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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ Juni 2008 16.06.2008 Nicht zum Schnäppchenpreis zu haben! | ||||||
| 16.06.2008 Nicht zum Schnäppchenpreis zu haben! | ||||||
| Ganztag am Förderzentrum für Wahrnehmung und Entwicklung von Sabine Reiche, Heiner Braden und Bernward Gummersbach | ||||||||||||
| Endlich kommt Schwung in die Schulentwicklung. Nach der Wahl zur Bürgerschaft gilt eine neue Devise: Die Ganztagsschule ist auch für die Förderzentren Wu.E. erwünscht! An den Standorten, an denen die Regelschule Ganztagsschule wird, gilt dies nun auch selbstverständlich auch für die Schüler des Förderzentrums. Wir begrüßen diese neue positive Sichtweise und Berücksichtigung unserer Schulform. Bei Organisation eines Ganztagbetriebes müssen allerdings die spezifischen Voraussetzungen und Bedürfnisse geistigbehinderter Schüler berücksichtigt werden. |
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| Warum brauchen unsere Schüler eine hochwertige Organisationsform als Ganztag ? Unsere Schüler brauchen im Tages- und Wochenverlauf Kontinuität und klare Strukturen. Veränderungen werden durch die Schüler nur in Grenzen akzeptiert Es besteht die Gefahr, dass kostengünstige Lösungen, wie an Regelschulen im Ganztag üblich, mit wechselnden Honorarkräften zu arbeiten, kontraproduktiv wirken. Ist dieses Angebot nicht in das Gesamtkonzept integriert, sind die Maßnahmen unzureichend abgestimmt oder werden unterschiedliche pädagogische Ansätze realisiert, so ist das Ergebnis an der Frustration und Verunsicherung der Schüler deutlich ablesbar. Kontinuität und ganzheitliches Lernen in Projekten gehören nicht ohne Grund zur selbstverständlichen Schulkultur unserer Schulform. Ein weiteres wichtiges pädagogisches Element dieser Schule ist der Beziehungsaspekt. Nur aus der genauen Kenntnis des Schülers auf der Basis des gegenseitigen Vertrauens sowie einer fachlich fundierten Sichtweise der Behinderung, können adäquate Angebote in vertrauensvoller Atmosphäre greifen. Im Ganztag bietet sich nun die einmalige Chance Betreuung und Freizeitangebot in dieses ganzheitliche Konzept einzubeziehen und eine einheitliche pädagogische Linie über den vollen Tag zu fahren. | ||||||||||||
| Ganztagunterricht ist Teamarbeit Gewährleistet werden können diese Aufgaben nur von einem qualifizierten, fest eingearbeiteten Team, das aus unterschiedlichen Professionen (Sonderschullehrerin, Sozialpädagogische Fachkraft, Sozialpflegerische Zusatzkraft) mit fachspezifischem sonderpädagogischen Know-how besteht. Unterricht am Förderzentrum für Wahrnehmung und Entwicklung wurde bisher immer in Teamarbeit erteilt. Es liegen hier auch hinreichende Erfahrung zu Grunde. Aus der Erfahrung der letzten Jahre mit Teamarbeit, die unter der Prämisse der Sparpolitik stand, wissen wir, was eine Teamarbeit bedeutet, die nicht mit ausreichend zeitlichen Ressourcen ausgestattet ist. | ||||||||||||
| Was verstehen wir nicht unter Teamarbeit? Hektische Gespräche der Teammitglieder zwischen Tür und Angel, sowie Absprachen zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts am Telefon, da Kooperationsstunden gestrichen worden sind. | ||||||||||||
| Wie stellen wir uns Teamarbeit vor? Grundlage muss die wöchentliche Teamsitzung aller in der Klasse arbeitenden Personen sein. Gerade für die Ganztagsbeschulung ist eine sehr viel umfangreichere koordinierende Arbeit notwendig; deshalb müssen die Kooperationsstunden, die vor Jahren selbstverständlich waren, wieder eingeführt werden. Wir halten daher 2 Team-Stunden pro Klasse (= 2 Unterrichtstunden) für notwendig, die als bezahlte Arbeitszeit für alle Mitarbeiter angerechnet werden. | ||||||||||||
| Welche Beschäftigungsverhältnisse entsprechen dieser Organisationsform. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten sollte die Einstellung aller Mitarbeiter selbstverständlich bei der Senatorin für Bildung erfolgen. Die zur Zeit gängige Praxis aus Kostengründen neue Mitarbeiter über Fremdfirmen zum Stundenlohn von € 12,50 zu beschäftigen muss endlich aufhören. Die Mitarbeiter der Fremdfirmen sind nur unzureichend in der Schule eingebunden. Die Teilnahme an Konferenzen, gemeinsame Fortbildungen mit den Teampartnern, Elternarbeit, Teamabsprachen und Vorbereitung, all dies ist nur zum geringen Teil im Arbeitsvertrag geregelt. Die Unterschiedlichkeit der Arbeitgeber führt unweigerlich zu Zuständigkeitsgerangel und unnötigem, verwaltungstechnischen Aufwand, der für die konkrete Arbeit von keinerlei Vorteil ist. Wird die Einstellungspraxis an unserer Schule, wie in den letzten Jahren, weiterhin über Fremdfirmen betrieben so sind in Zukunft an den Standorten mit Ganztagsbetrieb mehr Mitarbeiter bei Fremdfirmen (z.B. Martinsclub, Stadtteilschule) als bei der Senatorin für Bildung angestellt. Unter dem Dach der Senatorin sind Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, die den vielfältigen Aufgaben der Mitarbeiter im und außerhalb des Unterrichts und im Ganztag gerecht werden. | ||||||||||||