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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ Dezember 2007 16.12.2007 Kompetenzraster | ||||||
| 16.12.2007 Kompetenzraster | ||||||
| Das adäquate Instrument zur Bewertung von Schülerleistungen? Eine Veranstaltung der GGG in der Gesamtschule Mitte von Karlheinz Koke (Gesamtschulverband Bremen) | ||||||||||||
| Referent war Andreas Müller, der Leiter der Schule Beatenberg (Schweiz), die durch eine schülerorientierte Lernkultur über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt geworden ist: „ Das Institut Beatenberg versteht sich als Stätte des Lernens, als ein Ort, der den Lernenden optimale Voraussetzungen bietet, fit zu werden für ihr Leben. Das heißt: Arrangements zu schaffen, die das Lernen erfolgreich werden lassen. Denn die Erfahrungen des ‚Ich-kann-es’ stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.“ Ca. 60 Anwesende - Kolleginnen und Kollegen der Bremer Gesamtschulen, auch der Grundschulen – verfolgten mit großem Interesse die Ausführungen Müllers. |
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| Müller trug sein Modell der neuen Lernkultur sehr einleuchtend, dabei recht eloquent und kurzweilig vor. Lernen sei eine Dauerbaustelle, an der immer weiter gearbeitet werde und Verbesserungen durchgeführt würden. Das Modell kann hier nicht in Gänze dargestellt werden; ich will auf das zentrale Instrument der Kompetenzraster näher eingehen, die die Basis für Standards und Verbindlichkeiten bilden. Sie definieren die Inhalte und die Qualitätsmerkmale der verschiedenen Fachgebiete in Form genauer Beschreibungen, wie z.B. im Kompetenzraster Englisch: ‚Ich kann vertraute Wörter verstehen’ (A1), ‚Ich kann längere Redebeiträge verstehen und komplexer Argumentation folgen, wenn mir das Thema vertraut ist’ (B2). Individuelle Leistung wird demnach mit diesen vorgegebenen Beschreibungen (Referenzwerten) in Beziehung gesetzt. In der Vertikalen der Raster sind die Inhalte aufgeführt, die das Fachgebiet bestimmen. In der Horizontalen werden zu jedem dieser Punkte 4-6 Niveaustufen beschrieben/definiert. Die Schülerin kann quasi selbst ihre Leistungen einschätzen/evaluieren; mit Unterstützung des Lehrers kann die Schülerin dann einen farbigen Klebepunkt auf dem Kompetenzraster da markieren, wo die Leistung der Beschreibung entspricht. Durch farbige Punkte ist nach einiger Zeit ein individuelles Kompetenzprofil der jeweiligen Schülerin abzulesen. Dieses Profil kann nun mit den Anforderungen des jeweiligen Fachs gespiegelt werden. Das auf einen Blick sichtbare Bild zeigt die Stärken und Schwächen der Schülerin und somit auch etwaigen weiteren Handlungsbedarf. Es lassen sich jetzt Lernprogramme gestalten, die den individuellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler Rechnung tragen. Das Lernen wird damit zu einer wirklich persönlichen Angelegenheit. In diesem Zusammenhang ist weiterhin das Lernportfolio als Dokumentation der Lernleistungen wichtig, um die Lernentwicklung = Lernerfolge zu dokumentieren. Hinter den Kompetenzrastern wird nun eine vielgestaltige Lernlandschaft aufgebaut, die vor allem durch Lernaufgaben (Lernjobs) gekennzeichnet ist. Deren Ausgangspunkt bilden wiederum die Intensivtrainings (= Fachunterricht), die die Fachtrainer (= Lehrer) mit den Lernenden entsprechend dem jeweiligen Stand auf dem Kompetenzraster absprechen. Müller bekräftigt, dass die Schülerin auf diese Weise ihren Lernweg selbst gestalten kann, dass sie weder über- noch unterfordert, sondern herausgefordert wird, was den Lernerfolg ungemein beschleunigen hilft. Für Müller ist dies der Königsweg um der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, sie ‚fit for life’ zu machen. Die Lernenden übernähmen so selbst die hauptsächliche Verantwortung für ihre Leistungen und deren Qualität, gefordert und gefördert von ihren Lehrern. Daneben ist durchaus Gruppenarbeit möglich, z.B. wenn SchülerInnen mit den gleichen Lernjobs sich über Lernerfahrungen/Lösungen austauschen (Conferencing). In der lebhaften Diskussion versuchte Müller auf viele Detailfragen einzugehen, so dass die neue Lernkultur (‚spirit of learning’) für die Anwesenden erfahrbar wurde: „Nicht alle müssen den gleichen Pfad zum Gipfel nehmen – wichtig ist, dass sie ankommen.“ Weitere Infos: www.ilcl.ch und www.lernjobs.ch. | ||||||||||||