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16.11.2008 Mehr Chancen durch mehr Durchlässigkeit

von Martina Hilmer
Auf die Frage, welchen Beruf sie sich vorstellen können, antworten viele junge Menschen unter 18 Jahren mit einem Schulterzucken. Die berufliche Grobrichtung ist vielleicht klar, aber das ist schon alles. So kommt es, dass sich viele Unentschlossene treiben lassen, sie brauchen Zeit für ihre Entscheidungen, oder sie lassen für sich entscheiden. Irgendwann später kommt die Erkenntnis. Dann ist aber die Regelschulzeit schon vorbei.

Seitenabschnitte:
Schulzentren als berufsqualifizierende Plattform
Voneinander lernen
SchülerInnen nehmen ihre Chancen wahr
Berichte aus der Praxis

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Schulzentren als berufsqualifizierende Plattform

Mit einem vielschichtigen Bildungsangebot unserer großen Schulzentren in Bremen, die sowohl die allgemeinbildende Sekundarstufe II wie auch die berufliche Abteilung unter einem Dach beherbergen, haben junge Menschen eine exzellente Plattform, ihre beruflichen Visionen zu präzisieren. AbiturientInnen lernen berufliche Bildungsgänge kennen, Auszubildende erfahren, dass auch sie die allgemeine Hochschulreife erlangen können und Jugendliche, die aus der Hauptschule ins Schulzentrum kommen, begreifen, dass es hier keine Sackgassen mehr gibt. Alles ist möglich, vorausgesetzt die persönlichen Ressourcen werden mobilisiert.

Von der Berufsfachschulklasse über die Fachoberschule zur Berufsoberschule mit dem Abschluss der allgemeinen Hochschulreife ist es kein einfacher Weg, aber diese Durchlässigkeit stellt eine große Chance dar für alle jungen Menschen, die aus vielerlei Gründen nicht den klassischen Schulweg gewählt haben oder der ihnen, vielleicht auch aus sozialen Gründen, verwehrt war.

Voneinander lernen

Die Schülerschaft in den beruflichen Bildungsgängen ist so heterogen wie die Stadtbewohner Bremens. Die bunte Mischung macht die Schule und den Unterricht lebendig und interessant. Da gibt es neben den ganz jungen SchülerInnen auch welche, die jenseits der Dreißig oder sogar Vierzig sind. In den Klassen sitzen Singles, Verheiratete oder Alleinerziehende. Viele haben einen Migrationshintergrund und sind zweisprachig aufgewachsen, wobei Deutschland nun ihre Heimat geworden ist. Andere wissen endlich nach dem vielen Hin und Her in ihrer Biographie, was ihr Berufsziel ist. Sie alle lernen voneinander, weil hier viele Lebens- und Kulturerfahrungen zusammenkommen, was für den Unterricht gut genutzt werden kann. Dadurch können Akzeptanz, Toleranz und Kritikfähigkeit gut trainiert werden. Der Erwerb von Sozialkompetenzen wird in allen Branchen des Arbeitsmarktes nachgefragt und spielt eine bedeutende Rolle für den Erfolg in beruflichen Zusammenhängen. Insofern erhalten die Lernprozesse eine eigene Dynamik, die für alle Beteiligten, einschließlich der Lehrkräfte, spannende Unterrichtssituationen hervorbringen und immer mit besonderen Herausforderungen verbunden sind. Wichtig ist, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: der erfolgreiche Abschluss. Von denen, die es geschafft haben, erzählen die nachfolgenden Berichte.

SchülerInnen nehmen ihre Chancen wahr

Einige SchülerInnen aus dem SZ Walle haben sich bereit erklärt über ihre Erfahungen und ihren Werdegang zu berichten. Aus allen Berichten ist zu entnehmen, dass die Durchlässigkeit der Bildungsgänge für sie eine zentrale Rolle in ihrer Berufsbiographie gespielt hat. Hätte es das schulische Angebot nicht gegeben, wären sie nie so weit aufgestiegen. Beispielsweise hätte Saskia als allein erziehende Mutter keine Ausbildung angefangen und Natalia und Linda wären möglicherweise unzufrieden in ihren Berufen stecken geblieben…. Die Beispiele zeigen, dass SchülerInnen breit gefächerte Bildungsangebote brauchen, um ihre beruflichen Qualifikationen wahrnehmen und ausbauen zu können.

Berichte aus der Praxis


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