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Aktuelles Aktuelle Infos Infoarchiv 2011 06.07.2011 Erste Maßnahme nach der Wahl: | ||||||
| 06.07.2011 Erste Maßnahme nach der Wahl: | ||||||
| Hunderte von Lehrerstunden gestrichen! Besonders betroffen sind Oberstufen und Grundschulen | ||||||||||||||||
| Zwei Tage vor den großen Ferien, alle Stundenpläne für das neue Schuljahr sind in den Oberstufen fertig: Da verkündet die Bildungsbehörde den fassungslosen Schulleitungen dieser Schulen in einer Dienstbesprechung, dass viele LehrerInnenstellen gestrichen werden. Die Summe der Streichungen wird nicht offiziell bekannt gegeben, aber den einzelnen Schulen wurden Kürzungen zwischen 30 und 150 Stunden (1 ½ bis 6 Stellen) mitgeteilt. Im Schnitt erhalten alle Gymnasialen Oberstufen eine Kürzung um 9%! Gleichzeitig wurde bekannt, dass auch in der Eingangsphase der Grundschulen um bis zu 200 Stunden gekürzt werden soll. Die Zuweisung von mehr Leitungszeit für Schulleitungen wird um ein Jahr verschoben. Offizielle Begründung: Es gäbe in den Bremer Schulen zu viele Lehrkräfte, mehr als die Finanzbehörde dem Bildungsressort laut Haushaltsplan zugestanden habe. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Schulen sind katastrophal. Viele Schulleitungen und StundenplanerInnen wissen noch gar nicht, wie sie eine solche Kürzung umsetzen sollen. Klar ist dabei aber: Die Qualität wird sinken – u.a. auch bei den Fördermaßnahmen und bei der Abitursvorbereitung. Besonders betroffen von den Streichungen sind Oberstufen, die viele SchülerInnen mit Migrationshintergrund oder mit einem guten Realschulabschluss aufnehmen. Unter diesen ist die Zahl der „Abbrecher“ - z.B. SchülerInnen, die mit der Fachhochschulreife abgehen - höher als an traditionellen Gymnasien. Dafür werden sie jetzt „bestraft“, indem man ihnen weniger Stunden zuweist. |
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| Die GEW fordert die Senatorin für Finanzen auf, diese Stellenstreichung zurückzunehmen! | ||||||||||||||||
| Zentralelternbeirat, GesamtSchülerInnenVertretung und Bildungsdeputierte sind ebenfalls aufgerufen, gemeinsam mit den betroffenen Schulen etwas gegen diesen Kurs des Bildungsabbaus zu unternehmen. | ||||||||||||||||
| Zu näheren Information: | ||||||||||||||||
| Die Bildungsbehörde hat den Schulleitungen zum Thema Unterrichtsversorgung Folgendes mitgeteilt: Die Stundenzuweisung für die GyOs wird neu berechnet. Im Schnitt erhalten alle GyOs eine Kürzung um 9%! Die Folgen für die einzelne Schule sind gravierend: Die Stundenpläne für das nächste Schuljahr sind schon geschrieben, die Kurse eingeteilt, die Profile abgesichert. ReferendarInnen, die schon fest in die Personalplanung eingeplant sind, um dringende Fachbedarfe abzudecken, werden wahrscheinlich nicht übernommen. Schulen in schwieriger Lage werden besonders benachteiligt. Durch die Zusammensetzung ihrer Schülerschaft (Migrantenanteil, viele Aufsteiger aus den Sekundarschulen) haben sie im Übergang von der Quali-1- nach der Quali-2-Phase viele Abgänger in das duale System, an die Fachhochschule und andere berufsqualifizierende Bildungswege. Diese an sich positive Entwicklung für die einzelnen Schüler gerät hier zum Nachteil der Schulen. Sie werden nach der neuen Berechnung erheblich schlechter gestellt als die Schulen mit weniger Abgängern. Mit diesem bisherigen „Mehr“ wurden kleinere Kurse mit besseren Fördermöglichkeiten sowie für spezielle Fördermaßnahmen z.B. zum Ausgleich von Defiziten aus der Sekundarstufe I finanziert. Diese Förderung wird jetzt zurückgefahren. Damit wird die Abbrecherquote für dieses Schülerklientel erhöht werden. Mit der neuen Berechnung wird es für die Oberstufe zukünftig sehr wichtig, unterfrequente Kurse zu vermeiden. Genau diese Kurse decken aber oft ein breites Bildungsangebot ab. Eher weniger angewählte Profile (z.B. Chemie oder Französisch) werden dann gar nicht oder deutlich weniger angeboten und die SchülerInnen werden in die eher traditionellen Profile umberaten. (Im Übrigen hat die GEW auf diese Einschränkung eines breiten Angebots schon bei der Bildung der kleinen Oberstufen hingewiesen.) Vollkommen unklar ist, wie der Schülerschwund von Quali 1 nach Quali 2 umgesetzt werden soll. Die Schule ist nach KMK verpflichtet, begonnene Profile auch zu Ende zu führen. Umsteuerungen sind kaum möglich. Eine Besonderheit liegt bei den budgetierten Schulen vor. Diese haben Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit der Behörde abgeschlossen, in denen die alten Zuweisungen festgeschrieben sind. Frage: Welchen Wert haben solche Vereinbarungen mit der Behörde? Viele Angebote in der GyO müssen bereit gestellt werden, weil sie aus dem verkürzten 8jährigen Bildungsgang verpflichtend vorgeschrieben sind. Bremen bildet zurzeit viele Referendarinnen in der Sekundarstufe II aus, hat die Zahl letztes Jahr sogar erhöht. Gibt es für sie eine Perspektive in Bremen? Wo die Einsparungen konkret vorgenommen werden sollen, welche Angebote gestrichen oder zusammengelegt werden, darüber besteht größte Unklarheit. Die Schulleitungen fordern Handreichungen von der Behörde, wie diese Kürzungen umgesetzt werden sollen und welche Angebote gestrichen werden sollen. Die Frage, ob diese neuen Rahmenbedingungen überhaupt mit dem bestehenden System der GyO realisiert werden können, blieb unbeantwortet. Darüber hinaus wurde auch bekannt gegeben, dass auch in anderen Bereichen Lehrerstellen eingespart werden. So werden in der integrierten Eingangsphase der Grundschule 200 Stunden gestrichen und die Zuweisung von mehr Leitungszeit für Schulleitungen wird um ein Jahr verschoben. Im Bereich der Grundschule weitere Kürzungen vorzunehmen, bedeutet eine Verschlechterung der Qualität und eine Einschränkung der Förderungsmöglichkeiten. Das vor der Wahl gegebene Versprechen, die Arbeitsbelastung der Schulleitungen zum neuen Schuljahr zu senken, wurde gebrochen. | ||||||||||||||||
| Ansprechperson: Harry Eisenach LandesvorstandssprecherInnen Christian Gloede Bernd Winkelmann GEW Landesverband Bremen | Bahnhofsplatz 22-28 | 28195 Bremen tele 0421-33764-0 | fax 0421-33764-30 | email info (at) gew-hb.de | ||||||||||||||||