| Die Koalition hat sich nun nach zwei Monaten interner Debatten die Peinlichkeit erlaubt, von 24 Anträgen auf Zensurenbefreiung einen einzigen zu genehmigen. Offensichtlicher konnte kaum demonstriert werden, dass hier keine pädagogische Diskussion, sondern ein politisches Schachspiel stattfindet... | 
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| Primarstufen-Info Stadtverband Bremen Vor gut einem Jahr wurde gegen das Votum von GEW, ZEB und Grundschulverband die neue Zeugnisordnung in Kraft gesetzt. Seitdem müssen viele Lehrkräfte gegen ihre Überzeugung in der 3. und 4. Klasse Ziffernzeugnisse schreiben. Aber dank vieler Proteste und dank einer Sonderregelung für innovative Schulen ist es der großen Koalition nicht gelungen, das Rad der Pädagogik dauerhaft zurückzudrehen.
Bereits im November 2004 hatten 19 von 73 Bremer Grundschulen einen Antrag auf Notenbefreiung gestellt. In einem undurchsichtigen Auswahlverfahren bekamen sechs Schulen ihn genehmigt. Diese Zahl war offensichtlich politisch als Obergrenze gesetzt. Viele Schulen haben sich dadurch nicht entmutigen lassen. Im Oktober dieses Jahres lagen aus der Stadtgemeinde Bremen 24 neue bzw. erneuerte Anträge vor. Zusammen mit den sechs von Noten befreiten haben also bisher 30 Schulen ihre Ablehnung von Grundschulzensuren offiziell dokumentiert.
Die Koalition hat sich nun nach zwei Monaten interner Debatten die Peinlichkeit erlaubt, von diesen 24 Anträgen einen einzigen zu genehmigen. Offensichtlicher konnte kaum demonstriert werden, dass hier keine pädagogische Diskussion, sondern ein politisches Schachspiel stattfindet.
Begleitet wurde diese Entscheidung von der geheimnisvollen Ankündigung des Bildungssenators, er wolle im Dezember „einen Vorschlag unterbreiten, der eine stärkere Berücksichtigung des individuellen Elternwillens ermöglicht“. Der Sinn dieser Ankündigung bleibt unklar. Soll wieder die Klassen-Elternversammlung entscheiden? Oder soll in einer Klasse ein Teil der Kinder Zensuren bekommen und ein Teil nicht?
Wir wollen gemeinsam mit möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen unsere Haltung zu solchen Vorschlägen besprechen.
Gez. Insa Gildemeister, Erich Breiter, Jürgen Burger

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