitäten des Jahrgangs und gemeinsame Projekte. Im Förderteam (St. Petri Kinder- und Jugendhilfe und Förderzentrum Ellenerbrokweg) wird regelmäßig über die integrative Förderarbeit mit Kindern und die Hilfen für die Familien beraten. Das Fördergremium koordiniert regelmäßig mit dem Amt für Soziale Dienste, mit dem Gesundheitsamt, dem Förderteam der Schule und der Schulleitung präventive und aktuelle Maßnahmen für Kinder und Familien. | ||||||||||