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27.10.2004 Stellungsnahme des GEW-Gewerkschaftstags zur Verfügung 59/2004(Jahresplanung und Schulprogramm)

Bildungseinrichtungen müssen immer wieder neue Antworten finden, welche Wege und Ziele in der Bildung von Kindern und Jugendlichen verfolgt werden sollen. Dies orientiert sich zum einen an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, zum anderen an den sich ständig verändernden gesellschaftlichen Bedingungen.
Die GEW versteht die Schule als demokratisches System. Zielvorstellungen und Entwicklungen sollten von allen Beteiligten und Gremien beraten und verabschiedet werden. Schulentwicklung ist ein fortlaufender Prozess. Wenn man ihn ernst nimmt, ist er sehr umfangreich und bedarf einer qualifizierten Begleitung.
Die Erstellung von Schulprogrammen kann ein wichtiger Beitrag zur Schulentwicklung sein.
Die Verordnung der Behörde zur Erstellung einer Jahrsplanung als einem ersten Schritt zur Entwicklung eines Schulprogramms ist unter den genannten Kriterien der Prozessorientierung, des Umfangs und der Qualität der zu erbringenden Arbeitsleistungen und der notwendigen Unterstützungen zu bewerten. Dabei gilt: Eine sinnvolle Schulentwicklung ist als Abfolge von Zielentwicklungen, deren Überprüfung und ggf. Veränderung im Entwicklungsprozess anzusehen. Dazu bedarf es motivierter KollegInnen, die dafür Zeit und Denkkapazitäten haben.

Das Haupthindernis einer erfolgversprechenden Schulentwicklung (auch als der Erstellung einer Jahresplanung) besteht in Bremen und Bremerhaven in einer zunehmenden Belastung der KollegInnen, die in verschiedensten Maßnahmen der Arbeitszeitverlängerung und -verdichtung der letzten Jahre ihre Ursachen hat.

Die dahinter stehende Philosophie weist die GEW in aller Entschiedenheit zurück: Es ist ein Irrtum, dass man als Arbeitgeber nur den Druck auf das Personal erhöhen muss und dann wird die Schule besser. Es ist ebenfalls wenig hilfreich, wenn die Behörde Vorgaben derart eng definiert, dass es nicht zu einer spannenden Vielfalt von Ideen zur Weiterentwicklung von Schulen kommen wird, sondern zu richtliniengetreuen Aufgabenbeschreibungen.

Eine Jahresplanung (als erstem Schritt zum Schulprogramm) setzt sich zunächst einmal mit grundlegenden Fragestellungen auseinander:
Wo soll unsere Schule in 10 Jahren stehen? Welche personellen Ressourcen, welche Räume, welche Materialien etc. stehen zur Verfügung? Was ist wirklich leistbar unter den bestehenden Bedingungen? In welchen Bereichen muss (oft leider trotz pädagogischer Notwendigkeit) gesagt werden:
Das schaffen wir nicht mehr!

So wird eine realistische Planung möglich und es kann auch ein Signal an Politik und Behörde gesandt werden.

Nur durch eine Betrachtung aller Arbeitsaufgaben von Kollegien, bei denen durch weniger Unterrichtsverpflichtung Kapazitäten für eine konzeptionelle und kooperative Schulentwicklung geschaffen werden, wird es an den Schulen zu nachhaltigen Veränderungen kommen.