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16.10.2008 Kita-Grundschule

Der Wille ist da, allein es fehlt....
von Wilfried Meyer
Ich kann nichts Neues lernen, wenn ich nicht auf Bekanntes zurückgreifen kann.

So Banales ist aber Grundlage aller Bestrebungen für einheitliche Bildung und Erziehung ohne Brüche im Übergang, also auch für die Forderung nach einer Schule für alle. Gut, es gibt Bestrebungen auch in Bremen, zwischen Kitas und Grundschulen die Erwartungen an die Kinder, Angebot und Anforderungen wie die Kinder am besten in ihrer Entwicklung zu fördern sind, abzustimmen. In Bremen schwierig, denn die Zuständigkeit für vorschulische Bildung und schulische Bildung liegt in zwei unterschiedlichen Ressorts.
Kinder kommen in die Grundchule nicht ohne Lernerfahrungen in Sprache, können ein paar Regeln, Tiere, Pflanzen, kennen Zahlen, ferne Welten. Hatte dieses Lernen der ersten 6 Jahre früher eher zufälligen Charakter, war es vom Staunen, Ausprobieren, Neugierde, dem Wunsch nach Können und Erprobung getragen, will man es heute eher regeln, systematisieren, um den Übergang zur Schule zu erleichtern. Aber auch, weil viele Eltern mit der Erziehung überfordert sind, Kinder anregungsarm und bildungsfern aufwachsen, eher den Medien als der natürlichen Umwelt ausgeliefert werden.

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Ich kann nichts Neues lernen, wenn ich nicht auf Bekanntes zurückgreifen kann.
Der „Pisaschock“ wurde in den Vorschulbereich durchgereicht.
Kleine Entdeckerkurse

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Der „Pisaschock“ wurde in den Vorschulbereich durchgereicht.

Ende 2004 erschien der „Rahmenplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich“ (www.soziales.bremen.de), an der Uni wurde ein Bildungsgang für Erzieherinnen eingerichtet. Fortbildungsangebote wie „ProKita“, Modellversuche „Transkigs“ „Sinus-GS“ und Aktivitäten z.B. mit dem „Universum“ zum Forschen und Entdecken wurden gestartet.
Außerdem wurde eine „Bremer Individuelle Lern- und Entwicklungsdokumentation (LED)“ eingeführt. Kita-erzieherinnen kritisieren zu recht die mangelnde zeitliche, materielle und finanzielle Ausstattung zur Durchführung all dieser Maßnahmen. Allein die Durchführung der LED ist eine nicht nebenbei zu erledigende, neue Aufgabe. Die Kooperation mit Grundschulen in der jeweiligen Region ist oft ein zartes Pflänzchen, welches aber nicht ausreichend gepflegt werden kann. Dies wird von beiden Seiten bemängelt. Beispiel Sprachstandserhebung: „Es ist politisch festgelegt worden, dass nur 15% der Kinder vor der Einschulung eine Sprachförderung erhalten – ironisch: als Alternativangebot zu „Early English“. Der wirkliche Bedarf ist bei fast 40% Kindern mit Migrationshintergrund und auch bei Kindern mit deutscher Muttersprache bedeutend höher.“ (BLZ11/06)

Kleine Entdeckerkurse

An unserer Schule im sozialen Brennpunkt Gröpelingen haben wir vor ein paar Jahren damit begonnen die Kinder, die im Sommer eingeschult werden, vorher mit ihrer Schule bekannt zu machen. Dafür haben wir die Lernwerkstatt benutzt, die entweder Schul-und Kitakindern gemeinsam oder auch reinen Kita- Gruppen ein Forschen und Entdecken von naturwissenschaftlichen Phänomenen ermöglicht. Kleine Entdeckerkurse finden statt, die den Kindern auch Schule, Personen, Gebäude näher bringen. Außerdem kennen sie immer auch schon Kinder, die vor ihnen eingeschult wurden. So lernen sie wahrnehmen, beobachten, kleine Versuche durchführen, es aufzeichnen oder malen und darüber reden. ErzieherInnen und LehrerInnen tauschen ihre Erfahrungen aus und planen die Besuche der Kita-Kinder über das Jahr. Anderen Schulen, die die Kita auf dem Gelände haben, fällt die Zusammenarbeit vielleicht leichter. Immer bedeutet es aber Aufwand, dieser Arbeit etwas Kontinuierliches zu geben, sich regelmäßig auszutauschen, zu Fortbildungen und Vorträgen zu gehen, die sich mit diesem Übergang beschäftigen. Modellversuche wie z.B. Transkig (www.transkigs.de/projektbeschreibungbremen.html) oder „Sinus-GS“(www.sinus-grundschule.de) sollten flächendeckend ausgeweitet und für alle Bremer Einrichtungen möglich sein. Das kostet allerdings Geld.
Konsequent wäre ein Zusammenlegen der Ressorts Soziales und Bildung für diesen Bereich, um gar keine Brüche zu erzeugen. Hier fordern wir das Gleiche wie für den Übergang GS-Sek I/Gy, nämlich durchgehende Bildung und Förderung für jedes Kind. Und wenn man frühkindliche Bildung ernst nimmt, dann muss man auch Erzieherinnen besser ausbilden und bezahlen. Andere Länder tun dies und haben gute Erfolge erzielt.

Von Bildung aus einem Guss sind wir noch weit entfernt, noch haben wir leider die Viergliedrigkeit.

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