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Aktuelles Aktuelle Infos Infoarchiv 2007 12.06.2007 "Filme sehen, Kino verstehen" | ||||||
| 12.06.2007 "Filme sehen, Kino verstehen" | ||||||
| Vortrag im Rahmen der offenen Lehrveranstaltung | ||||||||||||||||||||||
| Auch im Kino gibt es unterschiedliche Stile, die sich bei genauer Betrachtung erschließen. In einer interaktiven Fortbildung wird Francis Desbarat – Lehrer, Publizist und Filmvermittler aus Toulouse – zeigen, wie durch die Arbeit mit Filmstandbildern und Setfotografie der Blick für den spezifischen Stil eines Films geschärft und die Wahrnehmungsfähigkeit ausgebildet werden kann. Er wird dafür Beispiele aus den Anfängen der Filmgeschichte bis zur Gegenwart heranziehen, darunter auch den französischen Autorenfilmer Jacques Audiard, dessen aktueller, 2005 auf der Berlinale mit einem silbernen Bären ausgezeichnete Film „Der wilde Schlag meines Herzens“ in Anschluss an die Fortbildung gezeigt wird. |
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| Die Veranstaltung | ||||||||||||||||||||||
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| Infos zur Veranstaltung | ||||||||||||||||||||||
| Auch im Kino gibt es unterschiedliche Stile, die sich bei genauer Betrachtung erschließen. Spätestens seit den 50er Jahren, als Vertreter der legendären Nouvelle Vague den Kinofilm als Kunstwerk deklarierten, das die persönliche Handschrift eines Autors trage, ist der Stil in Frankreich eine wichtige Kategorie der Filmkritik, Filmtheorie und auch Filmvermittlung. Er gibt Aufschluss über die besondere Machart und Ästhetik eines Films: den Umgang mit Licht, die Gestaltung des Raumes, die Konstellation der Figuren, die Wahl einer Kameraposition und eines Bildkaders usw. Wie kann also in der filmvermittelnden Arbeit – ohne weitreichende filmhistorische oder filmästhetische Kenntnisse vorauszusetzen – ein Bewusstsein für den spezifischen Stil und die Form von Filmwerken geweckt werden? Francis Desbarats, Lehrer und Filmvermittler aus Toulouse, wird zeigen, wie anhand von Filmstandbildern und Setfotografie der Blick für den spezifischen Stil eines Films geschärft und die Wahrnehmungsfähigkeit ausgebildet werden kann. Er wird dabei interaktiv vorgehen und die Teilnehmer anhand von Spielen und Beobachtungsaufgaben zu eigenen Schlüssen anregen. Die gewählten Filmbeispiele reichen von den Anfängen der Filmgeschichte in Deutschland (Joseph von Sternberg, Ernst Lubitsch) über Vertreter des klassischen Hollywoodkinos (Alfred Hitchcock, Orson Welles), französische „Klassiker“ (Jean-Luc Godard, Robert Bresson) bis hin zum aktuellen französischen Autorenkino (Jacques Audiard, Pascal Bonitzer). Weiterführende Informationen: www.kunst.uni-bremen.de /aktuelles Die Veranstaltung findet am 19. Juni 16 Uhr im Kino 46 im Rahmen der von Universität Bremen und Kino 46 gemeinsam veranstalteten Reihe „Filme sehen, Kino verstehen“ statt und richtet sich an Studierende, Lehrer/innen und interessiertes Publikum. (In französischer Sprache mit deutscher Übersetzung.) | ||||||||||||||||||||||
| Zum Film | ||||||||||||||||||||||
| „De battre mon coeur s’est arrêté” („Der wilde Schlag meines Herzens“) von Jacques Audiard (F 2005) „Um es gleich vorweg zu nehmen: Jacques Audiard, der momentan wohl zu den begabtesten französischen Regisseuren gezählt werden darf, legt mit Der wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté, 2005) ein kleines Meisterwerk vor. Als Remake des amerikanischen Finger – Zärtlich und brutal (Fingers, 1977) von James Toback schafft es der Film, seine Vorlage an Kohärenz und Geschicklichkeit zu überbieten. Mit ungeheuerlicher Wucht erzählt Audiard, wie sich sein Protagonist im Spannungsfeld zweier gegensätzlicher Kräfte, zweier Milieus, zweier Antriebe aufreibt. Zum einen schlägt sich Tom (Romain Duris) als Makler im zwielichten Pariser Immobiliengeschäft durch und treibt nebenher für seinen alten Vater (Niels Arestrup), einen kränkelnden Immobilienhai, gewaltsam ausstehende Forderungen ein. In diesem Milieu unter Männern wird nicht lange gefackelt. Zum anderen entdeckt Tom durch die zufällige Begegnung mit dem ehemaligen Agenten seiner verstorbenen Mutter, einer erfolgreichen Konzertpianistin, seine Leidenschaft für die Musik wieder. Für ein in Aussicht gestelltes Vorspiel stürzt er sich frenetisch in die Klavierspielerei und nimmt bei einer chinesischen Musikstudentin (Linh-Dan Pham) Unterricht. In einem quälenden Parcours versucht Tom sich von der Welt des dominanten Vaters zu emanzipieren und sich der Sphäre der abwesenden Mutter anzunähern. Ausgerechnet in der Nacht vor seinem Vorspiel nötigen ihn seine Kollegen zu einem Schlägereinsatz in einem besetzten Haus….“ (Almut Steinlein, www.critic.de) | ||||||||||||||||||||||
| Zum Referenten | ||||||||||||||||||||||
| Francis Desbarats, der als Geschichts- und Erdkundelehrer an französischen Collèges und Lycées (Mittel- und Oberstufe) tätig ist, unterrichtet seit 1985 Filmanalyse und Filmpraxis: sowohl im Rahmen des regulären Schulunterrichts als auch im Rahmen von Sonderprojekten für benachteiligte Schüler. Parallel dazu gibt er Lehrerfortbildungen zur Filmpädagogik, die einerseits auf die ästhetischen, filmsprachlichen und filmhistorischen Aspekte und andererseits auf die Vermittlung von Geschichte im Film ausgerichtet sind. Darüber hinaus hat Desbarats als Referent und Publizist zu verschiedenen Themen der Filmästhetik und -geschichte gearbeitet, u.a. „Godard und der Sport“, „Claude Chabrol: der Skandal hinter dem Verbrechen“, „Tod und Verderben im Werk von Andrej Waida“, „François Truffaut und die Erziehungsfrage“, „Die Besatzungszeit aus Sicht des Kinos“, „Das Französische Kino und die Geschichte“, „Marguerite Duras und der Film Indochina“, „Formen und Formalismen des Films“. Seine 2001 beendete (bisher unveröffentlichte) Dissertation Origines, conditions et perspectives idéologiques de l’enseignement du cinéma dans les lycées befasst sich mit den verschiedenen Strömungen der Filmpädagogik in Frankreich seit der Einführung des Unterrichtsfaches Film an französischen Gymnasien in den 1970er Jahren. | ||||||||||||||||||||||
| Kontakt und Anmeldung | ||||||||||||||||||||||
| Konzeption und Leitung Universität Bremen Prof. Winfried Pauleit Bettina Henzler Tel. 0421-218 3543 ![]() www.kunst.uni-bremen.de/aktuelles Anmeldung Landesinstitut für Schule (LIS) Klaus Heitkötter ![]() Tel. 0421 - 38 767 50 | Veranstaltungsort Kino 46 Waller Heerstrasse 46 28217 Bremen Tel. 0421-38 767 31 Fax 0421-38 767 34 www.kino46.de | |||||||||||||||||||||