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Aktuelles Aktuelle Infos Infoarchiv 2005 01.07.2005 SchülerInnenzahlen sind nur vorgesch... | ||||||
| 01.07.2005 SchülerInnenzahlen sind nur vorgeschoben: | ||||||
| Schulverkäufe sollen Haushaltslöcher stopfen! Das neue „Schulstandort-konzept“ wirft seinen Schatten voraus. Nach mehrmaliger Verschiebung soll es am 7. Juli in der Bil-dungsdeputation vorgelegt werden. | ![]() | |||||||||||||
| Dem SZ Graubündener Str. wurde schon zum Jahresbeginn die Schließung angekündigt. Auch das SZ Otto-Braun-Str. steht offensichtlich auf der Streichungsliste. Schulaufsichtsbeamte streuen z.Zt. Informationen über weitere geplante Schließungen. Die Elternschaft der Grundschule Osterhop hat eine erste Protestaktion durchgeführt. Seit Monaten wird die Öffentlichkeit langsam an den Gedanken von Schulschließungen gewöhnt. Im Januar teilte die Bildungsbehörde der Presse mit, die SchülerInnenzahl an den allgemeinbildenden Schulen habe sich von 1976/77 bis 2002/03 fast halbiert (W.K. v. 22.1.05). Mit solchen Meldungen soll der Eindruck erweckt werden, die demographische Entwicklung lasse keine andere Wahl. Dieses Vorgehen erfüllt den Tatbestand der Manipulation. Statistisch ist die Aussage „vor 30 Jahren hatten wir doppelt so viele SchülerInnen wie heute“ etwa genauso aussagekräftig wie „in 100 Jahren sind wir alle tot“. Sie hat für die Standortplanung der nächsten 10 Jahre keine Aussagekraft. Die Entwicklung der SchülerInnenzahl Die letzte von der Bildungsbehörde veröffentlichte Darstellung sieht folgendermaßen aus: |
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| Dieser Überblick zeigt, dass die Entwicklung der nächsten 10 Jahre mit dem Rückgang in den 80er Jahren nicht zu vergleichen ist. Damals sank die Zahl in einem Jahrzehnt um über 30%. Unter Senator Horst-Werner Franke wurden 1984-1990 ca. 20 Schulgebäude aufgegeben (1). In die meisten zogen andere öffentliche Einrichtungen ein. Seit Ende der 80er Jahre ist die SchülerInnenzahl stabil und wird im nächsten Jahrzehnt auch nur ganz langsam sinken. In zehn Jahren werden wir immer noch mehr GrundschülerInnen haben als in der zweiten Hälfte der 80er Jahre. Auch die Gesamtzahl wird dann immer noch bei 90% des heutigen Bestandes liegen. Der gesamte Schulraum wird gebraucht Aus 10% SchülerInnenrück-gang in 10 Jahren lässt sich kein Schulschließungsprogramm begründen. Insbesondere dann nicht, wenn man die Absichtserklärungen des Senators für Bildung ernst nimmt: Individualisierung und Differenzierung des Unterrichts: Unsere heutigen Schulgebäude sind oft nur auf Frontalunterricht im Klassen-raum ausgerichtet. Eine Umstellung auf offene Lernformen ist unter den jetzigen räumlichen Verhältnissen extrem behindert. Gruppenräume, Platz für Lernstationen, für Leseclubs, | für sozialpädagogische Betreuung parallel zum Unterricht erhöhen den Platzbedarf um mindestens 10%, meist sogar um mehr. Ausbau von Schulen zu Ganztagsschulen: Auch diese Ankündigung erhöht den Raumbedarf. Ohne Essensräume, Rückzugsmöglichkeiten für Kleingruppen, Lehrerarbeitsplätze etc. werden sie nicht funktionieren. Verlegung des Horts in die Schule: Auch diese von der Koalition geplante Maßnahme würde den Platzbedarf erhöhen. Bedarfsschwankungen durch die Abschaffung der Schulbezirke: Die GEW hält die integrierte Stadtteilschule, in die alle Jugendlichen eines Stadtteils gemeinsam gehen und in der sie differenziert gefördert werden, vor dem Hintergrund der internationalen Erfahrungen für die zukunftsfähigste Schulform. Die Koalitionspolitik weist in die entgegengesetzte Richtung: Wiedereinführung des Gymnasiums ab Klasse 5 und „freie Schulwahl“ sind ihre Prioritätensetzungen. Erst langsam beginnen die Koalitionspolitiker zu merken, dass die Abschaffung der Schulbezirke enorme Schwankungen des Raumbedarfs nach sich zieht. Innerhalb weniger Jahre sind einzelne Schulen halb leer oder überfüllt. Hohe Kosten für Anbauten oder Umzüge sind vorprogrammiert. | |||||||||||||
| Bedarfsschwankungen durch innerstädtische Mobilität und Zuwanderung: In jeder Großstadt gibt es „junge“ und „alte“ Stadtteile. Häufig kehren sich die Verhältnisse in 20-30 Jahren um. In Stadtteilen mit hoher Problemkonzentration werden Sozialwohnungen abgerissen (z.B. Tenever), gleichzeitig wurden und werden neue Wohngebiete gebaut (z.B. Weidedamm, Borgfeld). Die Gebäude dürfen nicht verkauft werden Aus all den genannten Faktoren folgt, dass ein Verkauf von Schulgebäuden völlig verfehlt wäre. Angesichts der Bedarfsentwicklung ist es in einigen Jahren in Einzelfällen möglicherweise sinnvoll, Schulgebäude zeitweilig für andere öffentliche Zwecke zu nutzen. Wie sinnvoll und notwendig es häufig ist, die Gebäude weiter vorzuhalten, zeigt die Zahl der Schulen, die schon einmal geschlossen oder zur Schließung vorgesehen waren und anschließend wieder dringend gebraucht wurden. Hierzu gehören u.a.: Schmidtstr. (Altbau), Berufsbildungszentrum, Hemelinger Str. (Gesamtschule Mitte), Leibnizplatz, Schule Kattenturm, Parsevalstr. (Altbau), Am Weidedamm. Ein Beispiel für die Purzelbaume der Standortplanung der Bildungsbehörde ist auch die Wilhelm-Kaisen-Schule: Noch vor 6 Jahren sollte der Standort Huckelriede geschlossen werden, jetzt sollen Kornstr. und Gottfried-Menken-Str. dorthin umziehen und deren Gebäude aufgegeben werden. Schulraumsanierung durch Gebäudeverkäufe ? Der Bremer Schulraum befand sich Mitte der 90er Jahre in einem ruinösen Zustand. Seit den ersten Kürzungsbeschlüssen von 1983 hatten für die Instandhaltung der über 150 Gebäude jährlich nur 8 bis 10 Mio. DM zur Verfügung gestanden. Der Sanierungsstau war riesig. Seit 1996 wurden dann unter Bildungssenatorin Bringfriede Kahrs aus dem „Stadtreparaturfonds“ jährlich ca. 15 Mio. DM zur Verfügung gestellt. Diese Summe wurde unter Bildungssenator Willi Lemke auf ca. 30 Mio. DM bzw. 15 Mio. Euro im Jahr aufgestockt. Selbst mit dieser Summe kann der Sanierungsstau nur langsam aufgelöst werden. Von Beginn an skandalös war aber die Absicht, die Sanierungsgelder aus Schulverkäufen wieder hereinzuholen. Schon im September 1998 wurde der Bildungsdeputation mitgeteilt: „Die Refinanzierung dieser Beträge soll aus Verkaufserlösen erbracht werden.“ (Deputationsvorlage G 248, S, 2) Seit dieser Zeit wird Druck auf die Bildungsbehörde ausgeübt, Schulen zu räumen und zu verkaufen. Offensichtlich meint der Senator für Bildung jetzt, diesem Druck nachgeben zu müssen. ![]() Anmerkung 1: 1984 plante Bildungssenator Horst-Werner Franke 32 Gebäudeaufgaben: Brommyplatz, Ammersfoorter Str., Hillmannplatz, Schmidtstr. (Altbau), Elisabethstr., Schleswiger Str., Elsflether Str., Helgenstr., Berufsbildungszentrum Block A, B und D, Kattenturmer Heerstr., Wilhelm-Leuschner-Str., Vegesacker Str., Bokellandsweg, Oslebshauser Park (Altbau), Fichtenhof, Vegesacker Heerstr., Hemelinger Str., Parsevalstr. (Altbau), Heisterbusch, Fröbelstr., Heidbleck, Dechanatstr., Weidedamm, Fresenbergstr., Kattenturm, Leibnizplatz, Am Barkhof, Sebaldsbrücker Heerstr. (Zit. n. Der Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst: Die Schulen der Stadtgemeinde Bremen im Übergang zu den 90er Jahren, Bremen im Juni 1984, S. 29-30) Über ¼ der Gebäude muss inzwischen wieder als Schulraum genutzt werden, da der Plan erhebliche Fehlberechnungen enthielt. GEW Bremen, Löningstr. 35, 28195 Bremen, Tel. 337640, email V.i.S.d.P.:J. Burger | ||||||||||||||