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12.02.2008 Immer auf die Lehrer?! – Wer verantwortet die Bremer Bildungsperspektiven?

‚Nordwestradio unterwegs‘ am Donnerstag, dem 14. Februar 2008
Schlechte Aussichten sagt der Bildungsforscher Jürgen Baumert den Bremer Schülerinnen und Schüler voraus, sollte ein bundesweites Zentralabitur Realität werden: Nur noch wenige von ihnen werden das Abitur schaffen, prophezeit er.
30% der 15jährigen seien hier nicht gut genug ausgebildet für den Berufseinstieg.
In keinem anderen Land und in keiner anderen Stadt sei der Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildung so eng wie in Bremen. Schlimmer noch: die Leistungsunterschiede zwischen Kindern aus einfachen und aus sog. besseren Elternhäusern nehmen laut Jürgen Baumert, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, sogar zu.

Seitenabschnitte:
Schuld sind die Lehrer?!
Teilnehmer:

 Immer_auf_die_Lehrer.pdf
 

Schuld sind die Lehrer?!

Die Hauptursache, so Baumert, liege in den Klassenzimmern:
Viele Lehrer seien schlecht ausgebildet - und er bemängelt ihre Grundhaltung gegenüber dem Wert der Wissensvermittlung als Aufgabe der Bildung. Besonders deutlich zeige sich das an der Sitzenbleiberquote: 40% der Bremer Schüler wiederholen bis zum Schulabschluss eine Klasse. Da müsse die Klassenkonferenz lieber Hilfe organisieren als das Sitzenbleiben zu beschließen, so Baumert.

Seine provokanten Lösungsideen: zusätzlicher Unterricht in den Ferien, nachmittags und am Samstag; größere Klassen, damit die so freiwerdenden Lehrerstunden für gezielte Förderung schwacher SchülerInnen umgenutzt werden können.

Zwar wird Kritik an Baumerts Zahlen laut:
Zum einen habe er sich einzig auf die PISA-Erhebung aus dem Jahr 2000 gestützt und alle seither eingeführten Verbesserungen nicht berücksichtigt,
zum zweiten gebe es gar keine Studie speziell für 15jährige Gymnasiasten.
Dennoch ist die Aufregung bei Lehrern und Eltern groß.

  • Ist es gerechtfertigt, den Lehrern (wieder mal?) die Hauptschuld in die Schuhe zu schieben?
  • Sind Kinder und Lehrer nicht schon durch die zusätzlichen Unterrichtsstunden für das Abitur nach 12 Jahren unerträglich überlastet ?
  • Hätte Bremen mehr Geld für kleinere Klassen?
  • Könnte Bremen die Entlastung Bremer Lehrer vor dem Hintergrund der Karlsruher Klage und den Verhandlungen in der Föderalismuskommission rechtfertigen?

Um diese Fragen geht es bei ,Nordwestradio unterwegs’ am Donnerstag, dem

14. Februar 2008,
von 13.05 – 14.00h
aus dem Europa Info Point im Haus der Bürgerschaft,
Am Markt 20, 28195 Bremen
(Seiteneingang Domseite)


Teilnehmer:

  • Christian Gloede-Noweck, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen
  • Walter Henschen, Bildungsbehörde, Leiter Schulentwicklungsausschuss
  • Klaus Klemm, Professor für Bildungsforschung Universität Essen
  • Antje Möbus, Vorstand Zentralelternbeirat
  • Redaktion: Jutta Günther
  • Moderation: Stefan Pulß (Nordwestradio)

Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist frei.
Nordwestradio. Ein Programm von Radio Bremen und dem NDR

UKW Bremen 88,3 und Bremerhaven 95,4 MHz,
Satellit Astra 1 E analog ADR Transponder 19 und Astra DVB-S Transponder 93 sowie im Kabel




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