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Pfad zur Seite:Startseite - Publikationen - BLZ - BLZ Archiv - BLZ Juli/August 2009 - 16.08.2009 Spurensuche in Schwanewede

16.08.2009 Spurensuche in Schwanewede

von Herbert Scholz
(GEW-SeniorInnen-Gruppe)
Die Arbeitsgemeinschaft Seniorinnen und Senioren der Bremer GEW besuchte im Juni die Gedenkstätte "Baracke Wilhelmine" in Schwanewede-Neuenkirchen. Harald Grote, der Leiter der Gedenkstätte führte uns kompetent durch die Ausstellung. Es war ein Gang durch die regionale Geschichte vor den Toren Bremens, der sich noch lange im Gedächtnis der Beteiligten festhalten wird. Befand man sich doch auf dem Gelände, das 1938/39 mit 30 Baracken (unter ihnen auch die „Wilhelmine“) als Tanklager der Marine entstand, auf dem 1943 aber auch das KZ-Außenlagers Neuengamme errichtet wurde.

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Hier wurden Häftlinge und Fremdarbeiter untergebracht, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges beim Bau des U-Boot-Bunkers „Valentin“ in Bremen-Farge eingesetzt wurden. Hier mußten sie unter unmenschlichen Verhältnissen arbeiten und leben und hier starben sie auch nach dem menschenverachtenden Motto des NS-Regimes: „Vernichtung durch Arbeit“.
1945 wurde aus dem Marinelager ein Marinehospital, das 1947 der „Inneren Mission“ als Evangelisches Hospital Neuenkirchen übertragen wurde. 1962 zog das Hospital nach Lilienthal um und die Bundeswehr übernahm das Gelände. Nach Abzug der Bundeswehr übernahm die Gemeinde Schwanewede die Baracke Wilhelmine und überließ sie den Heimatfreunden Neuenkirchen zum Aufbau und zur Nutzung einer Gedenkstätte als Dokumentations- und Lernort. Auf ca. 600 Quadratmetern erfahren Besucher anhand von Fotos, Filmen, Originaldokumenten und vielen anderen authentischen Ausstellungsstücken die gesamte Geschichte dieses Areals.
Eine Sonderausstellung widmet sich dem Thema „Lebensborn – Ideologie, Mythos, Spuren“. Zur NS-Geschichte in Schwanewede gehört nämlich auch, dass von 1938 – 1945 das ehemalige Herrenhaus der Familie Lahusen in Löhnhorst von den Nazis als Lebensborn-Heim „Friesland“ genutzt wurde. Es ist die erste Dauerausstellung in Deutschland, die über den Hintergrund dieser SS-Organisation aufklärt. Anschaulich werden die rassenideologischen Vorstellung der SS dargestellt: Menschen züchten für eine menschenverachtende Ideologie. Zum Schicksal der Lebensborn-Kinder gehört auch deren Suche nach ihren Wurzeln. Auch das wird dokumentiert – von Betroffenen, die nach Schwanewede kamen und die Gedenkstätte besuchten.
Diese Vielfalt der Ausstellung hat uns sehr beeindruckt, war die einhellige Meinung der GEW-Seniorinnen und Senioren. Sie ist ohne Zweifel auch ein hautnaher Anschauungsunterricht für Schülerinnen und Schüler. Bremer Lehrerinnen und Lehrer können sich mit ihren Schülerinnen und Schülern zu einem Besuch anmelden bei Harald Grote, Tel.: + 49 1627931338 oder Mail: harald-grote [at] nord-com.net

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