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13.07.2006 Neue Stadtmusikanten gesucht

Neue Stadtmusikanten gesucht

Ein Fernsehspot des Verbandes deutscher Musikschulen zeigt folgende Handlung:
Vor dem Hintergrund einer Hochhaussiedlung gehen Jugendliche aufeinander zu. Bewaffnet sind sie mit Messern. Schlimmstes steht zu befürchten.
In diesem Moment wird die Handlung ausgeblendet und es erscheint der Hinweis: „Kinder und Jugendliche brauchen ihre Instrumente – aber die Richtigen“.
Eingeblendet wird ein musizierender Jugendlicher. Konzentriert aber mit entspannten und fröhlichen Gesichtsausdruck spielt er Gitarre.
Persönlich hätte ich mir in dieser Einblendung eine größere musizierende Gruppe gewünscht. Sie hätte noch deutlicher gezeigt, dass das gemeinsame Erlebnis mit der Musik eine unbeschreibliche Freude mit sich bringt und zu mitreissenden und überzeugenden musikalischen Ergebnissen und Erfolgen führt. Zu Erfolgen aber nicht nur im musikalischen Bereich sondern ebenso im sozialen Verhalten und sogar zu besseren Leistungen in der Schule.
In einer aufwendigen Langzeitstudie an Berliner Schulen, die in den 90-er Jahren mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wurde, hat Hans Günther Bastian den Einfluss von Musikerziehung auf die Entwicklung von Kindern untersucht und dokumentiert. „Musik(erziehung) und ihre Wirkung“ ist der Titel, der im Jahre 2000 erschienenen 700 Seiten umfassenden Studienauswertung. Es ist hier natürlich nicht möglich detailliert auf den umfassenden Bericht, der voll mit statistischen Erhebungen, psychologischen Untersuchungen und empirischen Vergleichen ist, einzugehen.

Auch andere Versuche der Auseinandersetzung mit dem Thema, wie die von Manfred Spitzer, der die Synapsenbildung im Gehirn untersucht hat und auf diesem Weg den Einfluss von Musik und Musizieren konkret an Veränderungen des Gehirns dokumentiert, kommen, wenn auch in der Methode unterschiedlich, im Ergebnis zu einer gleichen Einschätzung.

Unstrittig ist für alle gleichermaßen, dass Musikerziehung in jedem Fall positiv auf die persönliche Entwicklung und das Umfeld von Kindern und Jugendlichen wirkt: Lernverhalten und Lernfähigkeiten, sowie Sozialkompetenz begünstig und in dieser Wirkung unersetzlich ist.

Das Fach Musik bietet insofern durch die Unmittelbarkeit ästhetischer Erfahrungen in Klassenunterricht, Klassenmusizieren und Ensemblearbeit zahlreiche Möglichkeiten, ein soziales Lernklima zu schaffen, innerhalb dessen Bildung wie Erziehung gleichermaßen stattfinden können. Angesichts dieser besonderen Wirkungsmöglichkeiten wird es darauf ankommen, eine gelingende Kooperationskultur zu entwickeln, die möglichst vielfältig die außerunterrichtlichen Musikbildungsträger einbezieht. Nur Musikunterricht und Musikbildungsträger gemeinsam können ein breites Angebot unterschiedlichster musikalischer Erfahrungen bereitstellen, das die Ganztagsschule erfordert.

Mit vielen umfassenden Angeboten stellt sich die Musikschule Bremen den neuen Anforderungen. So konnte der Bereich der Ensemble- und Ergänzungsfächer erneut erweitert werden und in Zusammenarbeit mit den allgemein bildenden Schulen und der Schuloffensive das Angebot "Bläserklassen" mit großem Erfolg erneut erweitert werden. Über 400 Schülerinnen und Schüler musizieren unterdessen in diesen Bläserklassen, die in Kooperation der allgemein bildenden Schulen und der Musikschule Bremen durchgeführt werden.
Der Erfolg dieses Projektes ist bekannt, eine Erweiterung geplant.
Um aber dieses Projekt in größerem Umfange umzusetzen, müssen weitere gute Musikinstrumente gekauft werden. Dazu wird sehr viel Geld benötigt.

Zu diesem Zweck wurden unterdessen zwei Benefizkonzerte federführend von der Musikschule Bremen in Kooperation mit dem Kiwanis-Club Bremen und der Schuloffensive veranstaltet. Die Gesamtorganisation lag in den Händen der Musikschule Bremen. Beteiligt waren Bläser- / Streicherklassen und Chöre bremischer Schulen sowie das Jugendsinfonieorchester Bremen und die Jugendsinfonietta. Ca 350 SchülerInnen und Schüler waren beteiligt und zeigten in einem zweieinhalbstündigen spannenden und unterhaltsamen Abendprogramm dem begeisterten Publikum ihre hervorragenden Leistungen und die ansteckende Freude an und mit der Musik. Die bisherigen beiden Konzerte im Großen Saal der Glocke waren ausverkauft.
Mit den Einnahmen dieses Konzertes wurde in Zusammenarbeit mit den Kiwanis-Clubs auf Empfehlung der Musikschule ein Instrumentenfond eingerichtet wurde, der zur Einrichtung neuer Bläserklassen an Bremer Schulen gedacht ist.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Musikschule Bremen liegt seit Jahren in der verstärkten und erfolgreichen Heranführung von Kindern und Jugendlichen an die Musik. Diese Motivation erfolgt durch genau auf die Zielgruppen abgestimmten Konzerte der Fachklassen und groß angelegte Projekte wie z.B. " Broadway meets Hollywood", "Blockflötenspektakel", "Klaviertag", "Spaß mit Geigen", den "Musikschultag" , die Chor- und Orchesterkonzerte, seit 1981 die "Kinderkonzerte" im Theater am Goetheplatz n (bisher 120.000 BesucherInnen), die seit 1995 stattfindenen „Offenen Orchesterproben“ des Jugendsinfonieorchesters Bremen und der Jugendsinfonietta (bisher 25.000 BesucherInnen ), in denen die Kinder direkt in die Probe einbezogen werden; die gemeinsam mit den Bremer Philharmonikern durchgeführten Familienkonzerte und seit März 2006 auch die Schulkonzerte in der Glocke oder das Herbstkonzert "Musik und Licht am Hollersee, das regelmäßig von 20.000 bis 25.000 Zuhörerinnen und Zuhörern besucht wird, darunter viele Jugendliche.

Wünsche aber haben auch wir, die Musikschule Bremen.
Eine engere Zusammenarbeit der Lehrkräfte der allgemein bildenden Schulen mit den Lehrkräften der Musikschule. Eine engere Zusammenarbeit aber auch mit dem Bildungsressort. Leider wird es immer schwieriger für die Musikschule, den Unterricht in den Unterrichtsräumen der allgemein bildenden Schulen anzubieten und kontinuierlich durchzuführen. Unterrichtsausfälle (sehr kurzfristige Absagen der Nutzung aufgrund des Eigenbedarfs, eingeschränkte Nutzungen) und teure Anmietung von Unterrichtsräumen führen zu Entgelterstattungen, die letztendlich den Unterricht verteuern. Hohe Unterrichtsentgelte aber machen es vielen Familien unmöglich, am Musikunterricht teilzunehmen und machen es uns unmöglich, die gesteckten Ziele zu erreichen.


Und wir haben so viele Ziele. Weitere Veranstaltungen und Unterrichtsangebote stehen in der Planung. So wird ab 1. November das Instrumentenkarussell angeboten, das den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit geben soll, ihr Wunschinstrument zu finden.
Die Patenschaften mit den Bläserklassen, der Ausbau der Veranstaltungen und des Instrumentalunterrichts.
Und wir sind überzeugt, diese Ziele gemeinsam mit Ihnen erreichen zu können.
Darum bitten wir Sie.


Wir bilden sie aus

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