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16.07.2008 Schatzsuche - „Nur ein Traum ?“

von Thorsten Maaß
Förderzentrum Fritz-Reuter-Schule (Standort Surheider Schule)-Bremerhaven
„In einem Land- nicht weit vom Meer- gab es eine Stadt mit vielen glücklichen Kindern. Sie hatten Spaß miteinander, spielten und freuten sich an den schönen Dingen des Lebens.

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Eines Tages nahmen die Eltern ihren Sohn Dennis beiseite: „Hör zu- mein Schatz- in ein paar Tagen beginnt für Dich eine neue Zeit- der „Ernst des Lebens“. In der Schule wirst Du viele nette Menschen treffen, wir wünschen Dir viel Glück und vor allem Erfolg!“ So verging ein wunderschöner Sommer und Dennis freute sich schon sehr- auf die Schulzeit.
Er kam in die neue Schule und staunte- dort waren viele nette Kinder und Erwachsene, die nannten sich „Schatzsucher“. Tag um Tag ging vorbei und Dennis verlebte eine sehr glückliche Zeit: er entdeckte die Welt, lernte Lesen und Schreiben, gewann viele neue Freunde und suchte mit den anderen Erwachsenen nach den Schätzen dieser Erde. Jeder suchte nach einem anderen Schatz und wenn sie den einen nicht entdecken konnten, so fanden sie einen anderen, der noch viel größer und faszinierender war.
Doch eines Tages bemerkte Dennis, dass seine Augen immer schlechter wurden. Er konnte seine Umgebung kaum noch erkennen und selbst seine Freunde entdeckte er nur nach langem Suchen.
„Was ist los mit Dir?“, fragte der Oberschätzer der Schule. „Ich kann kaum noch sehen“, stammelte Dennis ganz leise. Der Oberschätzer machte eine lange Pause: „Schlecht zu sehen, das ist ein Problem- aber für jedes Problem gibt es auch eine Lösung!“. Er dachte lange nach, rief die Unterschätzer zu sich, beriet lange und machte dann folgenden Vorschlag: „Erstmal gehen wir zum Kinderarzt Augenschein und werden Dir eine neue Brille besorgen. Wenn die nicht hilft, müssen wir nach neuen Schätzen suchen, mit denen Du die Welt anders und neu erschließen kannst!“

Dennis beruhigte sich und fasste all seinen Mut zusammen. Die neue Brille konnte ihm leider nicht viel helfen, aber er entwickelte sich trotzdem sehr gut weiter, entdeckte neue Wege und wurde so der Nachfolger des Oberschätzers mit den Worten: „Schätze verlieren ist leicht. Wir aber müssen uns auf die Suche begeben, jeden Tag neue Schätze zu finden und die alten schätzen zu lernen- darin liegt unsere Zukunft!“.“
Ich machte die Augen auf und schreckte hoch- im Klassenraum einer Schule. Neben mir arbeitete der Kollege des Förderzentrums in einer Kleingruppe von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. „Was ist los“, fragte er mich. „Ich hatte gerade Angst, alle Schätze verloren zu haben,“ antwortete ich. „Wo sind hier Schätze?“, fragte er mich erstaunt und fragend an: “Hast Du geträumt?“
„Das Förderzentrum und die allgemeine Schule sollen in enger Zusammenarbeit auf die Eingliederung ihrer Schülerinnen und Schüler in die allgemeine Schule hinwirken.“, steht im §22 (Absatz 3) des Bremischen Schulgesetzes. Ist das auch nur ein schöner, völlig realitätsfremder Traum? Natürlich gibt es 1000000000…. Gründe, warum dieser Traum nicht umgesetzt werden kann (und viele davon treffen leider auch zu). Aber lohnt es sich nicht immer wieder, nach Schätzen zu suchen- bei den Kindern, bei den KollegInnen, bei den Eltern, bei sich selbst und bei der Suche nach integrativer Förderarbeit?

Unser Ziel sollte es bleiben, die Kinder zu stärken und in der Regelschule zu behalten (über 8% Jugendliche in Bremerhaven mit dem Bildungsgang für Lernbehinderte sind unerträglich und nicht zu akzeptieren!)- nach ihren individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu fördern und nicht abzuschätzen und auszusortieren. Und dieses Ziel sollten wir nicht aus dem Auge verlieren!
Ich erinnere mich an eine Hospitation in einer Hamburger Integrativen Regelschule Anfang des Jahres zurück, als eine Grundschulkollegin (an einem „Sozialen Brennpunkt“) mich auf die Frage, wie viel Stunden Förderung bei dem Kind denn von der Sonderpädagogin geleistet würden, nur fragend ansah und sagte „Bei uns fördern hier alle im Team!“


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