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16.06.2008 Nicht immer an die Schwachen denken

Elite in Bremen – „Märkte und Macher“

von Wilfried Meyer
WK vom 11.Mai,Seite 17, Club zu Bremen: „Ziemlich traditionell, ganz schön alt, und ein bisschen elitär...Tausend Namen.: Kaufleute, Wirtschaftsbosse, Ärzte, Juristen, Künstler..“

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Da haben sich welche zusammengetan, die sich gegenseitig fördern. Immer auf dem Sprung, in der Gefahr „dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen“ zu werden. Die Zeit ist schnelllebig. Vom Millionär zum Tellerwäscher nur ein kleiner Schritt. „Wie kann man verhindern, dass...einzelne Stadtteile nahezu völlig abgekoppelt werden?“ Oberneuland, Borgfeld, Schwachhausen...? Kinderarmut kommt dazu, in Schwachhausen fast jedes 10. Kind, in Oberneuland 5 Prozent. Unbegreiflich für Teneveraner. Die stehen bei 60 Prozent und haben volle Unterstützung von Peter Hartz, unter Verurteilten auch Hartz, der Vierte, genannt. Aber damit nicht genug, wer reich ist leidet auch unter Kinderverzicht, mehr als 0,99 Kinder sind für die Frau in Schwachhausen nicht drin. Nicht mal ein ganzes Kind ? Schrecklich, das ist Kinderarmut pur. Nebenbei werden die Stadtteile auch noch überschwemmt von Fremden, sozial aufgemischt sozusagen. Fast jeder Fünfte ist Migrant in Oberneuland.

Da hat es Gröpelingen einfacher, denn jeder Dritte ist kein Migrant.
Nach dem Motto: Mischen impossible! Der Club mit seinen über 1000 muss dafür auch länger durchhalten, denn die Lebenserwartung, das heißt Ausharren in diesen Verhältnissen, ist 8 Jahre höher als in anderen Gebieten dieser Stadt . Zusätzlich ein höheres Wachstum, bedeutet auffälliger sein , durch Größe auffallen. Auf Buffets und Gourmettreffen Angewiesene wachsen auch mehr, ca.1cm. Das ist lästig und bedeutet für viele auch ein völlig anderes Dressingmanagement. Manchmal kommt dann noch Magersucht, übertriebene Schlankheit und schlechte Verdauung dazu. Arme trifft dies nicht, die sind dick, übergewichtig und machen Mac Donalds reich. Für Schule bedeutet dies, dass die Gewichtigen in den Problemstadtteilen Oberneuland, Borgfeld... nicht unterrichtet werden. Sie fehlen häufig. Es hat schlicht in den letzten Jahren eine starke Verschlankung stattgefunden.
Die Elite trägt die Bürde der Bildung. Hier wird sich nicht verdrückt, hier zählt Leistung: Über 82 Prozent müssen 13 Jahre buckeln für’s Abitur. Dafür scheffeln in Walle schon 62 Prozent frühzeitig Kohle, entweder im Billiglohnsektor, wo sie die Freiheit des flexiblen Wechselns von Jobs oder die spendablen Hartzvierfüllhörner über sich ergießen lassen. So spart man Studiengebühren, die man eh nicht zurückzahlen kann.
Jeder Dritte gescheiterte Schüler in Schwachhausen wird durch Nachhilfe, Internat und andere überflüssige Ausgaben doch noch zum Abi gequält. Da frohlocken doch Hauptschüler Bremens, von denen 97 Prozent kein Fachabi mehr machen müssen.
Nun zur Grundschule und körperlichen Leistungen. Fett schwimmt leider nicht automatisch oben, 96 Prozent der Oberneuländer Drittklässler werden gezwungen sich im Wasser selbst an der Oberfläche zu bewegen, in Gröpelingen darf jeder 3. tauchen, er verzichtet auf das anstrengende Schwimmen. Welche Folgen hat das Ganze nun ? Viele Gebäude werden von der Elite gar nicht wahrgenommen, nicht einmal jeder Zweite darf in den Knast oder in das Gerichtsgebäude, um angeklagt zu werden. Das schaffen in Walle immerhin 13 von Hundert. Die Elite muss da warten, bis man sie in Lichtenstein oder im Puff von Barcelona abfängt, wenn sie versuchen stiften zu gehen. Außerdem ist es in manchen Bremer Stadtteilen ständig hell, nur wenige genießen die Dunkelheit, wenn im Schnitt 8000 mal der Strom abgeschaltet wird.
Für die Demokratie ist uns nicht bange, denn in Oberneuland und Schwachhausen wählen fast drei von vier Wahlberechtigten die richtige Partei. Damit beschäftigen sich in Tenever 6 von 10 gar nicht mehr. Dafür bleibt mehr Zeit die Insolvenzanträge beim Amtsgericht einzureichen. Waren diese im Jahr 2001 mit 216 noch überschaubar betrugen sie 2006 schon 2423. So werden auch Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst gesichert.
Um die Elite müssen wir uns also Sorgen machen, unklar bleibt nur ob es um „Herkunfts-oder Einkommenselite“ oder um die „Leistungselite“ geht. Und so sieht sich der Club zu Bremen natürlich lieber. Und darum steht er auch jedem offen, der solche Leistungen bringen kann. Da kamen am Ende des II. Weltkriegs auch fast die Tränen, denn „es war ungeheuer schwierig ,für den Vorstand jemanden zu finden, der nicht von der NS-Zeit belastet war.“ (WK) Wenn das Prekariat einmal Einlass wünscht, auf der Rückseite des Handelskammergebäudes prangt dezent ein Klingelschild. .


(Clubangaben aus dem WK v. 11.5.,alle Zahlen aus der Broschüre „Spaltung der Stadt, ein Schulprojekt“, Walliser Straße, Febr. 2008)

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