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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuelles - Pressemitteilungen - Archiv der Pressemitteilungen 2012 - 13.06.2012 Kolumbien | Bremische Gewerkschaften...

13.06.2012 Kolumbien | Bremische Gewerkschaften und Politik solidarisieren sich

Kolumbianische Gewerkschafter fordern europäisches Nein zum Freihandelsabkommen...

Der DGB Bremen mit seinen Einzelgewerkschaften solidarisiert sich mit den Forderungen der kolumbianischen Kollegen und regt an, am Internationalen Tag der menschenwürdigen Arbeit am 7. Oktober die Situation in Kolumbien in den Mittelpunkt zu rücken. Reinhard Dietrich (DGB) und Christian Gloede (GEW) betonten auf der Abendveranstaltung im DGB-Haus die Notwendigkeit der internationalen Solidarität gerade vor dem Hintergrund der lebensbedrohlichen Ausübung gewerkschaftlicher Tätigkeit in Kolumbien. Die Politik in Deutschland und Europa sei gefordert, die Einhaltung von Menschenrechten und das Recht auf uneingeschränkte Ausübung gewerkschaftlicher Tätigkeit den Profitinteressen voranzustellen. Deutsche Unternehmen, die in Kolumbien Gewerkschaften und Betriebsräte nicht zuließen, müssten sanktioniert werden, so Gloede.


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Gründung einer Arbeitsgruppe Internationales
in der GEW Bremen

Erstes Treffen:
Mittwoch, 27.Juni um 18 Uhr
im DGB-Gebäude | GEW Bremen | Bahnhofsplatz 22-28 | 28195 Bremen

Kontakt: Fank Borris
fborris [at] web.de

 

In mehreren Gesprächen erläuterten kolumbianische Gewerkschafter zuvor bei ihrem Besuch in Bremen ihre Ablehnung am geplanten Freihandelsabkommen der EU mit ihrem Land. Bevor in Kolumbien der Respekt vor dem Leben nicht geachtet würde, dürfe es eine Belohnung, wie es das Freihandelsabkommen darstellt, nicht geben, betonten die hochrangigen Gewerkschaftssekretäre Tarsicio Mora, Miguel Morantes sowie der stellvertretende Direktor der Nationalen Gewerkschaftsschule Guillermo Montoya. Allein in diesem Jahr seien in Kolumbien bereits acht Gewerkschafter ermordet worden, fast 3000 seien es in den letzten 30 Jahren gewesen. Staatliche Unterdrückung sowie die Existenz paramilitärischer Gruppen führten zu Einschüchterung und Angst vor Widerstand und gewerkschaftlicher Organisierung. 40% der Bevölkerung lebten in Armut, 10% in absolutem Elend, obwohl das Land reich an Rohstoffen sei.

Die bereits ratifizierten Abkommen mit Kanada und den USA hätten die Situation der arbeitenden Menschen in Kolumbien nicht verbessert, sondern eher noch zugespitzt – obwohl Präsident Obama die Einhaltung von Menschen- und Gewerkschaftsrechten angemahnt hätte.

Dr. Helga Trüpel, Mitglied des Europaparlaments, betonte im Gespräch mit den kolumbianischen Gewerkschaftern die kritische Haltung der europäischen Grünen insbesondere gegenüber der konkreten Ausgestaltung des Freihandelsabkommens, das wesentliche Standards u. a. in Bezug auf soziale und ökologische Fragen, Arbeitnehmerrechte, und faire Entlohnung nicht ausreichend enthielte. Mit Verweis auf die konservativ-liberale Mehrheit im EU-Parlament sicherte sie die Prüfung von Änderungsanträgen und ggf. die Ablehnung der Ratifizierung zu. Sie warf zudem die Frage auf, mit welchen Sanktionen auch gegenüber in Kolumbien tätigen deutschen Firmen Druck ausgeübt werden könne.

Bei dem Empfang der Delegation im Rathaus betonte Bürgermeister Jens Böhrnsen die Notwendigkeit der Einhaltung von Arbeitnehmerrechten und sprach der Delegation seine Solidarität im Kampf um diese Rechte aus. Bremen sei Hauptstadt des „fairen Handels“ und hierzu gehörten auch die Achtung von Menschen- und Gewerkschaftsrechten.

Im Bremer Informationszentrum für Menschenrechte tauschten sich die Beteiligten über den Stand und die weiteren Möglichkeiten der solidarischen Unterstützung aus.

Die Delegation wird im Laufe der Woche noch Hamburg, Berlin und Hannover besuchen.

Buchvorstellung (‚Tirándole libros a las balas‘ – Mit Büchern gegen Gewehrkugeln) und Diskussion mit kolumbianischen Gewerkschaftern zu Problemen der Menschen- und Gewerkschaftsrechte mit besonderer Berücksichtigung des Freihandelsabkommens zwischen Kolumbien und der Europäischen Union

Termine:

  • Bremen: 11. Juni 2012, 19:00 Uhr, DGB, Bahnhofsplatz 22
  • Hamburg: 12. Juni 2012, 19:00 Uhr, Philosophenturm, Hörsaal F; Von-Melle-Park 6
  • Berlin: 14. Juni 2012, 19:00 Uhr, GEW, Ahornstraße 5
  • Hannover: 15. Juni 2012, 16:30 Uhr, Berliner Allee 18,

Teilnehmer:

  • Tarsicio Mora (Vorstandsmitglied für Internationales des Gewerkschaftsbundes CUT)
  • Miguel Enrique Morantes Sabogal (Vorstandmitglied für Kommunikation des Gewerkschaftsbundes CTC)
  • Guillermo Correa (Vize-Direktor der nationalen Gewerkschaftsschule ENS)

Veranstalter:

  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
  • DGB Bildungswerk
  • Forschungs- und Dokumentationszentrum Lateinamerika (FDCL)
  • Kolumbien Koordination (KolKo)

Seitenabschnitte:

 Mit_Buechern_gegen_Gewehrkugeln.pdf
 Einladung als pdf-Download
Zum Ausdrucken und Verteilen!

Mehr Info...

Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V.
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Lateinamerika
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 Oidhaco-Trade-at-any-price.pdf
 The conditions for the trade agreement between the European Union and Columbia does not exist...

 

Kolumbien ist ein gefährliches Land für Gewerkschafter. In keinem anderen Land der Erde werden so viele Gewerkschafter bedroht und ermordet wie in Kolumbien. Mehr als 2.700 engagierte Kolleginnen und Kollegen wurden in den vergangen zwei Jahrzehnten umgebracht. Viele der Opfer waren Mitglieder der Lehrergewerkschaft FECODE, der größten Mitgliedsgewerkschaft im kolumbianischen Gewerkschaftsbund CUT. Die Mörder kommen oft aus den staatlichen Sicherheitskräften oder paramilitärischen Organisationen. Doch auch die Guerillaorganisationen schrecken in dem seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg nicht davor zurück, unbequeme Gewerkschafter umzubringen, wenn diese ihnen im Weg stehen. Fast nie wird einer der Morde aufgeklärt und die Täter und ihre Hintermänner zur Verantwortung gezogen. Trotz der fortgesetzten Verletzungen von Menschen- und Gewerkschaftsrechten in Kolumbien hat die Europäische Union ein Freihandelsabkommen mit dem lateinamerikanischen Land vereinbart, das im Herbst diesen Jahres vom Europäischen Parlament verabschiedet werden soll. Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen in Kolumbien, in Deutschland und in Europa sprechen sich gegen ein solches Abkommen aus, solange keine grundlegenden Verbesserungen der Menschen- und Gewerkschaftsrechte in Kolumbien erkennbar werden.

Veranstalter








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