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| 16.05.2006 Übungen zum sozialen Lernen in der Schule | ||||||
| Ingrid Emmenecker | ![]() | |||||||||||||||||||||
| Einen Beitrag zum lernförderlichen Klima bildet der Einsatz von sozialen Lernprogrammen. Vorraussetzung sollte sein, dass kontinuierlich wenigstens einmal pro Woche dafür eine Unterrichtsstunde angesetzt wird. | ||||||||||||||||||||||
| Übung Was ich schon immer einmal von dir wissen wollte ... | ||||||||||||||||||||||
| Übungsziel: Miteinander Kontakt aufnehmen, etwas voneinander erfahren, Unterschiede erkennen und respektieren, über Unterschiede sprechen. Übungsbeschreibung: Zwei Kinder stellen sich gegenseitig Fragen, z. B. zur Schule: Welches Fach gefällt dir besonders? Welches nicht? Viel Spaß macht es den Kindern, danach in die Rolle der Gesprächspartnerin zu schlüpfen, um dann in der Ich-Form zu berichten. Auswertung: Habe ich gut zugehört? Habe ich das erwähnt, was dem Partner/der Partnerin wichtig war? Was habe ich erfahren? |
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| Übung Das finde ich an mir gut | ||||||||||||||||||||||
| Übungsziel: Über sich etwas Positives sagen, das das Selbstwertgefühl stärkt. Übungsbeschreibung: Die SchülerInnen gehen zur ruhigen Musik durch den Raum. Wird die Musik abgestellt, bleiben sie stehen und sagen dem Gegenüber den positiven Ich-Satz, z. B. „Ich helfe gerne bei den Aufgaben.“ Dann gehen sie weiter, wiederholen diesen Satz 4 bis 5 Mal, je nach Stimmung. Niemand sollte gezwungen werden, an der Übung teilzunehmen. Auswertung: Wie habe ich mich gefühlt? War es angenehm oder unangenehm, Positives über sich zu sagen? Warum ist es wichtig, positiv über sich sprechen zu können? | ||||||||||||||||||||||
| Übung Feedback für den Lehrer/die Lehrerin | ||||||||||||||||||||||
| Übungsziel: Erleichterung für die Lehrkraft, zu wissen, wie sie von SchülerInnen wahrgenommen wird und welche Reaktionen das Verhalten in der Klasse auslöst. Übungsbeschreibung: Schreibt bitte folgende Sätze zu Ende: Ich freue mich, wenn Sie ... Ich mag nicht, wenn Sie ... Ich möchte, dass Sie ... Die Satzanfänge an die Tafel schreiben, sodass sie als Überschriften für drei Kolumnen dienen können, in denen später die Antworten notiert werden. Auswertung: Wie hat mir das Spiel gefallen? Wie habe ich mich dabei gefühlt? Was meint ihr, wie ich dabei fühle? Haben solche Rückmeldungen Vorteile für Euch, für mich? | ||||||||||||||||||||||
| Übung Stimme und Körpersprache | ||||||||||||||||||||||
| Übungsziel: Auf widersprüchliche Signale aufmerksam werden. Übungsbeschreibung: Wir verständigen uns nicht nur durch Sprache, sondern auch durch den Gesichtsausdruck, die Stimme, durch Gesten ... Demonstration: Ich sage einem Kind mit freundlicher Haltung, dann mit zusammengebissenen Lippen und finsterem Gesichtsausdruck: „Ich habe dich gern.“ Sendet euch nun gegenseitig, zu zweit, widersprüchliche Signale. Auswertung: Wie hat mir das Experiment gefallen? Was habe ich gelernt? Bei wem und bei welchen Gelegenheiten habe ich in der Klasse widersprüchliche Erfahrungen gemacht? Sende ich selbst solche Signale? Wie fühle ich mich jetzt? | ||||||||||||||||||||||
| Übung Eine Geschichte gemeinsam erzählen | ||||||||||||||||||||||
| Übungsziel: Alle können ihre Fantasie benutzen und sich von den Beiträgen der anderen inspirieren lassen. Übungsbeschreibung: Die SchülerInnen sitzen im Kreis. Der Lehrer/die Lehrerin beginnt eine Geschichte zu erzählen, z. B.: „Es war einmal ein Mädchen, das den ganzen Tag nichts anderes tat, als spinnen und weben ...“ Ein Softball wird geworfen, die Geschichte wird weiter erzählt., wieder weitergeworfen ... Der Ball macht das Erzählen lebendig, die Gruppe führt neue Personen in die Geschichte ein, begleitet die Charaktere durch Konflikte, stellt sie auf die Probe und sorgt dafür, dass alles zu einem guten Ende kommt. Das Spiel kann natürlich auch die Vorbereitung auf schriftliches Erzählen sein. Auswertung: Wie hat mir das Spiel gefallen? Nahm die Geschichte eine Wendung, die Du wolltest/nicht wolltest? Gefällt Dir der Schluss? | ||||||||||||||||||||||
| Übung Vertrauen | ||||||||||||||||||||||
| Übungsziel: Sich auf den anderen einlassen, sich führen lassen, wahrnehmen, langsam sein, leise sein. Übungsbeschreibung: Die halbe Gruppe steht mit geschlossenen Augen in einem Teil des Raumes. Sobald leise Musik (Meditationsmusik, Klassische Musik) erklingt, geht die andere Gruppe sehr leise zu den Wartenden und führt jeweils einen Schüler/eine Schülerin vorsichtig durch den Raum. Die Führung kann zwei, drei Mal an andere abgegeben werden. Sobald die Musik abgestellt wird, werden die, die geführt wurden, im Raum „abgestellt“. Erst nach der Bitte, die Augen, zu öffnen, können Vermutungen ausgesprochen werden, von wem sie geführt wurden. Danach wird gewechselt. Auswertung: Wann fühlte ich mich sicher? Wann unsicher? Wurde ich lieber geführt oder habe ich lieber die Führung übernommen? | ||||||||||||||||||||||
| Literatur zum Thema: | ||||||||||||||||||||||
| Klaus Vopel (iskopress): Interaktionsspiele für Kinder, Band 1 bis 4 Kinder ohne Stress, Band 1 bis 4 Teamfähig werden, Band 1 bis 2 Almuth Bartl (Cornelsen): Kleine Stille zwischendurch V. Merz (Kösel): Übungen zur Achtsamkeit (Zen) Rüdiger Machwitz (Kösel): Hellwach und entspannt | ||||||||||||||||||||||