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20.01.2007 GesamtSchülerInnenVertretung gegen Schuluniformen


Am 18.12.2006. fand von 09.00 bis 13.00 Uhr der GSV-Infotag im DGB-Haus statt. Ca. 100 SchülerInnen nahmen an unterschiedlichen Workshops zu Themen wie z.B. SV-Arbeit und Geschlechterrollen teil.
Im Anschluss war eine GSV-Parlamentsitzung. Das Parlament setzt sich aus den GSV-Delegierten (stimmberechtigt) der Schulen und Interessierten zusammen. Es gab Nachwahlen für den Vorstand und eine Diskussion über Schuluniformen. Allgemeiner Konsens war ein eindeutiges „Nein!“ zur Einführung von Schuluniformen in jeglicher Form.
„Schuluniformen sind ein Eingriff in die Privatsphäre und in das Persönlichkeitsrecht. Es kann nicht sein, dass uns vorgeschrieben wird, was wir anzuziehen haben“, sagt Alexandra Rieffers, 16 Jahre und neu im GSV-Vorstand. „Viele SchülerInnen zeigen ihre Meinung durch ihre Kleidung. Lässt es sich mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung vereinbaren, zu verbieten aussuchen zu können, was jede/r einzelne anziehen möchte?“ Es zeigte sich auch, dass das Argument, dass eine sog. Einheitskleidung die Konkurrenz durch Markenklamotten verhindern würde, sehr oberflächlich durchdacht ist. „Den Kampf wird es weitergeben, sei es mit Frisuren, Schuhen, Schmuck o. ä. Spätestens nach dem Schulunterricht, wird Mensch wieder nach Zustand, Art und Marke der Kleidung beurteilt“; meint Antje Grabenhorst, 17 Jahre und Mitglied des GSV-Vorstandes.
„Es ist total zynisch, zu glauben, dass die Bildungsbehörde sich auf einmal darum kümmert, wie es den SchülerInnen geht. Die Einführung von Schuluniformen ist nur eine bloße Gleichmacherei. Die Unterschiede gibt es leider, doch sie werden durch so etwas nicht besser“; sagt Moritz Wilke, 18 Jahre und im GSV Vorstand und wird ergänzt von Lea Wagner, 16 Jahre und auch aus dem Vorstand: „Lieber sollte sich darüber Gedanken gemacht werden, wieso es überhaupt Mobbing, Konkurrenz durch die Kleidung usw. gibt und ob es nicht vielleicht mit unserem (Schul)System zusammenhängt. Was schließlich dazu da ist, um Konkurrenz und Autorität zu sichern und zu prägen. Da bringen Schuluniformen gar nichts. Sie unterdrücken nur die Individualität!“ Schuluniformen sind im Gespräch, seit dem es die Schulevaluationen und das Schulprogramm gibt. Es soll sich mehr mit der Schule identifiziert werden. „Dies ist total überflüssig“, sagt Alexandra Rieffers abschließend. „Es ist wichtig, dass die Schule ein Ort ist, wo die SchülerInnen sich wohl fühlen, was ein großer Teil momentan nicht tut. Dabei ist es vollkommen egal, von welcher Schule die SchülerInnen sind. Mit Schuluniformen würde ein noch größerer Kampf zwischen den Schulen entstehen und gefestigt, dass es ‚tolle’ Elite-Gymnasium und ‚schlechte’ Hauptschulen gibt, nach denen die SchülerInnen dann eingestuft und beurteilt würden, was jetzt schon genug herrscht. Zudem würden Schuluniformen jede/n BesucherIn einer Schule auffallen lassen und ausgrenzen.“

Lea Wagner und Antje Grabenhorst

tele: 0421/361-3185

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