| Die "Qualifizierungs- und Beschäftigungsoffensive" des Senators für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales ist aus Sicht der GEW nicht dazu angetan, die Qualität bremischer Kindertageseinrichtungen zu verbessern. Im Gegenteil: | 
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Bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt entspricht das Ausbildungsniveau von ErzieherInnen nicht dem europäischen Standard. Durch die Installierung eines Ausbildungsganges, wie er in der vorliegenden Verordnung angedacht ist, wird dieses Niveau noch weiter abgesenkt. Dies führt zum einen zu einem Qualitätsverlust pädagogischer Arbeit in der frühkindlichen Bildung und Erziehung, zum anderen wird ein gesellschaftliches Bild von Elementarbildung vermittelt, das suggeriert, Bildung und Erziehung seien von angelernten Hilfskräften zu leisten.
Seit Jahren werden in Bremen an der Fachschule für Sozialpädagogik KinderpflegerInnen ausgebildet, ohne dass ihnen bisher das KTH als Arbeitsfeld zur Verfügung stand. Nun soll kürzer ausgebildeten "KinderpflegerInnen" oder gar angelernten "SozialassistentInnen" dieses Arbeitsmarktsegment geöffnet werden. Hier gehen Minderqualifikation und zu erwartendes Lohndumping einher.
Grundsätzlich müssen Kinder schon in jungen Jahren die Möglichkeit haben, in ihren Bildungsprozessen professionelle Unterstützung zu erfahren. Es ist deshalb eine öffentliche Aufgabe, jedem Kind nachweislich qualifizierte und differenzierte/individualisierte Bildungsangebote zu machen.
Ohne ein grundsätzlich höheres Niveau der Ausbildung wird dies nicht gelingen. In Schweden (PISA-Gewinner) z.B. werden ErzieherInnen und schulische Lehrkräfte gemeinsam an Hochschulen ausgebildet.
Die versprochene (und dringend notwendige) Entlastung für die KTHs kann nur durch zusätzliches, sozialpädagogisch qualifiziertes Personal sichergestellt werden. Hinter die Forderung nach einer zweiten Erzieherin gibt es kein Zurück. Sie ist finanzierbar, wenn sie gewollt wird. Es ist für die GEW nicht akzeptabel, den ErzieherInnen weitere Arbeitsbelastungen aufzubürden und gleichzeitig ihre Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Genau dies passiert aber mit der berufsbegleitenden Schmalspurausbildung, die auch den so "Qualifizierten" keinerlei langfristige berufliche Perspektive bietet. Ein noch so qualifiziert durchgeführtes Assessment als Eignungsprüfung ersetzt nicht eine fundierte Ausbildung. Eine gute Erzieherin zu werden ist keine Charakterfrage, sondern hängt von der Qualität der Ausbildung ab.
Auf die ErzieherInnen in den Einrichtungen kommen weitere Aufgaben zu, ohne dass eine wirkliche Entlastung vorgenommen wird. Neben der Anleitung von "SozialassistentInnen" und "KinderpflegerInnen" sollen sie auch den neuen Rahmenbildungsplan umsetzen. Durch massive Kürzungen im Integrationsbereich wurden Personalstunden in den KTHs abgebaut, die fachlich kompensiert werden müssen. Diese zu ersetzen durch "Niedriglohnkräfte" ist gegenüber den ErzieherInnen zynisch und bildungspolitisch fatal.
Die Ausbildung und die Arbeitsbedingungen von ErzieherInnen müssen jetzt verbessert werden. Mit dem vorgelegten Entwurf konterkariert der Senator bildungs- und arbeitsmarktpolitische Notwendigkeiten.
Aus diesen grundsätzlichen Erwägungen heraus lehnt die GEW den vorgelegten Entwurf ab!
GEW Bremen, Löningstr. 35, 28195 Bremen Tel. (0421) 337640 , Fax 3376430, E-mail: , Internet: http://www.gew-bremen.de
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