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15.06.2006 Einheitliches Grundstudium aller pädagogischen Professionen

Annette Jaspers/Gisela Koeppel
Der GEW Workshop „Kinder und Jugendliche im 21. Jahrhundert professionell begleiten – Für eine gemeinsame Pädagogenausbildung“ in Eisenach vom 3. bis 5. März 2006
hat deutlich gemacht, dass schon an vielen Stellen an einer Veränderung der Ausbildung der Fachkräfte im Elementar- und Primarbereich gearbeitet wird. Festgestellt wurde eine große Vielfalt von Studiengängen, die jedoch die Absicht des Bologna Prozesses einer besseren Verzahnung des Bildungswesens nicht erkennen lassen.
Die GEW beteiligt sich schon seit Jahren aktiv an der Diskussion um eine gemeinsame Pädagogenausbildung auf Hochschulniveau und möchte sich an der konkreten Umsetzung eines noch zu entwickelnden Modells beteiligen. Die Einarbeitung in den laufenden Diskussionsprozess ist mühsam, da an sehr vielen Stellen Einfluss genommen wird. Bislang diskutieren viele Beteiligte in ihren angestammten Fachgruppen und entwickeln aus ihrer Sicht Vorschläge. Die Stärke der GEW kann in einer Vernetzung liegen, so dass quer über die Fachgruppen an einem gemeinsamen Konzept gearbeitet werden kann.

Annette Jaspers
SZ Neustadt – BS
Fachoberschule für Gesundheit und Soziales

Gisela Koeppel
SZ Neustadt – BS
Fachschule für Sozialpädagogik

Konzeptdiskussion

Zur Konzeption einer gemeinsamen Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen an Hochschulen trafen sich in Eisenach Kolleginnen und Kollegen verschiedener Bundesfachgruppen der GEW, um die bildungspolitischen Reformpositionen des GEW -Gewerkschaftstages vom 26. April 2005 in erste Konkretisierungen münden zu lassen. Am Workshop beteiligt waren Mitglieder verschiedener Bundesländer, der AG Jugendhilfe und Sozialarbeit, der Bundesfachgruppe Grundschulen, der Fachgruppe Berufliche Schulen, der Bundesfachgruppe Hochschule und Forschung, der AG Lehrerbildung und des GEW Hauptvorstandes mit u.a. Marianne Demmer um erstmals die Schnittstellen für eine gemeinsame Pädagogenausbildung auszuloten und um Eckpfeiler für die Konzeption einer gemeinsamen Ausbildung zu entwickeln.
Professor Dr.Werner Thole (Uni Kassel) charakterisierte die gesellschaftlichen Herausforderungen einer gemeinsamen Pädagogik für die Handlungsfelder „Kinder und Jugendliche“.
Die Permanenz von Übergängen erfordere die Professionalisierung aller pädagogischen Berufe im Verhältnis von Wissen und Können.
Kulturelle Freisetzungsprozesse führen zu einer „Biographisierung“, einer trügerischen und riskanten Freiheit der Kinder und Jugendlichen.
Pädagogen müssten sich einstellen auf Individualisierungsprozesse ihrer Adressaten im Rahmen gesellschaftlicher Ungleichheitsstrukturen. Nicht übersehen werden dürfe der in den Suchbewegungen der Kinder und Jugendlichen beinhaltete jugendliche Eigensinn, ein selbständiges, autonomes Bildungsprojekt zu konstituieren.
Die professionelle Begleitung von Kindern und Jugendlichen erfordere eine Ausbildung der PädagogInnen, die neben wissenschaftlichem Wissen fundierte Handlungskompetenzen benötigten. Die Qualifizierung für pädagogische Handlungsfelder solle im Rahmen akademischer Ausbildungsstrukturen erfolgen, angelehnt an die Kerncurriculumdiskussion der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften.
Nach ausführlichen Berichten über die verschiedenen Ausbildungsstrukturen sozialpädagogischer Fachkräfte und LehrerInnen an Fachschulen / Fachakademien, an Universitäten und Hochschulen bildeten sich gemischte Gruppen der Mitglieder der verschiedenen pädagogischen Institutionen, um Strukturen einer gemeinsamen akademischen Basisausbildung zu entwickeln. Sehr spannend war das Vorstellen der ersten Ergebnisse, die anschließende Diskussion machte deutlich, dass es bis zur Umsetzung noch ein weiter Weg sein wird. Bis dahin werden noch viele Klärungen nötig sein, auch wenn alle an der PädagogInnnenausbildung Beteiligten in der Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen übereinstimmen und positive Beispiele bei einem Blick über die Grenzen in europäische Nachbarländer gefunden werden können.

Diskussion in den Fachgruppen

Arbeitsaufträge und Klärungspunkte wurden festgehalten und verabredet, dass bis zur nächsten gemeinsamen Sitzung, die Diskussion über eine gemeinsame Ausbildung der PädagogInnen in den jeweiligen Fachgruppen weiter geführt werden muss.
An immer mehr Universitäten und Hochschulen werden neue Studiengänge für eine gemeinsame Ausbildung im Elementar- und Primarbereich eingerichtet. Auch in Bremen ist an der Universität im Fachbereich 12 ein Studiengang „Fachbezogene Bildungswissenschaften“ eingerichtet, der konzipiert ist von HochschullehrerInnen aus dem Bereich der Grundschule.
Die Diskussionen des Workshops in Eisenach haben deutlich werden lassen, dass es neue Strukturen braucht, die gemeinsam konzipiert werden von Fachkräften der verschiedenen pädagogischen Handlungsfelder.


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