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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ Juni 2007 14.06.2007 Lernen für die ZukunftBildung für Na... | ||||||
| 14.06.2007 Lernen für die ZukunftBildung für Nachhaltige Entwicklung in Bremen und im Rest der Welt | ||||||
| von Mareike Molkewehrum (Projektleitung Mobile 21-Transfer) | ![]() | |||||||||||||||||||||
| Es ist genau 15 Jahre her, dass in Rio de Janeiro im Juni 1992 die größte Konferenz der Menschheitsgeschichte stattfand. Rund 180 Nationen befassten sich mit den weltweiten Zukunftsaufgaben – und wie sie zu bewältigen sind. Im Mittelpunkt stand die Frage nach einer globalen Entwicklung, die sozial gerecht, ökologisch verträglich und ökonomisch tragfähig ist – kurz: nach einer „Nachhaltigen Entwicklung“. Seitdem ist viel Wasser die Weser herunter geflossen, viele Weltkonferenzen zu Detailfragen haben stattgefunden, Tonnen an Papier wurden bedruckt und unzählige Erklärungen unterschrieben. Aber: der Globus ist zwar kleiner geworden – jedoch immer noch nicht klein genug, um auch zur gemeinsamen Umsetzung von Strategien und Maßnahmen zu kommen, die Zukunft sichern können. Inzwischen mehren sich aber die Zeichen, dass die Herausforderungen des 21.Jahrhunderts ernster genommen werden: Umweltminister Gabriel verweigert im Frühjahr 07 die Unterzeichnung eines UN-Dokumentes, weil es außer bekannten blumigen Worten nichts Konkretes enthält; der frischgebackene Präsident Frankreichs (!) richtet ein Ministerium für „Umwelt und Nachhaltige Entwicklung“ ein; die Außenminister der G 8 streiten sich um die Höhe des Anstiegs der Entwicklungshilfeausgaben; und nicht zuletzt mahnt der Globus selbst mit Stürmen, Dürren, Überschwemmungen und Wetterkapriolen eine Wende in Lebensstilen, Wirtschafts- und Konsumgewohnheiten an. „Zukunft“ – das ist per se eine zentrale Aufgabe für die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hinter dem sperrigen Begriff „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (abgekürzt: BNE) verbergen sich die Anstrengungen, mit denen der Nachwuchs auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet werden soll. |
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| Was bedeutet Bildung für Nachhaltige Entwicklung für Schule und Unterricht? | ||||||||||||||||||||||
| Auf diese Frage gibt es viele Antworten und viele Konzepte, deren Summe und Vielfalt die Größe der Aufgaben illustrieren. Vieles ist nicht neu, sondern gehört in Klassenzimmern und Schulen zum Alltag. Im Kern geht es der Bildung für Nachhaltige Entwicklung darum, über die genauere Betrachtung unseres Alltags und seiner Gegenstände die Beziehungen zu anderen Regionen der Erde und den dort lebenden Menschen, die sich in diesen Gegenständen materialisiert haben, zu entdecken. Wechselwirkungen, Zusammenhänge und Beziehungen in Zeiten der Globalisierung aufspüren und die eigene Rolle darin erkennen ist eine wesentliche Herausforderung. Hierbei ist elementarer und zentraler Bestandteil das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Bildung für Nachhaltige Entwicklung greift – nicht nur – auf Themen, Methoden und Strukturen aus der Umweltbildung und dem Globalen Lernen zurück und integriert diese. | ||||||||||||||||||||||
| Prinzipien für die Bildung für Nachhaltige Entwicklung | ||||||||||||||||||||||
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| Aktivitäten in Bremen | ||||||||||||||||||||||
| In Bremen wurde und wird an vielen Schulen und Bildungseinrichtungen zu Zukunftsfragen gearbeitet; diese Aktivitäten können an dieser Stelle nicht umfassend und vollständig dargestellt werden. Erlaubt sei darum hier eine kurze Skizze der Aktivitäten im Rahmen des (BLK)-Programms 21. („BLK“ steht in Klammern, da es seit der Föderalismusreform keine Bund-Länder-Kommission für Innovationen im Bildungswesen mehr gibt.) Im Rahmen des „Programms 21“ wurde in einem Netzwerk in den Jahren 1999 – 2004 von 6 Schulen der Sekundarstufe I und II zu verschiedenen Themen gearbeitet, wie z.B. zu „Menschenrechten“, „Arm und Reich“, „Gen-Ethik – Ethik in Zeiten der Gentechnologie“, „Let the sunshine in!“ oder auch „Rund um’s Rind“ – um nur einige zu nennen. Als interessante Herausforderung erwies sich der Ansatz einer „peer education“, auf deutsch: Schüler/innen erarbeiten etwas für Schüler/innen, seien sie aus der eigenen Schule oder auch von einer anderen Schule. Schulübergreifende Kooperation auch zwischen unterschiedlichen Stufen bedeutet für die Lernenden eine spannende Erfahrung, die den eigenen Lernprozess aufwertet, ihm ein Gewicht gibt. Denselben Effekt der Einbindung des Lernens in einen Sinnzusammengang, in das eigene Lebensumfeld ergibt sich, wenn die Schüler/innen für Ereignisse in der Region etwas erarbeiten, z.B. Informationen rund um den Blumenhandel inklusive des Verkaufs selbst produzierter Holzblumen als Alternative. Im Laufe der Transferphase (seit 2004) des „Programms 21“ wurde ein Schwerpunkt der Aktivitäten in Richtung Grundschule gelegt, die im Hauptprogramm nicht berücksichtigt wurden. Bereits in diesem Alter können und sollen Werthaltungen entwickelt und gestärkt werden, die ein Verständnis der Welt als Ganzes beinhalten. Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit den Kindern anderer Länder aufzuspüren, einmal ausprobieren, wie ein Fußball genäht wird, die Spiele kennen zu lernen – es gibt viele Anlässe, mit Kindern unter 10 Jahren die Welt in den Blick zu nehmen. Unterrichtsbeispiele und Kooperationspartner wurden den Grundschulen am 12. Juni auf der „Praxisbörse Bildung für Nachhaltige Entwicklung in der Grundschule“ vorgestellt – dieses insbesondere mit Blick auf den neuen Rahmenplan Sachunterricht. Für die Sekundarstufen gibt es im verbleibenden Projektjahr die Themen „Fairer Handel“, Tourismus – mit Blick auch auf die Berufsbildenden Schulen – und natürlich das „Klima“ im Fokus der Arbeit mit und für Schulen. Entscheidende und unverzichtbare Hilfestellung dabei bieten die verschiedenen außerschulischen Einrichtungen, die den Schulen rund um BNE-Themen Materialien, Ansprechpartner, Beratung und Konzepte anbieten. Ein weiteres Feld war das SINa-Netzwerk, in dem über zwei Jahre sieben Schulen systematisch an einem nachhaltigen Schulprogramm und der Entwicklung schulischer Indikatoren für Nachhaltigkeit gearbeitet haben. Das SINa-Projekt läuft mit diesem Schuljahr aus, eine Dokumentation des Projektes wird zur Sommerpause vorliegen. Darüber hinaus hat sich das „Team 21“ (Anmerkung 1), von dem das Projekt koordiniert wird, vorgenommen, auf die Lehrerausbildung einzuwirken. Hier ist es zu einer vielversprechenden Kooperation mit der Universität Bremen im Feld Sachunterricht, gekommen. | ||||||||||||||||||||||
| Perspektiven | ||||||||||||||||||||||
| Das Transfer-Programm 21 läuft im Sommer 2008 (Anmerkung 2) aus. Um die entwickelte und bewährte Kooperations- und Unterstützungsstruktur für die Schulen in Bremen ausbauen und „verstetigen“ zu können, wird vom Team 21 zum Frühjahr 2008 ein Konzept für die kommenden Jahre vorgelegt. Bremen wird sich mit einer Übernahme der Bildung für Nachhaltige Entwicklung als Regelaufgabe der schulischen Bildungsarbeit in guter Gesellschaft befinden: Die Vereinten Nationen haben eine „UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen, damit weltweit in Kindergärten, Schulen, in der Lehrerausbildung und auch in der Erwachsenenbildung die Heranwachsenden und auch die Erwachsenen sich mit den Herausforderungen der Zukunft auseinandersetzen. Die UN haben schon etliche Dekaden ausgerufen .- aber wer hat davon etwas mit bekommen, welche Spuren hat dies hinterlassen? Eine berechtigte Frage, deren Antwort nicht zuletzt davon abhängt, welche Bedeutung wir selbst in den Regionen, im Bundesland Bremen dieser Aufgabe zumessen. An dieser Stelle seinen schon jetzt umfassende Erwartungen an die neue Regierungskoalition angemeldet. | ||||||||||||||||||||||
| Anmerkungen | ||||||||||||||||||||||
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