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| Eigentlich ist es schon lange bekannt, Studien gibt es genug, die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern ist heute in vielen Fällen psychische und soziale Schwerstarbeit. Nur 5 % der Lehrkräfte halten bis zur Rente durch. Der schlechte Zustand der „LehrerInnengesundheit“ ist nicht nur ein persönliches Problem der betroffenen Lehrkräfte. Es ist vor allem auch ein volkswirtschaftliches und bildungspolitisches Problem. Ein aktuelles Gutachten von Stefan Kohle und Ulrich Faber belegt, in welch hohem Maße Gesundheitsschutz und humane Arbeitsgestaltung an Schulen vernachlässigt werden. Als besonders belastend werden empfunden:
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| Belastungen:
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| - Mängel in der Arbeitsorganisation
- unklare Zuständigkeiten
- Qualifikationsdefizite bei der Personalführung
- belastende Arbeitorganisation
- Lärm in Schulgebäuden
- eine zusätzliche Belastung: Die Fülle von schlecht vorbereiteten Reformen
- mehr Leistung bei zum Teil gleichzeitigem Personalabbau, Zeitdruck
- fehlende Wertschätzung und Anerkennung
- Klassenstärke
- auffällige und/ oder aggressive Schüler
- fehlender Personalmix
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| Arbeitsschutz - fester Bestandteil der Personalvertretung
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| Mit ausgebrannten und überlasteten Lehrkräften kann die Qualität des Unterrichts und der Schule nicht verbessert werden. Wer eine gute Schulqualität fordert, muss die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer fördern. Es fehlt an wirkungsvollen und nachhaltigen Maßnahmen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Interessenvertretung des Personalrats Schulen Bremerhaven schon seit einigen Jahren diesem „steinigen“ Arbeitsfeld. Betriebliche Gesundheitsförderung muss Bedingungen schaffen, die den Beschäftigten ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit ermöglichen und damit zum Erhalt und Verbesserung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens beitragen. Der Arbeitsschutz und die Gesundheitsförderung sind feste Bestandteile der Personalvertretung. In der zurückliegenden Periode hat der PR, zum Teil in Arbeitsgemeinschaften mit dem Gesamtpersonalrat und den Frauenbeauftragten, maßgebend einige gesundheitsfördernde oder präventive Maßnahmen erwirken und umsetzen können. > Auf einer der letzten Personalversammlungen konnten wir zu diesem Thema Prof. Schönwälder begrüßen. Seine eindrucksvollen Ausführungen werden hoffentlich zur Sensibilisierung auch auf der Behördenebene beitragen.
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| Erfolge:
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| - In Zusammenarbeit mit dem Gesamtpersonalrat und den Frauenbeauftragten konnte eine verbindliche und ämterübergreifende Ablaufdokumentation zum Mutterschutz erarbeitet und umgesetzt werden.
- Nach mehreren Gesprächen mit dem Schuldezernenten ist es gelungen, dass Gesundheitsförderung als Fortbildung gemäß § 2 Abs. 3 Lehrerfortbildungsverordnung über das LFI anerkannt wird.
- Die Dienstvereinbarung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) wurde auch im Bereich Schulen eingeführt und findet jetzt Anwendung. Es war zum Teil möglich, für einige erkrankte KollegInnen besondere Entlastungen im Rahmen ihres Unterrichts- und Schulalltags über einen begrenzten Zeitraum zu erwirken.
- Der Arbeitsschutzausschuss findet in regelmäßigen Abständen statt. Zur Zeit beschäftigt er sich überwiegend mit den baulichen Begebenheiten an den Schulen. Es wurden Gefährdungsbeurteilungen erstellt, die nach einer Prioritätenliste abgearbeitet werden.
- Hepatitis-Schutzimpfungen werden über den betriebsärztlichen Dienst angeboten.
- Der PR nimmt regelmäßig an Treffen zur Schadstoffbelastung an Schulen mit Seestadtimmobilie teil.
Nach diesen kleinen Erfolgen ist die Forderung und die Notwendigkeit weiterführender Maßnahmen unumgänglich:
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| Unsere Forderungen:
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| - Erarbeitung und Festschreibung einer Dienstvereinbarung zur Gesundheitsförderung- und prävention.
- Gefährdungsbeurteilungen mit der Priorität zur Erhaltung und Wiederherstellung der seelischen Gesundheit von Lehrkräften, auch unter einem geschlechter- spezifischen Aspekt.
- Einrichten von Gesundheitszirkeln mit entsprechender Stundenentlastung, Mittelbereitstellung und Qualifizierung von ModeratorInnen.
- Bereitstellung von geeigneten Pausenräumen, besonders im Ganztagsschulbereich.
- Einrichten von Kompetenz- und Beratungszentren für Lehrkräfte in Zusammenarbeit mit dem betriebsärztlichen Dienst.
- Dem Magistrat der Stadt Bremerhaven wurde am 14.Mai 2007 das Grundzertifikat zum audit berufundfamilie® erteilt. Für alle Beteiligten soll der Status quo der Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermittelt, ergänzt und transparent gemacht werden. Ziel ist es, eine Balance zwischen den Beschäftigteninteressen und den Belangen des Magistrats zu erreichen. Eigentlich gilt es für alle Beschäftigten, der Bereich Schulen wurde zunächst herausgenommen. Deshalb ist unsere Forderung: Schnellstmögliche Umsetzung im Schulbereich.
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| Die Notwendigkeit von Lehrergesundheit wird heute nicht mehr in Frage gestellt. Wir fordern eine Zielerreichung trotz knapper Mittel. Eine effektive und produktive Gesundheitsförderung und Prävention ist kostenneutral.
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