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05.12.2006 Praktika dürfen nicht länger reguläre Stellen ersetzen

DGB Bundesvorstand, Abteilung Jugend fordert, Praktika und ähnliche Lernverhältnisse per Gesetz eindeutig von Arbeitsverhältnissen abzugegrenzen...
Ende Oktober haben die DGB-Jugend und der Verein fairwork eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, in der sie dazu auffordern, dass Praktika und ähnliche Lernverhältnisse per Gesetz eindeutig von Arbeitsverhältnissen abgegrenzt werden müssen, damit sie keine regulären Stellen ersetzen. Außerdem fordern sie, dass Praktika zukünftig auf drei Monate begrenzt und mit mindestens 300 Euro pro Monat vergütet werden.

Die Petition kann online unterzeichnet werden.
Die Frist für die Unterzeichung läuft bis zum 9. Januar 2007.

Link zur Petition:

http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=335


 Petition.pdf
 

Förderung der beruflichen Weiterbildung/Praktikum:

Abgrenzung von Arbeitsverhältnissen per GesetzEingereicht durch: DGB Bundesvorstand, Abteilung Jugend, von Silvia Helbig am Dienstag, 17. Oktober 2006

Die Petentin fordert, dass Praktika und ähnliche Lernverhältnisse per Gesetz eindeutig von Arbeitsverhältnissen abgegrenzt werden müssen, damit sie keine regulären Stellen ersetzen. Praktika müssten auf drei Monate begrenzt und mit mindestens 300 Euro pro Monat vergütet werden. Volontariate und ähnliche Berufseinstiegsprogramme müssten mit mindestens 7,50 Euro pro Stunde vergütet werden.

Begründung:

In den letzten Jahren haben prekäre Beschäftigungsverhältnisse von jungen Menschen zugenommen. Der Eintritt in das Berufsleben wird immer schwieriger. Um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, sehen sich immer mehr junge Menschen genötigt, prekäre Beschäftigungsverhältnisse einzugehen indem sie bspw. un- oder unterbezahlte Praktika absolvieren. In der Konsequenz hat sich in mehreren Branchen ein ""Praktikanten-Arbeitsmarkt"", insbesondere von Akademikerinnen und Akademikern herausgebildet. Dieser zeichnet sich durch ein extrem hohes Qualifikationsniveau, flexibelste Arbeitszeiten, niedrige Sozialstandards sowie geringe bis keine Entlohnung aus. Dauern diese Praktika darüber hinaus länger als drei Monate, ist anzunehmen, dass das eigentliche Lernverhältnis Praktikum die Schwelle zu einem regulären Arbeitsverhältnis längst überschritten hat und dementsprechend vergütet werden muss. Eine ähnliche Ausbeutungssituation kann auch unter dem Etikett ""Volontariat"" stattfinden. Eine solche Beschäftigung unter Etiketten wie ""Praktikum"" oder ""Volontariat"" ist prekär, wenn nicht sogar sittenwidrig. Folgende Punkte sollen bei einem gesetzlichen Schutz von Praktikantinnen und Praktikanten berücksichtigt werden:

  • gesetzliche Definition eines Praktikum u.ä. Lernverhältnisse
  • gesetzliche Definition eines Volontariats u.ä. Berufseinstiegsprogramme
  • Ausbildungsvertrag inkl. Ausbildungsplan mit Ausbildungsinhalten und -zielen
  • BetreuerIn/AnleiterIn obligatorisch
  • zeitliche Begrenzung von Praktika auf drei Monate (Ausnahmen: Praktika im Rahmen von schulischer und wissenschaftlicher Ausbildung oder staatlichen Programmen)
  • zeitliche Begrenzung bzw. Ausdehnung von Volontariaten auf in der Regel 24 Monate
  • Mindestvergütung für Praktika u.ä. Lernverhältnisse von 300 Euro pro Monat (in Anlehnung an vergleichbare staatliche Programme, Ausnahme: schulische Praktika,)
  • Mindestvergütung für Volontariate u.ä. Berufseinstiegsprogramme von 7,50 Euro pro Stunde (falls keine tarifvertragliche Regelung greift)
  • Praktika sind verbindlicher Ausbildungsteil in allen Studienordnungen
  • Vor- oder Nachpraktika laut Studienordnung müssen in der Regelstudienzeit einberechnet werden, damit eine Förderung lt. Bafög möglich ist.

Aufgrund des zunehmenden Missbrauchs von Praktikanten als unterbezahlte Arbeitskräfte besteht ein rechtlicher Anpassungsbedarf im Arbeitsrecht und Berufsbildungsgesetz.

Link zur Petition:
http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=335

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