| SchülerInnen der GSM arbeiten als ehrenamtliche HelferInnen in sozialen Einrichtungen
von Karen von Frieling und Andreas Kraatz Gesamtschule Mitte | |
| Raus aus der Schule, rein in den Stadtteil!
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| Neben den klassischen Schulfächern stehen an der GSM sogenannte „Wahlpflichtfächer“ auf dem Lehrplan. Schüler und Schülerinnen haben die Möglichkeit, ein projektbezogenes Fach zu wählen, an dem sie für zwei Jahre arbeiten. Musisch, handwerklich, künstlerisch, - die Jugendlichen können sich aber auch für das Fach „Helping Hands“ entscheiden. Einmal in der Woche übernehmen sie die Arbeit z. B. in einer Kindertagesstätte oder in einem Altenheim. Die Arbeitsplätze organisieren sie sich selbst, sie sind pro Woche auf eine Doppelstunde begrenzt. So arbeitete die 14-jährige Kim in einer Kindergruppe. Sie bereitete mit den Betreuerinnen das Mittagessen zu, half den Kindern beim Zähneputzen und spielte mit ihnen. Für sie ist es eine Vorbereitung auf das spätere Berufsleben. Helai Orya half in einem Altersheim: Sie reicht einer Frau das Essen, hilft an anderen Tischen, schreibt in ihrem Tagebuch: „Die Menschen guckten nicht wirklich fröhlich. Die meisten haben sehr müde ausgesehen ... Aber leider konnte ich in diesem Moment nicht viel ändern, als nur zu lächeln ...“
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| Erfahrungen
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| Junge Menschen werden mit einer Situation konfrontiert, die für sie neu und ungewohnt ist. Sie übernehmen Verantwortung und bauen Beziehungen auf, die in dieser Form sonst nicht entstehen würden. Kriterien, die anderes bieten, als z. B. die Internetrecherche und das folgende Referat über Kinder oder die Situation älterer Menschen in Deutschland. Und „ganz nebenbei“ wird noch einiges mehr gelernt. Zum einen erfolgt automatisch die Auseinandersetzung mit dem Thema „Ehrenamt“. Auch wenn es zunächst um die Ableistung schulischer Arbeit geht: Die bewusste Entscheidung für das Projekt und die selbständige Suche ihres Platzes erfüllen schon einen Großteil des Anspruchs von Wahlmöglichkeit und damit auch von Freiwilligkeit. Es wird eben nicht für Geld gearbeitet, und das vermittelt den Jugendlichen auch ein anderes Gefühl. Nicht zuletzt hat für manche das ganze noch berufsorientierende Wirkung. Und einigen wird vielleicht erst nach Jahren bewusst, was dieses Projekt bei ihnen ausgelöst hat: So ist das mit dem Lernen im Leben.
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| Organisatorisches
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| - Schüler und Schülerinnen suchen sich selbst ihre „Arbeitsstellen“. Sie stellen sich mit einem Anschreiben der Schule vor. Ratlose werden beraten. Es gibt auch Verzeichnisse über ehrenamtliche Arbeit, z. b. www.zeitweise.info der Bremer Freiwilligenagentur „Zeitweise“. Wichtig: Erreichbarkeit der Lehrperson für Nachfragen (Telefonnummer usw.)
- Eingrenzung: Möglichst Hilfen im nichtkommerziellen Bereich. Ausnahmen nur nach Absprache.
- Arbeitsvolumen: 2 Schulstunden pro Woche. Kann außerhalb der eigentlichen Schulzeit abgeleistet werden.
- Ca. alle 2 Monate treffen sich die Jugendlichem zum Austausch oder zur Vorbereitung von Präsentationen in der Schule. Dann fällt die Arbeit in den Institutionen aus. Auch Treffen mit anderen Personen aus dem Bereich Ehrenamt finden hier statt.
- Die Lehrperson besucht die SchülerInnen in ihren Einrichtungen, lässt sich die „Arbeitstätigkeit“ zeigen und führt Gespräche mit den Ansprechpersonen.
- Vorgabe: Regelmäßiges Tagebuchschreiben.
- Möglichkeit, die Erfahrungen in der Jahresarbeit in der 10. Klasse zu vertiefen.
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