| Erste Stellungnahme der GEW Bremen zur laufenden Diskussion am LIS... | 
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| - Eine große Stärke der bisherigen Ausbildung in Bremen in der zweiten Phase besteht in der ausgewiesen intensiven Verknüpfung von Theorie und Praxis. Dies bestätigen gemäß aktueller Untersuchung sowohl die ReferendarInnen als auch die Schulen. Mithin wird eine Zielperspektive realisiert, die in allen jüngeren Veröffentlichungen zum Thema als wesentliche Bedingung einer qualitativ hochwertigen Ausbildung beschrieben wird.
- Die derzeitige Organisation der Ausbildung und die Enge der Hospitationen haben aus der Sicht der Behörde offensichtlich insbesondere zwei Nachteile: Sie kosten viel Geld und belassen den Mitarbeitern eine gewisse Autonomie in ihrer Arbeit. Mit Hilfe einer - auch nicht billigen - externen Evaluation wird vorgegeben, die Leistungsfähigkeit der zweiten Phase untersucht zu haben. Die Ergebnisse erstaunen wenig. Wie andere Unternehmensberater ähnlichlautend, so werden auch für Bremen ein nicht unerheblicher Personalabbau sowie die Segnungen neuer Steuerungsmodelle mit deutlichem Bezug auf senatorische Vorgaben vorgeschlagen. Wenn diese Vorgaben handlungsleitend sind, müssen sie auf den Tisch!
Statt einer Vernebelung des Kürzungsauftrages durch eine aufwändige Organisationsuntersuchung sind die verfügbaren Finanzmittel für die Lehrerausbildung zu nennen. Hierbei handelt es sich um politische Entscheidungen und Setzungen, nicht um aus Analysen gewonnene Handlungsschritte. Der Senat muss sich bekennen: Wie viel ist der Landesregierung die zukünftige Lehrerbildung wert? - Konsequenzen, die einem solchen Ansatz folgen, wären nicht ohne Brisanz:
- Die ReferendarInnen könnten bei einer Kürzung des Referendariats auf 18 Monate auf den ersten Blick froh sein, die Ausbildung schon ein halbes Jahr früher erledigt zu haben und - in Zeiten eines akzeptablen Stellenangebots - schneller unbefristet in den Schuldienst übernommen zu werden. Der zweite Blick lässt jedoch eine veränderte Ausbildungsstruktur erkennen. Die geplante Reduzierung der Seminararbeit erschwert den wichtigen Austausch zwischen ReferendarInnen und reduziert die Stabilisierung durch eine feste Gruppe.
| - Die Auflösung der derzeit existierenden hohen Hospitationsdichte soll durch die Ausbildung von Mentoren ausgeglichen werden. Gute Mentoren, daran besteht kein Zweifel, tragen wesentlich zur Ausbildungsgüte bei. Die "neuen Überlegungen" haben aber zwei gravierende Nachteile:
- Um Mentoren ohne weiteren Finanzaufwand freistellen zu können, soll der bedarfsdeckende Unterricht erhöht werden. Dieses Anliegen ist mit aller Entschiedenheit abzulehnen. Die offizielle Begründung, damit dem "Praxisschock" vorbeugen zu wollen, ist blanker Zynismus.
- Der erweiterte Arbeitsauftrag der Ausbilder zieht eine deutlichere Trennung von Theorie und Praxis sowie eine Trennung von Ausbildung und Prüfung nach sich. Dies ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn das eigentliche Ziel darin besteht, die Noten der Abschlussprüfungen verschlechtern zu wollen.
- Im Landesinstitut würde diese Neuorientierung zu einem spürbaren Stellenabbau führen, der die Qualität der Arbeit mehr als nur "berühren" dürfte.
4. Die soziale Lage der ReferendarInnen wäre von diesen Entwicklungen deutlich getroffen: Bislang arbeiten viele der "Auszubildenden" auf Grund der unzureichenden Vergütung nebenbei. Durch eine höhere Unterrichtsverpflichtung werden Zeit- und Energieaufwand nochmals gesteigert. Die Vorbereitung auf eine qualitative Weiterentwicklung von Unterricht und Schule wird so nicht gelingen.
5. Einher mit dem Genannten hat sich bereits jetzt die Prüfungsordnung zu Gunsten der Schulleitungen geändert. Ein bislang gut austariertes Verhältnis von Schulen und Landesinstitut wird aufgegeben. Auch dies ist politisch gewollt, und in Zeiten geringer werdender Zeitressourcen kann für die Sicherung des (Ganztags-) Betriebes eine schulgutachtenrelevante Profilierung der Referendare durch zusätzliche Vertretungstätigkeiten für den Arbeitgeber nur hilfreich sein.
Die GEW wird sich weiterhin für eine qualitativ gute LehrerInnenausbildung stark machen. Dazu bedarf es sicherlich einer Weiterentwicklung bisheriger Verfahrensweisen im Sinne einer stärkeren Verknüpfung der ersten und zweiten Phasen, gerade im Hinblick auf die diffizile Theorie-Praxis-Beziehung. Allerdings gilt auch: Qualität hat ihren Preis - und die politisch Verantwortlichen müssen Farbe bekennen, wie viel Geld ihnen gute LehrerInnen Wert sind.
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| Bereits nach den Sommerferien hat sich eine AG Lehrerausbildung der GEW Bremen gebildet, die zur Institutskonferenz am 15.9. eine erste Stellungnahme erarbeitet. hat. Die weiteren Termine werden über die Stadtverbände und die Geschäftsstellen bekannt gegeben. tele: 0421-33764-0 email 
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