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16.06.2008 Forderungen der Fachgruppe Sonderpädagogik

von Martina Siemer
für die Fachgruppe Sonderpädagogik
Förderzentren werden in der bildungspolitischen Debatte um die Weiterentwicklung der SI bisher zu wenig berücksichtigt. Dabei laufen sie Gefahr, abgekoppelt zu werden und sich noch stärker zu einem Auffangbecken für perspektivlose schwierige Schüler zu entwickeln.

Seitenabschnitte:

 Forderungen_Sonderpaedagogik.pdf
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Die negativen Auswirkungen der isolierten Beschulung auf die Lernerfolge von Kindern und Jugendlichen wurden jüngst wieder empirisch nachgewiesen (Wocken 2007). „Gleich intelligente Kinder lernen, wie Tent schon 1991 vergleichend feststellen musste, in Sonderschulen trotz besserer Rahmenbedingungen weniger als in Regelschulen, ja ihre Intelligenz nimmt sogar ab, je früher sie dort beschult werden. … Das reduzierte Anregungsmilieu motiviert weniger, regt weniger an und führt zu latenter Selbst- und Fremdisolation, die wiederum Lernen und Entwicklung behindert“ (Preuss-Lausitz 2007)
Im Land Bremen steigen die Zahlen von Schülerinnen und Schülern an Förderzentren in der SI dramatisch. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen, Sprache und Verhalten in der Stadtgemeinde Bremen hat sich in den letzten 10 Jahren auf 6,1% verdoppelt.(s. dazu Harry Eisenach, Die Entwicklung der Schülerzahlen…2008)
Die „Schule für alle“ muss sich diesem Problem stellen. Das Gebot der Nichtabschulung muss auch für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gelten. Gemeinsam mit den Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen sowie in Kooperation mit den Sozialen Diensten muss die Arbeit mit heterogenen Lerngruppen sowie auch auf die Arbeit mit schwierigen Schülerinnen und Schülern weiterentwickelt werden.

Dazu schlagen wir vor:

  1. Jeder Standort der Sekundarstufe 1 entwickelt mit dem zuständigen FÖZ bis zum Sommer 2009 ein standortbezogenes Konzept, wie Kinder mit sonderpäd. Förderbedarf LSV (Lernen, Sprache, Verhalten) am Standort der Regelschule integrativ beschult werden können. Dieses Konzept wird ab dem Schuljahr 2009/2010 mit dem ersten Jahrgang 5 verbindlich umgesetzt und dann in den kommenden Schuljahren mit dem jeweils neuen Jahrgang ausgeweitet.
    Mit dem Schuljahr 2014/ 15 sind dann alle isoliert beschulten Klassen an den Förderzentren LSV ausgelaufen.
  2. Parallel dazu erhält jede integrativ arbeitende Regelschule im Primar- und SI-Bereich zusätzliche Ressourcen (Stunden zur Förderung und sonderpäd. Prävention), um eigene Programme für die verstärkte Förderung der Regelschüler zu ermöglichen. Diese Förderangebote sollten begleitet werden durch verstärkte Binnendifferenzierung und Qualifizierung beteiligter KollegInnen.
  3. Statt teurer und zeitaufwändiger Gutachten sollten die neuen Konzepte vor allem von betroffenen KollegInnen und Schulleitungen entwickelt werden. Die späteren Teams (Regelschule- FÖZ)sollten über eine entsprechende Ausstattung und regelmäßige Fortbildungen in ihrer Arbeit begleitet und unterstützt werden.
  4. Die sonderpäd. Förderung entwicklungsgestörter Kinder ab Klasse 5 in den Regelschulen oder auch in den noch bestehenden FÖZ muss personell besser ausgestattet werden. Intensivere Wege der Zusammenarbeit vor allem auch mit dem Amt für Jugend und Familie und neue Konzepte sollten die KollegInnen in den Regelschulen vor Ort besser unterstützen.
  5. Die Arbeit der Beratungsstelle für entwicklungsgestörte Kinder und anderer sonderpäd. Beratungsstellen sollte für Kinder und Jugendliche ab Klasse 5 ausgeweitet werden (BHV)..

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