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16.06.2008 Eine Schule für alle

Beschluss des Landesvorstandes zur Schulentwicklungsdiskussion
Der GEW-Landesvorstand hat sich am 3.6. ausführlich mit der bisherigen Diskussion um die Bremer Schulstruktur beschäftigt. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Fachtages und der verschiedenen Stellungnahmen bzw. Presseveröffentlichungen wurde ein Positions- und Forderungspapier verabschiedet. Er gliedert sich in einen allgemeinen Teil und Forderungen für die einzelnen Schulstufen sowie für die Übergangsphase zu einer neuen Struktur. Die BLZ dokumentiert hier den allgemeinen Teil. Die weiteren Abschnitte sind auf der Homepage der GEW nachzulesen. Die nächste BLZ hat den Themenschwerpunkt Schulentwicklung. Hier werden wir auf die Einzel- und Übergangsforderungen noch genauer eingehen.

Seitenabschnitte:

 Eine_Schule_fuer_alle.pdf
 Vollständiger Artikel
zum Downloaden


„Die GEW tritt für ein gemeinsames Lernen aller Kinder und Jugendlichen bis zur 10. Klasse ein. Das 2-Säulen-Modell wird diesem Anspruch nicht gerecht. Es gibt keine sinnvolle Alternative zu einer „Schule für alle“ im Stadtteil, die in einer engen Verzahnung von Kindertagesstätten und Grundschulen ihren Anfang nimmt.

Die „Schule für alle“ als integriertes Stufenschulsystem schließt die bestehenden Gymnasien und Förderzentren von Beginn an ein. Die freie Wahl der Oberstufe mit Profilbildung bleibt zur Spezialisierung der Berufsvorbereitung oder zur Erlangung der Studienreife erhalten.

Damit Kinder nicht mehr in verschiedene Schulformen sortiert werden, ist das integrierte Gesamtsystem schnellstmöglich – beginnend in dieser Legislaturperiode – ab Klasse 5 aufzubauen. Die Planungen sind sofort aufzunehmen und die notwendigen materiellen Voraussetzungen zu schaffen. Eine erheblich höhere Mittel- und Personalausstattung benötigen die Schulen in sozialen Brennpunkten.

Zur Vorbereitung der erfolgreichen Umsetzung dieses integrierten Schulsystems wird die Unterrichtsverpflichtung ab sofort reduziert. Damit wird ausreichend Zeit für die demokratische Schul- und Unterrichtsentwicklung und die notwendige Fortbildung zur Verfügung gestellt. Dieses wird durch Neueinstellungen gewährleistet.

Eine „Schule für alle“ als integriertes Stufenschulsystem benötigt in der Lehrerausbildung die Weiterentwicklung zu einer einheitlichen Ausbildung in gleichwertigen Lehrämtern.

Der Weg zu einem längeren gemeinsamen Lernen muss beschritten werden. Dieser Weg entspricht allen internationalen Erfahrungen und ist auch in Bremen die einzige vorwärtsweisende Perspektive.

Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen für guten Unterricht verbessert werden und schließlich sind Maßnahmen durchzuführen, die Lehrkräfte und anderes Personal darin unterstützen, der Heterogenität der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden. Dazu gehört auch die Einstellung von mehrsprachigem pädagogischen Personal.
Den Folgen der sozialen Entmischung der Wohnquartiere in Bremen und Bremerhaven ist bei der Stundenzuweisung durch eine deutliche Anhebung des Sozialstrukturbedarfs zu begegnen. An allen Schulen sind zur Unterstützung SozialpädagogInnen einzustellen.
Alle Schulstandorte müssen erhalten bleiben, um die Raumsituation an die Differenzierungsanforderungen anzupassen und die Option auf zukünftige Ganztagsschulen offen zu halten. Das Sanierungsprogramm alter Schulen muss fortgesetzt werden, damit auch Chancengleichheit bezüglich der Ausstattung hergestellt wird. Gegebenenfalls freie Kapazitäten werden insbesondere zur Entwicklung einer schulnahen Stadtteil-Kultur (Schule als Bildungs- und Sozialzentrum) genutzt.
Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte und pädagogisches Personal in den Bereichen integrative Pädagogik mit heterogenen Lerngruppen und interkulturelles Lernen werden ausgebaut. Dafür sind die notwendigen Kapazitäten an Uni, LIS und LFI zu schaffen. Die sich fortbildenden PädagogInnen erhalten Entlastungen.“

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