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25.11.2009 Eine Schule für alle - Klare Kriterien für eine inklusive Schulentwicklung

von Bernd Winkelmann
Landes- und Stadtverbandsvorstand
Klare Kriterien für eine inklusive Schulentwicklung, eingebunden in (inter)nationale Entwicklungen und eine intensive Diskussion über deren Umsetzung – der Kongress des Bremerhavener Bündnisses „Eine Schule für alle“ konnte qualitative Maßstäbe setzen und erfuhr mit mehr als 80 Teilnehmer/innen eine erfreuliche Resonanz.

Insbesondere die jüngsten politischen Debatten haben gezeigt, dass das Motto „Eine Schule für alle“ eindeutig definiert werden muss. Nicht die tagespolitische Interpretation in ihrer wachsenden Beliebigkeit ist angesagt, sondern die UN-Konventionen mit ihrer Erklärung von Menschenrechten bildet den Maßstab.

Seitenabschnitte:
7 Herausforderungen und 11 Orientierungskriterien
Lernen die Kinder überhaupt genug? – Wie lehren PädagogInnen angemessen?
Tabus gebrochen! Klassenkampf als Konsequenz?
Segeln kann man bei jedem Wind…

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7 Herausforderungen und 11 Orientierungskriterien

trug Prof. Dr. Ulf Preuss-Lausitz vor und brachte damit Klarheit in die Begriffsbestimmung. Stichworte wie der Rechtsanspruch auf Teilhabe, die demografische Entwicklung oder die schulische Lern(un)wirksamkeit bildeten das Gerüst der gesellschafts- und schulpolitischen Analyse, die in Empfehlungen zur konkreten Schulentwicklung mündeten. Heterogenität als Markenzeichen, individuelle Lernbiografien und Schulabschlüsse auf der Grundlage eines gemeinsamen Bildungsbegriffs oder auch ein Gütesigel „Talentförderung“ – an vielen Stellen wurde deutlich, wie durchdacht und zielgerichtet die Vorschläge waren. Sie bildeten erheblichen Gesprächsstoff für die anschließende Aussprache mit dem Referenten, in der u.a. Fragestellungen wie:

Lernen die Kinder überhaupt genug? – Wie lehren PädagogInnen angemessen?

eine Rolle spielten. Damit sind Problematiken genannt, die auch die anderen Workshops erörterten, die zielgruppenorientiert ausgeschrieben waren. Eltern, erfahrene PädagogInnen und Berufseinsteiger sollten spezifische Anregungen erhalten, inwiefern „Eine Schule für alle“ eine echte bildungspolitische Chance bietet, die allerdings durchgesetzt werden muss:

Tabus gebrochen! Klassenkampf als Konsequenz?

Im Rahmen der Podiumsdiskussion „Wie setzen wir ‚Eine Schule für alle’ politisch durch?“ wurde zunächst festgestellt, dass es uns gelungen sei, zwei Tabuthemen zu knacken: Über die Schulstruktur und zusätzliche Mittel wird mittlerweile intensiv gestritten. Ebenso sehr macht die Diskussion deutlich, dass ökonomische Macht stärker als Argumente ist und auch innerhalb der Kollegenschaft Überzeugungsarbeit weiterhin zu leisten sei.
Angeraten wurde: Eine offensive Auseinandersetzung in den Schulen, eine Erweiterung der Bündnisse, verstärkte Einflussnahme auf die Parteien und ein „Großer Ratschlag“. Alles in allem: Es geht weiterhin um Klasseninteressen – und der Kampf auf diesem Terrain ist auch nicht neu, aber:

Segeln kann man bei jedem Wind…

Mit einem nachdenklich-optimistischen Abschluss beendete Marianne Demmer den Kongress. Sie sprach von der Intervention alter Männer und dem historischen Interesse der jüngeren Frauen und machte viel Mut: Die Lehrerschaft sei die zentrale Kraft des Änderungsprozesses und manchen KollegInnen müsse „zu ihrem Glück verholfen werden“, wie aus dem Finnischen überliefert ist. Dass ein solcher Prozess durchaus zügig ablaufen kann, zeige das Beispiel Tirol: Dort sei es gelungen, innerhalb von zehn Jahren das gesamte Schulsystem vollständig inklusiv (um) zu organisieren. Zehn Jahre sieht die Schulentwicklungsplanung auch für Bremerhaven und (Bremen) vor. Insofern muss nun entschieden werden, wer bei aller Wechselhaftigkeit des Wetters Rückenwind bekommt.

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