zur Startseite
Pfad zur Seite:Startseite - Publikationen - BLZ - BLZ Archiv - BLZ Mai 2009 - 16.05.2009 Forderungen der studentischen Hilfsk...

16.05.2009 Forderungen der studentischen Hilfskräfte

von Christian Wübben / Nadine Kühn
Das Hauptaugenmerk des LASS (Landesausschuss für Studierende) richtet sich derzeit auf die studentischen Hilfskräfte im Land Bremen. Seit nunmehr acht Jahren wurden deren Löhne nicht mehr erhöht.
Aktuell liegt der Stundenlohn bei sage und schreibe 8,02 € - der Ärger darüber ist unserer Meinung nach verständlich. Selbst eine Erhöhung auf 9 € würde nicht einmal die Kaufkraftverluste durch Inflation der vergangenen Jahre ausgleichen. Verstärkt wird der Ärger dadurch, dass studentische Hilfskräfte zunehmend für qualifizierte wissenschaftliche Tätigkeiten herangezogen werden und in bestimmten Arbeitsbereichen der Hochschulen im Land Bremen anstelle von sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer_innen eingesetzt werden.
Weitere Probleme ergeben sich aus der Tatsache, dass viele Studierende sich von einem befristeten Vertrag zum nächsten hangeln, ohne die Sicherheit einer garantierten Weiterbeschäftigung.
Wir sprechen hierbei von Verträgen, die sich teilweise nur über eine Dauer von drei Monaten erstrecken. Diese Tatsache bietet keine Möglichkeit einer langfristigen, finanziellen Planung und Absicherung der Studienfinanzierung. Besonders erschwert wird die Lage durch die an der Universität übliche, zeitlich versetzte Entlohnung, die dazu führen kann, dass im Monat der entrichteten Arbeit gegebenenfalls keine Bezahlung erfolgt, was ggf. zu enormen finanziellen Engpässen führt. Dadurch entsteht die paradoxe Situation, dass eine Bezahlung in manchen Fällen erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt und somit in den gleichen Zeitraum mit der Bezahlung aus Folgetätigkeiten fällt.
Daraus entstehen regelmäßig bürokratische Probleme mit unterschiedlichen Behörden, wie z.B. mit dem BAföG-Amt, das gegebenenfalls für bestimmte Monate zu hohe Einkünfte feststellt.
Auf der ersten Teilpersonalversammlung der studentischen Hilfskräfte vom 18. November 2008 wurde neben diesen Problemen zudem Unmut über die Arbeitszeiten geäußert.
So arbeiten studentische Hilfskräfte in dringenden Fällen, wie z.B. Übersetzungsarbeiten, teilweise ganze Wochenenden durchgehend, ohne dass eine entsprechende Entlohnung erfolgt. Es existieren weder Wochenend- noch Nachtzuschläge, noch werden Überstunden angerechnet.

Seitenabschnitte:
Forderungen
Weitere Infos:

 Studentische_Hilfskraefte.pdf
 Vollständiger Artikel
zum Downloaden

Forderungen

In einer während der Personalversammlung stattgefundenen Abstimmung wurden aus dieser Sachlage heraus folgende Beschlüsse gefasst:

  • Zum einen fordern die studentischen Hilfskräfte eine der Arbeitsleistung entsprechende, Lohnerhöhung sowie eine Arbeitszeitgarantie, welche Mehrarbeit oder Lohnausfälle durch geringen Arbeitsbedarf ausgleicht. Der Prekarisierung der studentischen Arbeits- und Lebensverhältnisse könnte somit Einhalt geboten werden.
  • Um endlich eine gewisse Rechtssicherheit hinsichtlich der studentischen Arbeitsverhältnisse zu gewährleisten, fordern die Hilfskräfte, von denen über 1000 an den Bremer Hochschulen beschäftigt sind, entweder einen eigenständigen Tarifvertrag oder die Eingruppierung als eigenständige Beschäftigungsgruppe in den TV-L.

Die Forderungen wurden der Senatorin für Bildung, Renate Jürgens-Pieper, im Rahmen ihres Besuches im Akademischen Senat der Universität Bremen am 17. Dezember 2008 durch Vertreter_innen der studentischen Hilfskräfte persönlich überreicht. Der Dringlichkeit der Forderungen sollte auf diesem Wege Nachdruck verliehen werden. Leider fiel die Reaktion der Senatorin erwartungsgemäß verhalten aus; zwar zeigte sie Verständnis für die Situation der Beschäftigten, wies unsere Forderungen allerdings mit dem Totschlag-Argument der knappen öffentlichen Kassen zurück.

So einfach lassen sich die studentischen Hilfskräfte allerdings nicht abspeisen.
Auf einer weiteren Teilpersonalversammlung am 16.04.2009 beschlossen die Studierenden für die kommenden Wochen weitere Aktionen um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.
Zudem ist die Erstellung einer Internetseite geplant, die Interessierte über die aktuelle Entwicklung informieren soll.

Weitere Infos:

Für weitere Information oder die Aufnahme in den E-Mail Verteiler besteht die Möglichkeit, sich an das Hochschulinformationsbüro (HIB) des DGB wenden.

  • HIB des DGB
    Uni Bremen
    Bibliothekstrasse
    GWII, Raum B2710
    28359 Bremen
    Tel: 0421 - 218 69 771
    eMail: hib(at)uni-bremen.de

Christian Wübben studiert im vierten Semester auf Lehramt die Fächer Englisch und Arbeitsorientierte Bildung mit dem Berufsziel, Lehrer für Sekundarschule. Zusammen mit Nadine Kühn, Studentin der Politikwissenschaft im sechsten Semester und seit mehreren Semestern für die GEW an der Uni unterwegs, führt er nun die Aktivitäten des LASS an der Uni Bremen weiter.

SucheHilfeEmailSitemap
Suche,Hilfe,Email,Sitemap