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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ Maerz/April 2007 16.03.2007 Ticken Jungen anders? | ||||||
| 16.03.2007 Ticken Jungen anders? | ||||||
| von Hilke Emig | ![]() | |||||||||
| Ausgangspunkt war „die Jungenfrage“. Was ist bloß mit den Jungen los? Das fragen sich nicht erst seit den letzten weithin bekannt gewordenen Gewalttaten von Schülern alle, die irgendwie mit Erziehung und Bildung zu tun haben. Auch schon vorher wussten Lehrerinnen und Lehrer ein Lied zu singen von schwierigen, renitenten, lustlosen, frechen, ausflippenden Jungen, mit denen Unterricht zu machen einfach schwierig ist. Dann kamen die PISA- und andere Untersuchungen und zeigten Jungen in Deutschland als die neuen Verlierer des Bildungssystems. „Jungen lesen so gern wie sich Samstagabends mit Freunden zum Sticken zu treffen“ wurde zu einem beliebten Spruch / zum geflügelten Wort. Dass ihre Leseunlust den Jungen erhebliche lebenslange Nachteile einbringt, war klar. Aber warum ist die geringe Sozialkompetenz und Kommunikationskompetenz von Jungen über den privaten Bereich hinaus wichtig? Über der Jungenfrage wurde zunächst einmal übersehen, dass Mädchen trotz insgesamt besserer Leistungen erhebliche Nachteile in einigen Fächern haben und dass sich das Bild der besser dastehenden Mädchen nach der Schule völlig verändert. Bei alldem wurde wieder einmal nicht „die Systemfrage“ gestellt: Hat unsere Organisation von Gesellschaft und von Bildung etwas mit der Ausprägung oder Verfestigung von Geschlechterrollen und –benachteiligungen zu tun? Haben Lehrerinnen und Lehrer, die Organisation von Unterricht, die Inhalte, die Methoden, das Schulleben / Schulprofil einen Anteil an der Entwicklung und Ausprägung von Interessen, Desinteressen, Kompetenzen / Fähigkeiten? Wird die Schule den Jungen –und den Mädchen- nicht gerecht? Diesen und anderen Fragen wollen wir im Folgenden nachgehen. Eine ganze Menge wichtiger Themen und Fragen müssen wir auslassen: So die für beide Geschlechter so unterschiedlichen Hintergründe im schwierigen Prozess der Lebensplanung und Berufsorientierung von Mädchen Jungen. Aber wie Schule auch geschlechterbewusst gestaltet werden kann, soll an einem Beispiel –Schulprogramm- gezeigt werden. Wir wünschen uns natürlich, dass „Koedukation X – ungelöst“ einen Anstoß zur Reflexion der erlebten Praxis und zur Lust auf Veränderung gibt! |
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