zur Startseite
Pfad zur Seite:Startseite - Publikationen - BLZ - BLZ Archiv - BLZ November 2006 - 16.11.2006 Qualitätsentwicklung in den Aus- und...

16.11.2006 Qualitätsentwicklung in den Aus- und Fortbildung

Interview mit Wiltrud Sossna (Gesamtpersonalrat, verdi)
Was hat die PISA-Diskussion für die Aus- und Fortbildung von ErzieherInnen gebracht?

Es wurde viel über die ErzieherInnenausbildung diskutiert, u.a. wurden neue Studiengänge entwickelt. Dabei ist unklar, ob die Einheit von Bildung, Erziehung und Betreuung berücksichtigt wird. Gleichzeitig wurde in der bisherigen ErzieherInnenausbildung das Anerkennungsjahr in Frage gestellt. Ich glaube nicht, dass das richtig durchdacht war.
Eine andere Maßnahme finde ich sehr begrüßenswert: Mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds besuchen 400 KollegInnen ein Jahr lang einmal in der Woche eine Fortbildung – innerhalb ihrer Arbeitszeit, mit Dienstbefreuung und Vertretungsstunden. Davon profitieren die KollegInnen. Dies muss weiter fortgesetzt werden.
Gleichzeitig gibt es die Sozialassistenten-Ausbildung. Viele Arbeitslose – insbesondere Frauen ohne abgeschlossene Ausbildung, z.B. wegen der Kindererziehungszeit – kommen dort erstmals wieder in Beschäftigung. Wichtig ist, dass sie nicht bedarfsdeckend eingesetzt werden und wirklich eine Ausbildung erhalten – darauf haben wir immer geachtet. Diese Ausbildung findet zum Teil in den Kitas statt (und wir sind ein dafür geeigneter Ausbildungsbetrieb). Anschließende Beschäftigung können diese Sozialassistenten aber nur in Kindergruppen oder in Niedersachsen finden.
Für uns ist die Frage, dass die Sozialassistenten sich anschließend zu ErzieherInnen weiterqualifizieren können. Das wäre eine richtige Perspektive.

 InterviewSossna.pdf
 Vollständiger Artikel
zum Downloaden

Wie sieht du die Perspektiven der Ausbildung von ErzieherInnen?

Also in Bezug auf die Ausbildung muss man ganz genau hinsehen, welche Auswirkungen welche Maßnahmen haben. Beim jetzigen Stand der Ausbildung haben wir ein ziemlich gutes Betreuungssystem, das sehr eng an der Praxis zusammen mit den PraktikantInnen die Arbeit reflektiert. Außerdem erhalten die PraktikantInnen ein tariflich festgelegtes Entgelt. Wenn das wegfiele, bekämen sie nur noch Schüler-Bafög oder gar nichts. Das einjährige Praktikum ist ein Schonraum, in dem man sehr viel ausprobieren kann und in dem man die Entwicklung von Kindern über einen langen Zeitraum verfolgt. Das ist in kurzen Praktika gar nicht zu leisten. Auch die Teamarbeit bekommt man nur in längeren Praxisphasen genauer mit.
Richtig ist, dass man sich über eine höhere Qualität der Ausbildung Gedanken machen muss. Das darf sich aber nicht nur auf den Bildungsaspekt beziehen, Erziehung und Betreuung müssen dabei mit berücksichtigt werden. Das gilt auch bei der Entwicklung neuer Studiengänge. Und bei einem Studium muss natürlich auch überlegt werden, wie die anschließende Bezahlung verbessert werden kann. Eine vier- bis fünfjährige Ausbildung mit einem anschließenden ErzieherInnengehalt kann nicht akzeptiert werden. Eine Ausbildung auf Fachhochschulniveau muss auch zu einer entsprechenden Eingruppierung führen.
Ein weiterer Aus- und Fortbildungsbedarf ergibt sich aus der stärkeren Einbeziehung der 0-3Jährigen und der veränderten Hortarbeit.

Das Interview führte Jürgen Burger

SucheHilfeEmailSitemap
Suche,Hilfe,Email,Sitemap